| Liebe Freunde des Bodenlebens Ganz nach unserem Leitspruch: „Pflanzen stärken – Boden beleben“ richten wir unser gesamtes Konzept aus. Unser Ziel ist es, Lösungen anzubieten, die das Pflanzenwachstum fördern und gleichzeitig die Bodengesundheit nachhaltig unterstützen. Magnesium Versorgung im Frühling Magnesium im Frühjahr: Warum der „Motor“ oft stottert Seit fünf Jahren landen Blattsaftanalysen aus der ganzen Schweiz auf meinem Schreibtisch. Mittlerweile sind es mehrere tausend – und ich habe jede einzelne davon persönlich bewertet. Langweilig? Ganz im Gegenteil. Hinter jedem Ergebnis steckt eine eigene Geschichte vom Feld, und es ist faszinierend zu sehen, was uns die Pflanzen schwarz auf weiss verraten. Ein Bild wiederholt sich im Frühjahr jedoch fast mit Sicherheit: Massiver Magnesiummangel. Es gibt drei Hauptgründe, warum eure Kulturen bald einen Magenisum Mangel haben: Blockade durch Kälte: Magnesium ist im Boden stark gebunden. Solange die Böden kühl sind und das Bodenleben (die mikrobielle Aktivität) noch im Winterschlaf steckt, wird wenig Magnesium nachgeliefert. Der Stickstoff-Gegenspieler: Wintergetreide und Raps brauchen früh Stickstoff. Das Problem: Die Stickstoffdüngung verdrängt die Magnesium Aufnahme. Nitrat schiesst förmlich in die Pflanze und lässt das Magnesium links liegen, während Ammonium die Aufnahme direkt blockiert (Antagonismus). Wachstumsschub: Im vegetativen Stadium wird in Rekordzeit Blattmasse aufgebaut. Magnesium ist das Herzstück des Chlorophylls. Ohne Magnesium kein Blattgrün, ohne Blattgrün keine Photosynthese. Diese Faktoren führen fast zwangsläufig zum Mangel. Meine Empfehlung aus der Praxis: Nach jeder Stickstoffgabe gehört eine Magnesium-Blattdüngung dazu. Die Lösung: Effizienz statt purer Menge Wir setzen auf CarboEco Mg (bis zu 5 l/ha). Warum? Weil dieser Flüssigdünger speziell formuliert wurde, um direkt in die Pflanze zu gelangen, statt nur auf dem Blatt zu kleben. Wer lieber mit klassischem Bittersalz (Magnesiumsulfat) arbeitet, muss wissen: Die Aufnahme ist pur oft bescheiden. Damit das Magnesium wirklich ankommt, braucht es einen „Türöffner“ aus Kohlenstoff. Mischt auf 10 kg Bittersalz 3–5 l Melasse und 2 l Algensaft oder Fulvinsäure als Chelator bei. Der Kohlenstoff sorgt dafür, dass die Pflanze den Nährstoff viel besser akzeptiert. Dasselbe gilt für Nährstoffe, die zusammen mit Mikroorganismen z.B. Komposttee appliziert werden. Wichtige Praxistipps für Bittersalz: Menge: Bis zu 10 kg/ha sind möglich, aber Vorsicht mit dem EC-Wert der Spritzbrühe! Wasser: Fahrt bei dieser Menge mit mindestens 400 l Wasser/ha. Timing: Abends spritzen, wenn die Luftfeuchtigkeit steigt. Das verhindert Blattverbrennungen und hält das Blatt länger feucht, was die Aufnahmezeit verlängert. Praxis-Tipp: Die perfekte Mischung im Brausystem Unsere EDAPRO Brausysteme sind die ideale „Küche“ für eure Blattdünger. Damit lassen sich auch schwerer lösliche Komponenten wie Bittersalz oder Bor vollständig auflösen und direkt im Tank mit Chelatoren verbinden. Das Ergebnis: Keine aggressiven Salze, sondern eine hochverfügbare Nährstofflösung, die von der Pflanze sofort und ohne Stress aufgenommen wird. „Wenn die Spritze für das Magnesium sowieso schon bereitsteht, sollten wir zwei weitere kritische Nährstoffe nicht vergessen, die im Frühjahr oft zur Mangelware werden“: Bor: Da Bor im Boden extrem beweglich ist, wird es über die nassen Wintermonate ausgewaschen. Für den Zellaufbau, die