Organisch vs. Mineralisch

Ein vergleichender Versuch zwischen lebendiger Erde (Living Soil) und mineralischer Düngung.

Motivation

Während viele Grower über mineralischen Dünger Ihren Pflanzen Nährstoffe zur Verfügung stellen, wächst die Community um Living Soil in den letzten Jahren stark. Viele Mythen und Behauptungen werden in unterschiedlichsten Medien geteilt und diskutiert. Untersuchungen anhand von Vergleichsstudien sind jedoch rar oder schlichtweg nicht vorhanden.

Neben hochwertigen LED Leuchten für die Kultivierung von Pflanzen, vergrößert sich das Produktportfolio der SANlight GmbH ständig. Seit 2025 vertreibt die SANlight GmbH mineralischen Dünger des amerikanischen Herstellers Hydroponic Research und ist überzeugt, dass diese Produkte einen Mehrwert für den Anwender schaffen. Bevor diese mineralische Düngelinie den Weg in das SANlight Produktsortiment schaffte wurden mehrere empirische Untersuchungen durchgeführt um die Wirksamkeit des Produkts zu belegen und um Kunden künftig bestmöglichen Support anbieten zu können.

In etlichen Beratungsgesprächen, Seminaren und Betriebsführungen werden wir immer wieder mit derselben Fragestellung konfrontiert.

  • Was hält SANlight von Living Soil und/oder dem organischen Weg der Pflanzenzucht?
  • Können mit Living Soil die selben Erträge erreicht werden wie mit konventionellen mineralischen Düngern?
  • Was sind die Vor und Nachteile der jeweiligen Kultivierungsmethode?

Bei der Beantwortung der oben genannten Fragen konnten wir bedingt auf unseren internen Wissenspool zurückgreifen. Unsere eigene Datenlage zu diesem Thema war gering. So konnten wir nur persönliche Erfahrungen von uns und unseren Kunden teilen. Das hat uns veranlasst einen eigenen Versuch in unserer Anbauzellen – der HOMEbox CLUB 18 – durchzuführen.

Definition

Living Soil oder organische Erde

Living Soil ist kein wissenschaftlich definierter Begriff und kann dadurch unterschiedlich interpretiert werden. Generell wird darunter der Anbau von Pflanzen in lebendigem Boden beschrieben.

Die Idee ist es Pflanzen, Makroorganismen (Würmer, Arthropoden) sowie Microorganismen (Bakterien, Pilze, etc.) zu nutzen um pflanzenverfügbare Nährstoffe zur Verfügung zu stellen. Dabei entsteht die Nährstoffverfügbarkeit überwiegend durch den Stoffwechsel dieser Organismen, und nicht durch das Zuführen von direkt verfügbaren, Nährstoffen. Das österreichische Unternehmen „Sonnenerde“ stellt torffreie Erden mit einem hohen Anteil an unterschiedlichen Komposten her, welche auf deren Webpage als lebendige Erden (Living Soil) bezeichnet werden. Bei der Herstellung werden unterschiedliche, selbst hergestellte, Komposte verwendet, welche die Erde lebendig machen.

Der Kunde erhält ein torffreies Substrat, welches zudem aktivierte Pflanzenkohle als Nährstoffpuffer enthält. Die ebenfalls im eigenen Werk produzierte Pflanzenkohle wird beim Kompostierungsprozess mit Nährstoffen angereichert. Das Substrat ist somit schon vorab mit Nährstoffen angereichert. Weitere Nährstoffe werden über Zersetzungsprozesse etc. während der Kultivierung bereitgestellt. In der Praxis werden in der Indoor Kultivierung oft Beete verwendet um das Substrat Volumen, welches den Pflanzen sowie den Micro und Macro Organismen zur Verfügung steht zu maximieren.

Desto größer das Volumen des Erdreichs desto mehr Nährstoffe können der Pflanze zur Verfügung gestellt werden. Auf den Einsatz von zusätzlichen Nährstoffen kann grundsätzlich verzichtet werden sofern die Micro und Makroorganismen in genügender Anzahl vorhanden sind, und diese ausreichend Nährstoffe für Ihren eigenen Stoffwechsel im Substrat vorfinden. Somit kann living soil über lange Zeiträume verwendet werden, sofern dafür gesorgt wird dass das Boden-Leben nicht abstirbt.

Viele Grower kritisieren, dass es sich bei fertig Erden welche in kleine Töpfe gefüllt werden nicht um das Living Soil Konzept handelt. Laut Recherchen handelt es sich um Living Soil wenn folgende Punkte erfüllt sind.