Kalzium Aufnahme und die Vitalität ist es aber unverzichtbar. Getreide: 1 – 2 l/ha einplanen. Raps: Hier ist der Bedarf deutlich höher, plant 2 – 3 l/ha ein. Profi-Tipp: Teilt die Gabe am besten auf zwei Termine auf. Da Bor in der Pflanze kaum umverteilt wird, füttern wir so das neue Wachstum kontinuierlich nach. Molybdän: Besonders auf Standorten mit tiefem pH-Wert sehe ich in den Analysen oft einen Mangel. Hier reichen schon 0,25 l/ha in der Mischung aus, um den Stickstoffstoffwechsel der Pflanze am Laufen zu halten. Der Einsatz von Spurenelementdüngern (Bor, Eisen, Mangan, Molybdän, Zink) sowie von rasch wirksamen Calcium- und Magnesium-Blattdüngern ist gemäss Bio Suisse Richtlinien, Teil II, Art. 2.4.4.2 a) an folgende Bedingungen geknüpft: Der Bedarf muss nachgewiesen werden (je Element). Als Bedarfsnachweis gelten: – sichtbare Mangelerscheinungen an den Kulturpflanzen – Bodenanalysen der Parzelle (maximal 4 Jahre alt) oder Pflanzenanalyse – Pflanzensaftanalysen. Wenn sichtbare Mangelsymptome auftreten oder im Pflanzensaft einer Pflanzenfamilie deutlich wird, dass ein Spurenelement fehlt, dürfen auch andere Arten derselben Familie, die auf derselben Fläche stehen, behandelt werden. Der Einsatz muss im Parzellenplan/Feldkalender dokumentiert werden (aufzeichnungspflichtig). Ein Kontrollfenster ohne Behandlung wird empfohlen. Entsprechende Produkte sind in der Betriebsmittelliste mit «aufzeichnungspflichtig» markiert. Kupfer darf nicht zur Düngung oder zur Pflanzenstärkung eingesetzt werden. Für die Bordüngung von Sellerie, Blumenkohl, Broccoli, Spinat, Randen und Zuckerrüben, für die Calciumdüngung von Apfelbäumen und die Magnesiumdüngung mit Bittersalz oder Kieserit müssen weder Mangelerscheinungen sichtbar sein, noch muss ein Bedarfsnachweis erbracht werden (siehe Bio Suisse Richtlinien, Teil II, Art. 2.4.4.2 b). Unser neuestes Brausystem EdaLife Chrome ist nicht nur für die Herstellung von Komposttee hervorragend geeignet, sondern auch für die Herstellung von Kompostextrakt und Fermenten (EM). Quelle: Edapro.ch |
Pestizide in grünen Smoothies
Nach den zahlreichen Rezepten für Weihnachtsplätzchen, Festtagsbraten und Cocktails sind jetzt die Tipps fürs Abnehmen, Entschlacken und Verschönern gesetzt. Das meiste ist blanker Unsinn.
Eine Freundin, die sich gern gesund ernähren möchte, will im neuen Jahr den Morgen mit einem grünen Powerdrink, Smoothie genannt, beginnen. Sie hat sich dafür einen Hochleistungsmixer schenken lassen, der binnen einer Minute Kräuter, Gemüse, ganze Salatköpfe und vermutlich auch Äste in sämigen Brei verwandeln kann. Die Vorstellung liess ungute Assoziationen bei mir aufkommen: meine Kiefer-Operation (drei Tage Brei aus der Schnabeltasse) und die neuartige Vollwert-Tubennahrung für gesundheitsbewusste, aber eilige Menschen, die in den USA jemand sinnigerweise unter dem Markennamen «Soylent Green» auf den Markt gebracht hat (für Nicht-Cineasten: Der gleichnamige Öko-Thriller handelt von synthetischer Nahrung, die aus menschlichen Leichen hergestellt wird).
Aber was mich wirklich aufschreckte, war das mitgeschenkte Rezeptbuch: Es empfiehlt neben Spinatblättern, Karottengrün, Kohl und Löwenzahn jede Menge Kräuter, Laub vom Apfelbaum, Tannennadeln und Obstkerne. All das verheisst wertvolle Spurenelemente und Mineralstoffe, Vitamine und Antioxidantien mit Wunderwirkung, so dass grüne Smoothies vor Zellalterung und Krebs schützen, die Haut straffen und den Körper reinigen.
Die Schimpansendiät
Grüne Smoothies wurden 2004 von der selbsternannten Ernährungsexpertin Victoria Boutenko erfunden, die sich an der Diät der Schimpansen orientierte. Aufgerüttelt durch Meldungen, dass das Genom der Schimpansen zu 99,4% mit unserem übereinstimmt, postulierte sie, dass dann auch die Ernährung zu 99,4% übereinstimmen müsste. Das tut sie aber nicht: Schimpansen kochen nicht, sie essen jede Menge rohes Grünzeug, der Mensch hingegen ernährt sich von Gekochtem, Fertignahrung und nur wenig Rohkost. Boutenkos Selbstversuch mit der faserigen und blätterreichen Schimpansendiät ergab jedoch, dass die wenig bekömmlich war. Daher kam sie auf die Idee, das Grünzeug zu verflüssigen (dass Schimpansen nicht nur keine Kochtöpfe, sondern auch keine Mixer benutzen und sehr gerne ungekochte Insekten, noch zappelnde Säugetiere und ihren eigenen Kot fressen, hat sie dabei geflissentlich ausgeblendet).
Jedenfalls soll die Schimpansendiät jede Menge Vitamine, Mineralstoffe, Aminosäuren, Enzyme und supergesunde sekundäre Pflanzenstoffe enthalten – und natürlich jede Menge Chlorophyll: flüssiges Sonnenlicht!
Aber stimmt die Sache auch? Erstens: Es gibt Studien, die Chlorophyll eine Schutzwirkung gegen Krebs bescheinigen, aber wie immer ist es eine Frage der Dosis. Allzuviel Chlorophyll und die antioxidierende Schutzwirkung verkehrt sich ins genaue Gegenteil. Zweitens: Vitamine und Mineralstoffe. Die sind drin, kein Zweifel, aber bei abwechslungsreicher Ernährung droht uns ohnehin kein Mangel. Und auch hier gilt: Zu viele Vitamine schützen nicht vor Krebs, sondern sie befördern ihn. Die grössten Bedenken aber sind drittens wegen der Pestizide im Grünzeug anzumelden. Die verleibt man sich mit grünen Smoothies gleich grammweise ein.
«Pestizide? Du spinnst!», sagte meine Freundin. «Ich verwende nur Bio und Blätter aus dem eigenen Garten, garantiert ungespritzt, also komplett pestizidfrei.» Das sagt auch Greenpeace in seiner Hochglanzbroschüre «Pestizidfrei essen ist möglich», es stimmt aber trotzdem ganz und gar nicht. Ungespritzt aus dem Biogarten heisst nämlich nicht «frei von Gift und Pestiziden», und diese Giftstoffe kommen nicht da rein, weil irgendwo ein paar Strassen weiter jemand Pflanzenschutzmittel versprüht. Die Pflanzen bilden die Pestizide selbst. Wir nehmen bei normaler, abwechslungsreicher Ernährung mit viel Obst und Gemüse – egal ob Bio oder konventionell – täglich etwa 1,5 g Pestizide zu uns. 1,5 g entspricht dem Gewicht von 50-60 Reiskörnern.
Pflanzen, die Pestizide bilden? Ganz genau. Die «sekundären Pflanzenstoffe», von denen man angeblich nicht genug haben kann, sind Pestizide. Bäume, Sträucher und Kräuter haben nämlich in ihrem anscheinend so stillen, friedvollen Leben einen ganzen Haufen Probleme. Zum Beispiel können sie nicht weglaufen. Sie können sich nicht einmal kratzen. Dabei konkurrieren sie aber heftig mit ihren Nachbarn um Licht, Wasser und Nahrung und sind ständig Fressattacken von Bakterien, Pilzen und Insekten, aber auch wesentlich grösseren Tieren ausgesetzt.
Pflanzen haben sich deswegen komplett auf chemische Kriegsführung verlegt. Während wir auf der Bank sitzen, betörenden Blumen- und würzigen Kräuterduft einatmen und uns an dem beruhigenden Grün erfreuen, sind wir in Wirklichkeit Zeugen eines stummen Gemetzels. Die Blumen, Kräuter, Sträucher und Bäume in unserem Garten sind beständig dabei, Giftstoffe herzustellen. Sie bilden Substanzen, die ihren Nachbarn das Leben vergällen und deren Wurzeln abtöten, sie produzieren Antibiotika gegen Pilze und Bakterien, Botenstoffe, um ihresgleichen zu warnen und jede Menge weiterer Chemikalien: Bitterstoffe, um Fressfeinde abzuschrecken, hormonähnliche Substanzen, die die Fortpflanzung ihrer Feinde durcheinander bringen, scharfkantige Kristalle, die Raupen verletzen und Giftstoffe, die Weidevieh töten.