  • Auf mikrobieller Ebene mineralisieren Bakterien und Pilze organische Substanz und machen Nährstoffe für die Pflanze pflanzenverfügbar.
  • Es werden keine direkt verfügbaren Nährstoffe während des Kultivierungsprozesses von außen zugefügt.
  • Organische Substanz Humus, Kompost und pflanzliche Rückstände dienen als Energiequelle für das mikrobielle Leben und als Nährstoffspeicher.
  • Pflanze–Mikrobiom-Interaktion Pflanzenwurzeln scheiden gezielt Exsudate (Zucker, Aminosäuren, Säuren) aus, um bestimmte Mikroorganismen anzulocken –  dadurch steuert die Pflanze aktiv ihre Rhizosphären-Gemeinschaft.

Alle oben genannten Punkte sind aus unserer Sicht erfüllt womit die Bio Hanferde in Kombination mit Mulch als Living Soil bezeichnet werden kann.

Die Grundidee des Versuchs

Die Grundidee des Versuches ist es Daten zu generieren welche einen Vergleich der unterschiedlichen Anbaumethoden zulassen. Die Fragestellungen sind wie folgt.

  • Ist es möglich Pflanzen in 18l Töpfen, gefüllt mit Bio Hanferde (laut Hersteller lebendige Erde), bis zur Erntereife zu kultivieren, ohne zusätzliche Nährstoffe hinzuzufügen.
  • Wie groß sind die Unterschiede bei Verwendung dieser Erde ohne zusätzliche Nährstoffgabe und klassisch mineralischem Anbau beim Ertrag.
  • Gibt es qualitative Unterschiede des Endprodukts zwischen diesen zwei Methoden.

Topf mit Erde füllen – Wasser gießen – Ernten

Einer der großen Vorteile von Living Soil sehen wir in der Einfachheit der Kultivierung. Theoretisch und laut Aussagen diverser Hersteller ist es möglich Pflanzen in einem Topf gefüllt mit lebendiger Erde zu kultivieren, indem ausschließlich Wasser gegossen wird. Bei der verwendeten Bio Hanferde sind alle Nährstoffe sind bereits vorhanden und/oder werden mittelfristig von Microorganismen bereit gestellt. Dadurch entsteht der Vorteil der Einfachheit des Systems, da die Wasserzufuhr durch Verwendung geeigneter Gießsysteme recht einfach automatisiert werden kann. Zudem besteht keine Gefahr von falscher Düngerdosierung oder Ähnlichem. Die Verwendung von Beeten mit sehr großen Volumen wird in diesem Versuch nicht betrachtet, da wir dies für eine Vielzahl von potentiellen Anwendern als wenig praktikabel erachten.

Sofern es möglich wäre, einen Topf mit Erde zu füllen, Wasser zu gießen und am Ende einen ausreichenden Ertrag zu ernten wäre dies wahrscheinlich der einfachste Weg sich selbst mit Blüten zu versorgen.

Versuchsaufbau

Ziel des Versuchs ist es möglichst praxisnah den organischen Anbau bei dem ausschließlich Wasser gegossen wird mit dem herkömmlichen Anbau mit mineralischen Dünger zu vergleichen. Der Versuch wird in einem geschlossenem System (HOMEbox CLUB 18) durchgeführt in dem alle wachstumsrelevanten Parameter wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Licht etc. kontrolliert werden können. Der Raum mit einer Netto Anbaufläche von 14m² ist in zwei Seiten mit jeweils 7m² Tischfläche aufgeteilt.

  • Anbauraum:
    Homebox Club 18 (CEA System mit vollständiger Klimaführung)
    14m² gesamte Anbaufläche
    2 Tische mit jeweils 7m²
  • Bewässerung:
    Bewässerung über separiertes Tropfbewässerungssystem
    Netafim PC-CNL Tropfer 4l/h druckkompensiert
    Netafim Netbow Tropfbogen 12cm
  • Bepflanzung:
    feminisierte Samen Meatgrinder der Samenbank Grateful Seeds
    72 Samenpflanzen

Dünger mineralisch
Hydroponic Research VBX clean
Hydroponic Research Shine clean

Kultursubstrat und Töpfe organisch/Living Soil
32 Töpfe á 18l
Bio Hanferde von Sonnenerde
Bio Faser von Sonnenerde als Mulch

Kultursubstrat und Töpfe mineralisch
32 Töpfe á 11l
Canna Terra Professional Plus

Richtiges Gießen und Full Water Holding Capacity

Befüllen – Bepflanzung – Angießen

Unterschiedliche Substrate verlangen nach unterschiedlicher Vorbereitung.