Diese Chemikalien nennt man landläufig Pestizide, das bedeutet: Gifte gegen «pests», d.h. Schädlinge. Aus der Sicht der Pflanzen gehören wir Menschen dazu. So ist es denn auch kein Wunder, dass zahlreiche Inhaltsstoffe von Kräutern, Obst und Gemüse auch für uns Menschen schädlich sind: zu viel Tofu, und die hormonell wirksamen Bestandteile der Sojabohne bringen unsere Fortpflanzung durcheinander; ihr hoher Calciumgehalt führt zu Nierensteinen. Das Grün der Kartoffel oder der Tomate kann uns umbringen, rohe grüne Bohnen ebenfalls. Vor einem Jahr starb in Süddeutschland ein Mann qualvoll an den Bitterstoffen von selbstgezogenen Zucchinis. Die «reinigten» seinen Körper so gründlich wie «Abflussfrei» die Toilette – am Ende war keine Schleimhaut mehr übrig. Hineingeraten waren sie auf ganz natürliche Weise: Zucchinis, die man aus Samen vom Samenhändler zieht, sind garantiert frei von Bitterstoffen, aber wenn man sie selbst vermehrt, werden diese Pestizide rasch eingekreuzt und die Zucchini werden wieder, was sie von Natur aus sind: Giftpflanzen, die mit Bitterstoffen dafür sorgen, dass sie nicht gefressen werden.
Und was ist mit Smoothies?
Populäre Inhaltsstoffe sind Spinat, Grünkohl, Mangold und Rucola. Manche Rezepte empfehlen auch Aloe vera, Lindenblätter und alle möglichen Wildkräuter, von Sauerampfer, Vogelmiere und Löwenzahn bis Sushni, Gotu Kola oder Mukunu-Wenna. Auch Avocado-, Apfel- und Aprikosenkerne werden empfohlen, desgleichen Tannennadeln (Achtung, Weihnachtsbäume nicht entsorgen, sondern verzehren!).
Die ersten drei sind für ihren hohen Gehalt an Oxalsäure bekannt, das sich aber auch in Petersilie, Roter Beete, Sauerampfer und Rhabarber befindet. Beim Spinat enthalten die ganz jungen und die sehr alten Blätter die meiste Oxalsäure. Pflanzen bilden sie, um überschüssiges Calcium loszuwerden. Das tut Oxalsäure auch im Körper. Als Calciumräuber entzieht sie dem Stoffwechsel das für den Knochen- und Zahnaufbau wichtige Calcium und bildet unlösliches Calciumoxalat. Wird Oxalsäure täglich in grösseren Mengen genossen, lagert sich das Oxalat in Form von Gries oder Steinen in den Nieren ab.
Nicht umsonst werden Kohl, Spinat und Mangold in Omas Kochbuch immer nur gekocht – Erhitzen reduziert den Oxalsäuregehalt deutlich. Oxalsäure ist aber noch nicht alles. Apfelblätter enthalten Alkaloide mit den exotischen Namen Phloridzin, Sieboldin and Trilobatin, die als potente Antibiotika wirken. Es stimmt, dass Antibiotika die Gesundheit erhalten (bei Infektionen z. B.), aber niemand sollte Arzneimittel einfach mal so zum Frühstück essen und schon gar keine niedrig dosierten Antibiotika. Erster Leidtragender wäre die Darmflora, erster Gewinner die Krankheitserreger, die jede Chance nutzen, neue Antibiotikaresistenzen zu erwerben. Dass die grünen Blätter von Möhren ebenfalls Alkaloide enthalten, ist unumstritten – widersprüchliche Angaben gibt es hingegen zu deren Wirkung. Während zahlreiche Rezepte Pesto aus Möhrengrün empfehlen, warnen andere davor und empfehlen, zumindest dann auf Möhrenkraut zu verzichten, wenn es bitter schmeckt. Löwenzahn ist schwach giftig, die Milch etwas stärker. Sie kann überdies allergische Reaktionen hervorrufen. Obstkerne enthalten Blausäure und Tannennadeln die Terpene Limonen und Pinen sowie deren Zerfallsprodukte Isopren und Formaldehyd, vor denen Greenpeace warnt, wenn sie aus neuen Möbeln ausgasen.
Als Faustregel gilt: Bitterstoffe sind pflanzliche Pestizide und weisen immer darauf hin, dass ein Nahrungsmittel potenziell schädlich ist. Wie immer ist alles eine Frage der Dosis.