Je nach Hersteller und Produkt nimmt jedes Substrat unterschiedliche Mengen an Wasser/Nährlösung auf uns hält diese unterschiedlich stark zurück. Für jeden Züchter ist es hilfreich zu wissen wie viel Wasser/Nährlösung das Substrat maximal aufnehmen kann. Daraus können ideale Gießmengen anhand des Topfgewichts abgeleitet werden. Somit kann die Bewässerung gut gesteuert werden und ein Über- oder Unter-wässern wird zuverlässig verhindert.

Für das Substrat CANNA Terra Professional Plus haben wir die Werte in einem 11l Topf ermittelt.

Richtiges Gießen mit CANNA Terra Professional Plus

Ein voll gefüllter 11l Topf welcher vollständig mit Wasser gesättigt ist wiegt 7,66kg. (inkl. 300g Gewicht des Topfs)

  • Für den Start von Jungpflanzen in diesem Substrat empfehlen wir eine Sättigung von 75%.
    – Während des Kulturzyklus sollte die Sättigung zwischen 50% und 75% schwingen.
    – Erst bei Erreichen der 50% Marke soll wieder auf 75% aufgegossen werden.
  • Experten können diese Werte unter/überschreiten um Ihre Pflanzen entsprechend zu steuern.
  • Der von uns ermittelte Welke-Punkt (abhängig vom VPD) liegt je nach Phase bei ca.
    – 39% in der vegetativen Phase
    – 45% in der generativen Phase

Richtiges Gießen bei Bio Hanferde von Sonnenerde

Durch die torffreie Beschaffenheit der Bio Hanferde ist diese Erde sehr schwer, und neigt zur Versumpfung. Darum ist besonders darauf zu achten das Substrat nicht zu überwässern. Wir empfehlen zum Start die Erde mit 15% des Topfvolumens zu bewässern. Dies entspricht bei einem 18l Topf 2,7l Wasser bzw. 2,7kg. Bisher konnten wir den Welkepunkt nicht konkret ermitteln. Wir empfehlen die Erde erneut zu bewässern sobald ca. 1l Wasser transpiriert sind. Unten das konkreten Beispiel.

  • Ein voll gefüllter 18l Topf mit Bio Hanferde wiegt 11kg, inkl. dem Topf (leerer Topf = 0,48kg).
  • Wird dieser mit 15%, also 2,7l Wasser bewässert steigt das Gewicht auf 13,7kg.
  • Erst nach dem erreichen von 12,7kg soll der Topf wieder auf 13,7kg aufgegossen werde

Mineralisch gedüngte Gruppe

Vorbehandlung des Substrats

Um potentiell vorhandene Sporen, Schädlinge oder Schädlingseier abzutöten wird das Substrat für ca. 45min bei 80°C gedämpft. Im nächsten Schritt wird die Erde aufgelockert.

Befüllen der Töpfe

Die Töpfe wurden mit 5l Substrat befüllt welches anschließend mit einem Stempel komprimiert wurde. Danach werden weitere 5l eingefüllt und verdichtet. Erst im letzten Schritt wird der Topf randvoll mit Erde befüllt. Nun wird die Erde bis zu einem Sättigungsgrad von 75% über mehrere Stunden in kleinen Dosen angegossen. Dabei wird PH angepasstes Wassre verwendet. Abschließen wird die jungen Pflanzen inkl. des Bewurzelung-Keil in die Erde getopft.

Organische/Living Soil Gruppe

Vorbehandlung des Substrats

Da es sich bei Bio Hanf Erde um eine lebendiges Substrat handelt wird auf die Erhitzung verzichtet um das Bodenleben nicht zu zerstören.

Befüllen der Töpfe

Die Töpfe werden bis ca. 2cm unter dem Topfrand mit Erde befüllt. Durch mehrmaliges „Klopfen des Topfs“ auf den Boden wird die Erde leicht verdichtet. Abschließend wird die Erde 2cm hoch mit Bio Faser bedeckt (gemulcht). Die oben liegende Bio Faser hilft das Gießwasser gleichmäßiger zu verteilen und schützt vor dem Austrocknen der obersten Erdschichten. Durch den biologischen Zerfall des Mulchs wird die Erde kontinuierlich mit weiteren Nährstoffen versorgt. Abschließen wird die jungen Pflanzen inkl. des Bewurzelung-Keil in die Erde getopft.

Growtagebuch

Im untenstehenden Dropdownmenü findet ihr eine detailierte Liste mit allen relevanten Informationen über den gesamten Grow. Alle angegebenen VPD-Werte beziehen sich auf ein Delta von -2°C Blatttemperatur.