Nahrungsmittel, die den Körper reinigen oder entschlacken, sind übrigens barer Unsinn, weil sich im Körper keine Schlacken und Abfälle ablagern, weder im Blut noch in den Geweben, Zellen oder im Darm. Unser Körper besitzt sehr effiziente Mechanismen, Abfallstoffe zu beseitigen und ihre Reste auszuscheiden, als Urin, Kot oder mit der Atemluft. Ausnahme sind Plaques in den Blutgefäßen sowie Nieren- und Gallensteine. Die werden aber auch durch keinen grünen Smoothie aufgelöst.
Kommen wir noch zu den Antioxidantien (das Chlorophyll und viele Vitamine zählen dazu): Sie gelten als «Krebsvorsorge zum Essen», weil sie aggressive Radikale abfangen. Das klingt einleuchtend, aber zahlreiche Studien ergaben, dass auch hier allzuviel ungesund ist. Der Grund: Unser Körper braucht freie Radikale. Er steuert damit Stoffwechselprozesse in der Zelle und setzt sie zur Immunabwehr ein, d.h., um Krankheitserreger und Krebszellen zu eliminieren. Wer diese natürlichen Prozesse durch ein Übermass an Antioxidantien blockiert, schadet seiner Leistungsfähigkeit und seinem Immunsystem.
Fazit: Gegen gelegentliche Smoothies mit grünen Pflanzenteilen ist nichts einzuwenden, aber wer täglich Blätter zu sich nimmt, die nicht extra für den menschlichen Rohverzehr gezüchtet sind, bekommt wahrscheinlich Nierensteine, erlebt – je nach Dosis, Blatt und Stängel – Einbussen bei Leistungsfähigkeit und Immunabwehr und handelt sich Magen- und Darmbeschwerden sowie Leberprobleme ein.
Wenn es morgens unbedingt Flüssignahrung sein muss: Unbedenklich ist alles Obst und Gemüse, das für den menschlichen Rohverzehr gezüchtet ist. Gelegentlich kann man oxalsäurehaltige Pflanzen wie Spinat, Kohl, Mangold, Sauerampfer roh zu sich nehmen. Die Finger lassen sollte man von Blättern und Nadeln von Bäumen und Sträuchern, denn deren Inhaltsstoffe sind oft nicht gut bekannt oder untersucht. Auf keinen Fall gehören in den Frühstücksdrink Kartoffel-, Tomaten- oder Auberginengrün, Eibenzweige, Rhabarberblätter, grüne Bohnen, Jakobskreuzkraut (Achtung, Verwechslungsgefahr mit Rucola!) oder beliebte Gartenpflanzen wie Schierling, Fingerhut, Efeu, Eisenhut, Rittersporn, Hahnenfuss oder Farnkraut (Achtung: Diese Liste ist unvollständig!).
Wer seiner Gesundheit wirklich etwas Gutes tun will, sollte abwechslungsreich und vielseitig essen, auf Diäten verzichten, sich regelmässig bewegen und am besten jeden Monat ein gutes Buch über Wissenschaft lesen.
Quelle: https://swiss-food.ch/
Cannabiskonsum erhöht Unfallgefahr – besonders vier Stunden später
Eine Studie im Fahrsimulator hat ergeben: Das höchste Unfallrisiko besteht nicht unmittelbar nach dem Konsum, sondern vier Stunden später. Konsumierende hatten fälschlich den Eindruck, wieder fit zu sein. Viele hatten immer noch den Grenzwert für THC im Straßenverkehr überschritten.

30 Minuten lang geradeaus fahren, nicht von der Fahrbahn abkommen und vor allem: Nicht mit anderen Autos zusammenstoßen. Das war die scheinbar simple Aufgabe der Teilnehmenden einer Studie im Fahrsimulator. Bei einer Geschwindigkeit von bis zu 100 km/h und unerwartet auftretendem Seitenwind war das aber offenbar gar nicht so einfach. Zahlreiche Unfälle registrierten die Forschenden. Die Höhe der konsumierten Dosis Cannabis hatte dabei eine Rolle gespielt.
Studienleiter Jean Claude Alvarez und sein Team wollten herausfinden, wie sich unterschiedliche Dosierungen des Cannabiswirkstoffs THC auf das Fahrverhalten auswirken und ob es einen Unterschied macht, ob die Person gelegentlich oder täglich kifft.
Erhöhtes Crashrisiko trotz subjektiver Fahrtüchtigkeit
30 Personen im Alter zwischen 18 und 30 Jahren nahmen an der Studie teil. Alle Teilnehmenden machten drei Durchläufe, in denen sie jeweils einen Joint rauchten. Der Joint enthielt neben Tabak entweder eine hohe oder eine niedrige Dosis oder gar kein THC. Wann sie welche Joint-Variante bekamen, wussten die Teilnehmenden nicht. Etwa im Stundentakt wurde ihnen zudem Blut abgenommen.
Dabei zeigte sich ein deutlicher Effekt der THC-Dosis. Dieser trat allerdings zeitversetzt auf. So erreichte die THC-Konzentration im Blut zwar schon nach etwa 15 Minuten ihren Höhepunkt. Das Risiko für einen Unfall war aber nicht direkt nach dem Konsum am höchsten, sondern erst vier Stunden später. Zu dem Zeitpunkt verdoppelte sich die Unfallrate, obwohl der THC-Wert im Blut schon stark gesunken war. Auffällig war, dass viele Teilnehmende den Eindruck hatten, wieder fahrtüchtig zu sein. Dabei spielte es keine Rolle, ob die Person typischerweise täglich oder nur gelegentlich kiffte.
Viele Cannabiskonsumierende auch nach 4 Stunden über offiziellem Grenzwert
Die Konsumerfahrung war aber sehr wohl von Bedeutung, wenn es um gesetzliche Grenzwerte geht. Die Forschenden haben überprüft, wie viele der Teilnehmenden den Grenzwert für Cannabis im Straßenverkehr überschritten. In Deutschland beträgt der Grenzwert 3,5 Nanogramm THC pro Milliliter Blut.
Von den täglich Kiffenden der Studie überschritten vier Stunden nach dem Konsum noch 80 Prozent den offiziellen Grenzwert, wenn die THC-Dosis im Joint hoch war. Von den gelegentlich Konsumierenden traf dies nur auf 14 Prozent zu. Bei einer niedrigen THC-Dosis hatten 33 Prozent der Vielkonsumierenden den Grenzwert noch gerissen, aber nur 7 Prozent der gelegentlich Konsumierenden.
Alvarez und sein Team betonen: Cannabiskonsumierende sollten sich bewusst machen, dass ihre Fahrtüchtigkeit auch nach vier Stunden noch deutlich eingeschränkt sein kann. Zudem riskieren Konsumierende eine Geldstrafe und Fahrverbot. Das gilt vor allem für Menschen, die regelmäßig kiffen. So konnten frühere Studien auch zeigen, dass chronisch Konsumierende im nüchternen Zustand langsamere Augenbewegungen haben, was sich ungünstig auf die Fahrtüchtigkeit auswirken kann.
Quelle:
- Cardozo, B., Hartley, S., Simon, N. & Alvarez, J. C. (2025). Understanding cannabis use and car crashes: Insights from a randomized trial using a driving simulator on HC blood levels and subjective measures of sleepiness and performance. Journal of Safety Research, 95, 109-116, doi.org/10.1016/j.jsr.2025.09.005
Bodenschädlinge

Quelle: Andermatt Biogarten
Landwirte reduzieren Pflanzenschutzmitteleinsatz erheblich
Der aktuelle Situationsbericht des DBV widmet dem Pflanzenschutzmitteleinsatz der Landwirte ein eigenes Kapitel. Folgende Grafiken zeigen die langfristige Entwicklung.
Der Pflanzenschutzmittelabsatz in Deutschland geht langfristig zurück. Nach einem sehr geringen Mittelabsatz stiegen die abgesetzten Mengen 2024 wieder leicht an.
Der Absatz der Insektizide nahm um 26 % zu, der der Fungizide um 18 %. Bei der vom Umfang größte Wirkstoffgruppe, der Herbizide, nahm der Absatz um 10 % zu. Der Anstieg war auf Grund relativ nasser und feuchter Witterungsbedingungen erwartet worden, erklärt der DBV-Situationsbericht.
2025 dürfte die Menge witterungsbedingt wieder leicht rückläufig sein. Im Oktober 2023 waren in Deutschland insgesamt 278 Pflanzenschutzmittelwirkstoffe in Deutschland zugelassen; das waren drei weniger als im Vorjahr. Das relativ stabile Niveau überdeckt allerdings die fehlende oder unzureichende Verfügbarkeit von Pflanzenschutzmitteln für einzelne Kulturen.