Woche 1 – Keimung

Woche 1 – Keimung

In den ersten 7 Tagen nach der Bepflanzung, wurden folgende Zielwerte eingehalten. Da die Pflanzen extrem jung waren wurden verhältnismäßig niedrige VPD Werte (hohe relative Luftfeuchtigkeit) eingehalten. Bei beiden Versuchsgruppen war ein gießen in der ersten Woche nicht nötig.

Zielwerte:

Tag1234567
Belichtungsdauer [h]18181818181818
Temperatur Tag [°C]24242424242424
rH Tag [%]75757370707070
VPD Tag [kPa]0,410,410,470,560,560,560,56
Temperatur Nacht [°C]22222222222222
rH Nacht [%]70706865656565
Dimmung [%]30303030303030
PPFD an Pflanze [µmol/m2/s]250250250250250250250
Gießmenge Mineralisch [l]
Gießmenge organisch [l]
VBX [g/l]0
Shine [g/l]
EC/PH
BemerkungPflanzen wurden in der ersten Woche nicht gegossen.

Woche 2 – Topfen

Die Pflanzen wurden zu Testzwecken außergewöhnlich früh in die End-Töpfe getopft. Dadurch sollte ermittelt werden, ob Samen potentiell direkt in der Bio Hanferde gekeimt werden können.

  • 5 Pflanzen welche in ihren ersten Tagen in Bio Hanferde getopft wurden, sind während der ersten Woche ausgefallen.
  • 1 Pflanze auf CANNA Terra Professional Plus ist während der ersten Woche ausgefallen.

Die ausgefallenen Jungpflanzen wurden durch Reserve-Pflanzen welche separat vorgezogen wurden ersetzt.

Generell empfehlen wir das Keimen von Samen in Bewurzelung-Keilen oder Anzuchterde durchzuführen. Erst nach der Ausbildung der ersten echten (gezackten) Blätter sollen die Pflanzen in den finalen Topf gesetzt werden.

Wie auf dem Bild ersichtlich haben sich die Pflanzen in Sonnenerde deutlich langsamer entwickelt.

Tag891011121314
Belichtungsdauer [h]18181818181818
Temperatur Tag [°C]24242424242424
rH Tag [%]70707070707070
VPD Tag [kPa]0,560,560,560,560,560,560,56
Temperatur Nacht [°C]22222222222222
rH Nacht [%]65656565656565
Dimmung [%]35353535353535
PPFD an Pflanze [µmol/m2/s]280280280280280280280
Gießmenge Mineralisch [l]000,50000
Gießmenge Organisch [l]
VBX [g/l]0000,80000
Shine [g/l]
EC/PH
BemerkungPflanzen wurden nur auf der mineralischen Seite 1 mal von Hand gegossen.

Woche 3 – Giess-System installieren

In der dritten Woche wurde das Giesssystem installiert. Während in Woche 1-2 nur ein mal von Hand gegossen wurde, verlangten die Pflanzen ab der dritten Woche mehr Wasser bzw. Nährlösung und konnten erstmals über die Gießanlage versorgt werden. Nach wie vor hatten die Pflanzen in der Bio Hanferde einen Entwicklungsrückstand. Jedoch waren nun auch dort genügend Wurzeln vorhanden um die Temperatur leicht zu erhöhen und die Luftfeuchtigkeit zu senken um die Transpiration anzuregen. Auch die Lichtintensität wurde in dieser Woche auf 360µmol/m2/s erhöht.

Zielwerte:

Tag15161718192021
Belichtungsdauer [h]18181818181818
Temperatur Tag [°C]24242424242525
rH Tag [%]70707070706565
VPD Tag [kPa]0,560,560,560,560,560,750,75
Temperatur Nacht [°C]22222222222222
rH Nacht [%]65656565656060
Dimmung [%]40404040405050
PPFD an Pflanze [µmol/m2/s]315315315315315360360
Gießmenge mineralisch [l]0,51
Gießmenge organisch [l]1
VBX [g/l]0,80,8
Shine [g/l]
EC/PH0,8/6,20,8/6,2
Bemerkungmanuell gesteuertes Gießen über die Giessanlage

Woche 4 – vegetative Phase

Die Pflanzen entwickelten sich problemlos auf beiden Seiten. Die Pflanzen welche mit Hydroponic Research Dünger versorgt wurden, waren in dieser Woche bereit für die Blüte. Jedoch waren die Pflanzen auf Sonnenerde noch nicht soweit. Darum wurde entschieden die vegetative Phase zu verlängern. Die langsamere Entwicklung der Pflanzen in der Bio Hanferde konnte auch am Transpirationsverhalten beobachtet werden. Während die mineralisch gedüngten Pflanzen in dieser Woche 3,74l Nährlösung konsumierten, transpirierten die Pflanzen in Living Soil nur 0,53l während der selben Zeit. Jedoch waren beide Versuchsgruppen gut genug entwickelt um den VPD Wert deutlich zu erhöhen. Die Belichtung wurde in dieser Woche auf die maximale Belichtungsintensität (66%) für die vegetative Phase gestellt. Wir empfehlen die Belichtung in der vegetativen Phase nie höher als 66% der maximalen Intensität zu stellen. Damit bei der Blüteinduktion und die damit einhergehende Reduktion der Tageslänge keinen verkleinernden Effekt auf den DLI hat.

Zielwerte:

Tag22232425262728
Belichtungsdauer [h]18181818181818
Temperatur Tag [°C]26262626262626
rH Tag [%]60606060555555
VPD Tag [kPa]0,970,970,970,971,141,141,14
Temperatur Nacht [°C]22222222222222
rH Nacht [%]55555555505050
Dimmung [%]50505050666666
PPFD an Pflanze [µmol/m2/s]360360360360500500500
Gießmenge mineralisch [l]1,071,071,070,53
Gießmenge organisch[l]0,53
VBX [g/l]1,251,251,251,25
Shine [g/l]
EC/PH 1/6,1 1/6,11/6,11/6,1
BemerkungManuel gesteuertes Gießen über die Giessanlage

Woche 5 – Einleitung der Blütephase

Nach 30 Tagen in der vegetativen Phase wurde die Blüte eingeleitet. Mit der Umstellung auf 12h Belichtungszeit wurde zeitgleich die Belichtungsintensität auf 100% erhöht. Da der Abstand von Leuchte zu Pflanze noch recht groß war entspricht dies nicht dem maximal erreichbaren PPFD in diesem Set Up. Durch das Höhenwachstum der Pflanzen verringert sich in den kommenden Tagen der Abstand zur SANlight EVO 5-150 womit der PPFD kontinuierlich steigt. Ebenfalls wurde am Tag der Zeit-Umstellung die Temperatur angehoben und die relative Luftfeuchtigkeit auf 50% verringert.

Die Gruppe der mineralisch gedüngten Pflanzen wurde an Tag 30 und 32 großzügig gegossen um unterschiedliche Transpirationsleistungen der Einzelpflanzen auszugleichen.

Zielwerte:

Tag29303132333435
Belichtungsdauer [h]18181212121212
Temperatur Tag [°C]26262828282828
rH Tag [%]50505050505050
VPD Tag [kPa]1,31,31,471,471,471,471,47
Temperatur Nacht [°C]22222222222222
rH Nacht [%]45454545454545
Dimmung [%]6666100100100100100
PPFD an Pflanze [µmol/m2/s]510520520710720720720
Gießmenge mineralisch [l]2,672,670,531,61,4
Gießmenge organisch [l]0,21,330,670,53
VBX [g/l]1,251,251,61,61,6
Shine [g/l]
EC/PH1,1/6,11,1/6,11,6/6,11,4/6,11,4/6,1
Bemerkungmanuell gesteuertes Giessen über die Giessanlage

Woche 6 – Beginn der Stretch Phase

Wie auf unten stehenden Bildern ersichtlich haben die Pflanzen in der Bio Hanferde deutlich aufgeholt. Schnelles Höhenwachstum (Stretch) hat eingesetzt. Im Durchschnitt sind beide Versuchsgruppen gleich hoch.

Zielwerte:

Tag36373839404142
Belichtungsdauer [h]12121212121212
Temperatur Tag [°C]28282828282828
rH Tag [%]50505050505050
VPD Tag [kPa]1,471,471,471,471,471,471,47
Temperatur Nacht [°C]22222222222222
rH Nacht [%]45454545454545
Dimmung [%]100100100100100100100
PPFD an Pflanze [µmol/m2/s]720720740740760760770
Gießmenge mineralisch [l]1,6 1,6 4 1,67 1,67 1,67 2,13
Gießmenge organisch [l]0,531,071,071,071,071,201,40
VBX [g/l]1,61,61,71,71,71,81,8
Shine [g/l]0,350,350,350,350,350,350,35
EC/PH1,6/61,6/61,7/5,81,7/5,91,7/5,91,8/5,61,8/5,6
Bemerkung

Woche 7 – Stretch Phase

In dieser Woche wurden die ersten Blütenansätze bei beiden Versuchsgruppen zeitgleich sichtbar. Am Tag 49 (Blütetag 19) wurden darum einige der unteren Triebe, sowie unten liegende Blätter bei beiden Gruppen entfernt. Das Höhenwachstum hatte sich in den letzten Wochentagen stark verlangsamt.