Quelle: https://www.topagrar.com/
Biologischer Pflanzenschutz leicht gemacht
Von der Planung bis zur Bekämpfung Nützlingsförderung: Nützlinge sind die natürlichste Art der Schädlingsbekämpfung. Sie können im Garten durch eine hohe Biodiversität und ein grosses Angebot an Verstecken und Nisthilfen gefördert werden. Sind innert kurzer Zeit viele Nützlinge nötig, können bei Andermatt Biogarten verschiedene Arten bezogen und ausgebracht werden. Ein frühzeitiges Ausbringen von Nützlingen ist empfehlenswert, damit sich die Schädlingspopulation nicht vergrössern kann. Befallskontrollen: Eine regelmässige Kon trolle auf Schädlings und Krankheitsbefall kann grössere Probleme verhindern. Der Einsatz von Fallen erleichtert die Kontrollen und die Überwachung der Schädlinge und hat gleichzeitig eine dezimierende Wirkung. Wichtig ist, dass rechtzeitig (d. h. bereits bei geringem Befall) auf einen Schädling reagiert wird.
Hygienemassnahmen: Vor allem zur Vorbeu gung gegen etliche pilzliche Krankheiten, aber auch gegen gewisse Schädlinge (z. B. Rosenblütenstecher) sind Hygienemass nahmen wichtig. Dazu werden Sträucher, Bäume und verholzende Beeren so geschnitten, dass genügend Luft in den Bestand gelangt und sie gut abtrocknen können. Krankes und befalle nes Pflanzenmaterial sollte entsorgt werden. Pflanzen aus der gleichen Familie sollten im nächsten Jahr nicht am selben Ort angebaut werden (Fruchtfolge). Standort: Die Wahl einer an den Standort angepassten Pflanze ist eine wichtige Vorbeu gung gegen Krankheiten. Dazu gehört, dass man sich vor der Pflanzung überlegt, welche Ansprüche die Pflanzen haben und ob diese am gewünschten Standort erfüllt sind. Solche Informationen sind auf den Pflanzetiketten beim Kauf zu finden. Wichtig ist, dass nur winterharte Pflanzen ausgepflanzt werden. Überwinternde Pflanzen können zwar mehrere Jahre alt werden, brauchen jedoch im Winter einen Schutz oder sollten an einen geschützten Standort gepflanzt werden. Bei Pflanzen in Topfgefässen sollte der Topf im Winter immer mit einem Winterschutz geschützt werden.
Fungizide nur vorbeugend einsetzbar: Fungizide bilden einen Schutzfilm auf dem Blatt, auf dem Pilzsporen nicht mehr aus keimen können. Dieser Schutzfilm muss dauernd, vor allem bei feuchter Witterung, vorhanden sein. Aus diesem Grund müssen die meisten Fungizide vorbeugend ab Blattaustrieb gespritzt werden. Die Behandlung sollte anschliessend regelmässig wiederholt werden. Wachsen die Pflanzen stark oder ist das Wetter feucht, muss dieses Intervall kürzer gewählt werden als bei trockenem Wetter. Gegen gewisse Krankheiten reicht auch eine einmalige An wendung. Genauere Informationen entnehmen Sie den Spritzplänen. Kulturschutznetze: Der Einsatz von Kultur- schutznetzen (Schutznetze, Trauben-Schutztaschen) ist eine sinnvolle Alternative zum Einsatz von Pflanzenschutzmitteln. Ein rechtzeitiges Einnetzen der Pflanzen verhindert den Einflug von Schädlingen in Kulturen oder Obst bäume. Bei blühenden Kulturen darf das Netz erst nach dem Ende der Blüte aufgehängt werden.
Pflanzenstärkung: Als Pflanzenstärkungsmit tel werden Produkte auf pflanzlicher, mikrobi eller oder mineralischer Basis bezeichnet. Sie erhöhen die Widerstandsfähigkeit der Pflanzen gegen Schadorganismen und verbessern generell die Pflanzengesundheit und das Pflanzenwachstum. Beispiele biologischer Pflanzenstärkungsmittel sind pflanzliche Extrakte wie Brühen und Jauchen aus Schachtelhalm und Brennnesseln. Ebenfalls dazu gehören Wurzeln besiedelnde Bodenbakterien und andere Mikroorganismen sowie Steinmehle.
Tabellen und weitere Infos sind hier zu finden: abg-pflegeplan-de.pdf (biogarten.ch)
Quelle: Andermatt Biocontrol
Produktion: Mehr Nahrung mit weniger Ressourcen
Eine der grössten Herausforderungen dieses Jahrhunderts wird die sichere und nachhaltige Ernährung von voraussichtlich zehn Milliarden Menschen sein. Um dieses Ziel zu erreichen, braucht es eine deutlich produktivere Landwirtschaft. Natürliche Ressourcen wie Flächen oder Wasser werden knapper und müssen geschützt werden. Um mit «weniger mehr zu produzieren» brauchen wir neue Technologien, die vom Input über Aussaat und Ernte bis zum Konsumenten für mehr Ressourceneffizienz sorgen.