Zielwerte:

Tag43444546474849
Belichtungsdauer [h]12121212121212
Temperatur Tag [°C]28282828282828
rH Tag [%]50505050505050
VPD Tag [kPa]1,471,471,471,471,471,471,47
Temperatur Nacht [°C]22222222222222
rH Nacht [%]45454545454545
Dimmung [%]100100100100100100100
PPFD an Pflanze [µmol/m2/s]820820840840840880880
Gießmenge mineralisch [l]2 2,2 2,27 2,27 2,27 2,27 2,27
Gießmenge organisch [l]1,601,671,671,671,671,67
VBX [g/l]1,81,81,81,81,81,81,8
Shine [g/l]0,350,350,350,350,350,350,35
EC/PH1,8/5,81,8/5,81,8/5,81,8/5,81,8/5,81,8/5,81,8/5,8
Bemerkung

Das Transpirationsverhalten war immer noch unterschiedlich, was sich durch die sichtbar geringere Biomasse der Gruppe Bio Hanferde zurückführen lässt. Die nachfolgende Abbildung zeigt das Transpirationsverhalten, sowie die Bewässerungsintervalle über 24h.

Woche 8 – Beginn des Blütenaufbaus

Das Höhenwachstum hatte sich stark verlangsamt und tendierte gegen Null. Die Pflanzen begannen nun mit dem Aufbau von Blüte-Volumen. Sowohl die VBX als auch die Shine Komponente des Düngers von Hydroponic Research wurde mit der maximalen Dosierempfehlung verwendet. Bei unserem Ausgangswasser mit einem ØEC wert von 0,35 ergibt dies einen Gesamtleitfähigkeit (EC) von 1,8. Durch den hohen Düngeranteil musste der PH Wert nach dem Anmischen nur minimal nach unten korrigiert werden. Die Pflanzen in der Bio Hanferde entwickeln sich aktuell in der selben Geschwindigkeit, und wiesen keinerlei Mängel auf.

Zielwerte:

Tag50515253545556
Belichtungsdauer [h]12121212121212
Temperatur Tag [°C]28282828282828
rH Tag [%]50505050505050
VPD Tag [kPa]1,471,471,471,471,471,471,47
Temperatur Nacht [°C]22222222222222
rH Nacht [%]45454545454545
Dimmung [%]100100100100100100100
PPFD an Pflanze [µmol/m2/s]880880880880880880880
Gießmenge mineralisch [l]2,272,332,332,332,332,332,33
Gießmenge organisch [l]1,671,731,731,731,731,731,73
VBX [g/l]1,81,81,81,81,81,81,8
Shine [g/l]0,350,350,350,350,350,350,35
EC/PH1,6/5,81,8/5,81,8/5,81,8/5,81,8/5,81,8/5,81,8/5,8
Bemerkung

Woche 9 – Blütenvolumen wird gebildet

Das Höhenwachstum war komplett abgeschlossen. Die Blüten produzierten täglich zusätzliches Volumen bei beiden Versuchsgruppen. Bei der mineralisch gedüngten Versuchsgruppe wurde VBX Komponente am letzten Tag von 1,8g/l auf 1,6g/l reduziert. Da die Pflanzen nun weniger Stickstoff benötigten reichte nun eine kleinere Dosierung von VBX aus.

Zielwerte:

Tag57585960616263
Belichtungsdauer [h]12121212121212
Temperatur Tag [°C]28282828282828
rH Tag [%]50505050505050
VPD Tag [kPa]1,471,471,471,471,471,471,47
Temperatur Nacht [°C]22222222222222
rH Nacht [%]45454545454545
Dimmung [%]100100100100100100100
PPFD an Pflanze [µmol/m2/s]880880880880880880880
Gießmenge mineralisch [l]2,33 2,33 2,33 2,33 2,33 2,33 2,33
Gießmenge organisch [l]1,731,731,731,731,731,731,73
VBX [g/l]1,81,81,81,81,81,81,6
Shine [g/l]0,350,350,350,350,350,350,35
EC/PH1,8/5,81,8/5,81,8/5,81,8/5,81,8/5,81,8/5,81,6/5,9
Bemerkung

Woche 10 – generative Phase

Die Blüten produzierten weiterhin Volumen. Damit die Pflanzen nicht zu nass standen wurde bei beiden Gruppen die Gießmenge reduziert.

Zielwerte:

Tag64656667686970
Belichtungsdauer [h]12121212121212
Temperatur Tag [°C]28282828282828
rH Tag [%]50505050505050
VPD Tag [kPa]1,471,471,471,471,471,471,47
Temperatur Nacht [°C]22222222222222
rH Nacht [%]45454545454545
Dimmung [%]100100100100100100100
PPFD an Pflanze [µmol/m2/s]880880880880880880880
Gießmenge mineralisch [l]2,33 2,33 2,33 2,27 2,27 2,2 2,2
Gießmenge organisch [l]1,731,731,731,671,671,61,6
VBX [g/l]1,61,61,61,61,61,61,6
Shine [g/l]0,350,350,350,350,350,350,35
EC/PH1,6/5,81,6/5,81,6/5,81,6/5,81,6/5,81,6/5,81,6/5,8
Bemerkung

Woche 11 – erste Verfärbungen

Die Pflanzen transpirierten nun immer weniger bei beiden Gruppen. Ein Anzeichen dafür, dass sich die Volumenproduktion einstellt. Darum versuchten wir in dieser Woche die Gießmenge in der richtigen Dosis zu reduzieren. Ebenfalls reduzieren wir den EC Wert durch die Verwendung von weniger VBX. Somit wurde vor allem weniger Stickstoff zugeführt.

Während bei der mineralischen Gruppe alle Pflanzen satt grün waren, traten auf der organischen Seite die ersten Verfärbungen auf, welche Nährstoffmängel vermuten ließen. Die Symptome traten genau bei jenen Pflanzen auf, welche am wenigsten Wasser konsumierten und dadurch feuchter standen.

Zielwerte:

Tag71727374757677
Belichtungsdauer [h]12121212121212
Temperatur Tag [°C]28282828282828
rH Tag [%]50505050505050
VPD Tag [kPa]1,471,471,471,471,471,471,47
Temperatur Nacht [°C]22222222222222
rH Nacht [%]45454545454545
Dimmung [%]100100100100100100100
PPFD an Pflanze [µmol/m2/s]880880880880880880880
Gießmenge mineralisch [l]1,6 1,6 1,6 1,73 1,8 1,8 1,8
Gießmenge organisch [l]1,131,131,131,271,331,331,33
VBX [g/l]1,61,61,61,61,61,41,4
Shine [g/l]0,350,350,350,350,350,350,35
EC/PH1,6/5,81,6/5,81,6/5,81,6/5,81,6/5,81,4/5,81,4/5,8
Bemerkung

Woche 12 – Herbst in der Zuchtkammer

Der Herbst hielt Einzug. Vor allem die Pflanzen in der Bio Hanferde zeigten starke Verfärbungen, und die Blüten bildeten kein neues Volumen mehr. Um die Chlorophyll Reduktion bei der mineralisch gedüngten Gruppe anzuregen, wurde VBX weiter reduziert. 12 Tage vor der geplanten Ernte erhielten die Pflanzen kein VBX mehr. Noch immer wurden die Blüten, der mit Hydroponic Research gedüngten Pflanzen, größer und schwerer. Aber auch hier traten nun erste Mangelerscheinungen auf.

Bei der hier angebauten Sorte „Meat Grinder“ von „the gratefull Seeds“ wird mit einer Blütezeit von 63 Tagen angegeben. Alle Zeichen sprachen dafür, dass dieser Zeitplan eingehalten wird.

Zielwerte:

Tag78798081828384
Belichtungsdauer [h]12121212121212
Temperatur Tag [°C]28282828282828
rH Tag [%]50505050505050
VPD Tag [kPa]1,471,471,471,471,471,471,47
Temperatur Nacht [°C]22222222222222
rH Nacht [%]45454545454545
Dimmung [%]100100100100100100100
PPFD an Pflanze [µmol/m2/s]880880880880880880880
Gießmenge mineralisch [l]1,8 1,8 1,8 1,8 1,8 1,8 1,8
Gießmenge organisch [l]1,331,331,331,331,331,331,33
VBX [g/l]1,4111000
Shine [g/l]0,350,350,350,350,350,350,35
EC/PH1,4/5,81,1/5,81,1/5,81,1/5,80,6/5,80,6/5,80,6/5,8
Bemerkung

Woche 13 – Das Ende in Sicht

In dieser Woche wurde nun auch die Shine Komponente des Hydroponic Research Dünger Linie auf 0 reduziert. Die Pflanzen wurden auf Ihre bevorstehende Ernte vorbereitet. Es wurde bei beiden Versuchsgruppen nur noch Wasser, ohne PH Anpassung gegossen. Weiters wurde die Temperatur kontinuierliche reduziert um so viel wie möglich Geruchsstoffe zu erhalten. Gegen Ende der Woche wurde komplett auf das Bewässern verzichtet. Nur noch wenige Tage bis zur Ernte.

Die Herbstlichen Farben der organisch versorgten Pflanzen ist eine Augenweide für Liebhaber. Auch die mineralisch gedüngten Pflanzen entwickeln starke und prächtige Herbstfarben.

Die Harzüberzogenen Blüten waren schwer, und Äste knickten, trotz mehrfacher Abstützung.

Zielwerte: 

Tag85868788899091
Belichtungsdauer [h]12121212121212
Temperatur Tag [°C]28282826242424
rH Tag [%]50505050505050
VPD Tag [kPa]1,471,471,471,471,471,471,47
Temperatur Nacht [°C]22222222222222
rH Nacht [%]45454545454545
Dimmung [%]100100100100100100100
PPFD an Pflanze [µmol/m2/s]880880880880880880880
Gießmenge mineralisch [l]1,6 1,47 1,33 1,2 0,93 0,93 0
Gießmenge organisch [l]1,21,070,930,930,670,670
VBX [g/l]0000000
Shine [g/l]0,35000000
EC/PH0,6/5,80,4/6,30,4/6,30,4/6,30,4/6,30,4/6,30,4/6,3
Bemerkung

Woche 14 – Die Ernte

Nach 63 Blütetagen wurden die Pflanzen welche durch Temperaturreduktion und Wassermangel vorbereitet wurden geerntet. Die Ernte gestaltet sich durch den dichten Bestand in Kombination mit den schweren Blüten aufwendig. Um die Ergebnisse zu mit Fotos zu dokumentieren musste jede Pflanze einzeln entfernt und durch eine Vielzahl von Pflanzstäben gestützt werden. Nachdem die Pflanzen aus der Box entfernt waren, wurden Sie in Gruppen fotografisch dokumentiert. Danach wurden Sie abgeschnitten und auf die Trocknungswägen gehängt. Die kommenden Bilder zeigen einige Pflanzen, welche direkt aus der Box entnommen wurden. Bei den 3 Pflanze auf der linken Seite handelt es sich um die Pflanzen welche nur mit Wasser gegossen wurden.

Zielwerte: 

Tag9293
Belichtungsdauer [h]1212
Temperatur Tag [°C]2424
rH Tag [%]5050
VPD Tag [kPa]1,471,47
Temperatur Nacht [°C]2222
rH Nacht [%]4545
Dimmung [%]100100
PPFD an Pflanze [µmol/m2/s]880880
Gießmenge mineralisch [l]0 0
Gießmenge organisch [l]00
VBX [g/l]00
Shine [g/l]000
EC/PH
Bemerkung

Die Ergebnisse

Ertrag, Cannabinoide und Terpene

Nach dem Trocknen bei 18°C und 50% Luftfeuchtigkeit wurden die Blüten von den Pflanzen getrennt und maschinell getrimmt. Jeweils 3 Mischproben pro Versuchsgruppe wurden im Labor analysiert. Alle Ergebnisse beziehen sich auf eine Restfeuchtigkeit von 12% der getrockneten Blüten. Die Diagramme rechts zeigen den Gesamtertrag, den Ø Ertrag pro Quadratmeter sowie den Ø Ertrag pro Pflanze.

Terpene im Detail

Nebenstehend die detaillierte Terpenanalyse der beiden Versuchsgruppen.

Kostenvergleich

Wir haben die Kosten aller relevanten Verbrauchsmaterialien, wie Erde, Dünger, etc. gegenübergestellt. Die, in der rechten Abbildung dargestellten Preise, sind Endkonsumentenpreise welche durchschnittlich im Einzelhandel zu bezahlen wären. Wir möchten hinzufügen, dass die Sonnenerde lt. Hersteller mit deren Bodenaktivator für wenig Budget wieder aufgefrischt werden könnte. Damit wäre die Bio Hanferde für weitere Grows verwendbar. Natürlich hätte dies einen große Einfluss auf die Kostenstruktur über längere Zeit. Dies ist jedoch nicht Teil des Versuchs.

Kostenaufschlüsselung Hydroponic Research

MaterialProduktVerbrauchKosten pro EinheitKosten gesamt
ErdeCanna Terra Professional Plus500 l0,32 €/l160 €
Dünger Komponente 1HydroponicResearch VBX clean4614 g0,07 €/g319,75 €
Dünger Komponente 2HydroponicResearch Shine clean872 g0,12 €/g102,46 €
Kosten gesamt582,21 €

Kostenaufschlüsselung Sonnenerde

MaterialProduktVerbrauchKosten pro EinheitKosten gesamt
ErdeSonnenerde Bio Hanferde720 l1,21 €/l869,40 €
MulchSonnenerde Bio Faser36 l0,6 €/l21,42 €
Kosten gesamt890,82 €

Quelle: Sanlight Blog