Die Weltbevölkerung wächst. Bis zum Jahr 2050 werden gemäss Schätzungen der Vereinten Nationen fast zehn Milliarden Menschen auf der Erde leben. Gleichzeitig gehen die zur Verfügung stehenden fruchtbaren Flächen zurück. Und es gilt, Flächen zu sparen, weil Wälder und naturbelassener Boden viel CO2 speichern können. Biodiversitätsflächen sind zudem Heimat für unzählige Lebewesen. Das heisst: Die landwirtschaftliche Produktion sollte «verdichtet» und nicht extensiviert werden. Auf kleinerer Nutzfläche muss die Produktivität gesteigert und die Ressourceneffizienz erhöht werden. Dies kann nur gelingen, wenn Landwirte auf der ganzen Welt einen vollen Werkzeugkasten an Technologien besitzen. Dies setzt Offenheit gegenüber Innovationen der Agrarforschung voraus.
Technologie für mehr Produktivität
Umfassende Ressourceneffizienz ist eine der grossen Herausforderungen – umfassend heisst effizienter Umgang mit Finanzen, Energie, Arbeitskräften und natürlichen Ressourcen. Eine Schlüsseltechnologie, um mit weniger Ressourcen höhere Erträge erzielen zu können, ist die Genom-Editierung. Sie setzt am Anfang der Nahrungsmittelproduktion an: Bei der Züchtung von ertragreichen und robusten Sorten. Klassische Züchtungsmethoden bleiben wichtig. Schliesslich haben wir viele Sorten, die uns ans Herz gewachsen sind, auf diese Weise erreicht. Doch die Genom-Editierung kann bewährte Sorten verbessern, indem sie diese beispielsweise resistenter gegenüber Trockenheit oder Hitze macht. So können knappe Wasserressourcen eingespart werden. Auch gegen Schädlinge, die sich auf Grund des Klimawandels immer weiter ausbreiten, kann die Genom-Editierung ein «Gamechanger» sein. So lassen sich Pflanzen mit Resistenzen gegen bestimmte Krankheiten und Schadorganismen ausstatten. Der Effekt: Auf den begrenzten Flächen gehen weniger Pflanzen ein.
Präzision dank Digitalisierung
Mehr Präzision ist dringend nötig, um auf den bestehenden Flächen Ressourcen so optimal und effizient wie möglich einzusetzen. Deshalb spielen digitale Technologien auch in der Landwirtschaft eine immer wichtigere Rolle. Sie ermöglichen eine Präzisionslandwirtschaft. GPS-gesteuerte Drohnen und Roboter bringen Pflanzenschutzmittel, Dünger und Wasser nur exakt dort aus, wo dies benötigt wird. Mithilfe von Künstlicher Intelligenz und Deep Learning versuchen forschende Agrarunternehmen schon heute, rasch neue geeignete Moleküle für nachhaltige Pflanzenschutz-Wirkstoffe zu finden. Auch Pflanzenschutzmittel tragen dazu bei, Food Loss auf dem Acker und Food Waste durch Verderben über die ganze Lebensmittelkette zu verringern.
Labors und Tanks als Produktionsstätten
Die knappen natürlichen Ressourcen werden nicht reichen, um 10 Milliarden Menschen gesund und nachhaltig zu ernähren. Deshalb forschen derzeit immer mehr Nahrungsmittelhersteller an «künstlichem» Fleisch aus dem Labor – sogenanntem «Cultured Meat». Auch Algen könnten dereinst ein wichtiges Puzzleteil in der Lebensmittelproduktion darstellen. Sie sind nährstoffreich, platzsparend und eignen sich als Nahrung für Menschen und Tiere. Weitere alternative Proteinquellen sind Insekten. Für die Versorgung grosser Städte mit Frischprodukten könnte Vertical Farming wichtiger werden. Genierell ändern sich die Präferenzen der Konsumentinnen und Konsumenten. Das Interesse an gesundheitsfördernden Lebensmitteln sowie Nahrungsergänzungsmitteln wächst. Die meisten der Ergänzungsstoffe stammen aus Reinheits- und Ressourceneffizienzgründen aus dem Labor.
Zugang zu Vitaminen verbessern
Rund zwei Milliarden Menschen befinden sich in einer «Mikronährstofflücke». Das heisst: Sie haben ungenügenden Zugang zu ausreichend Vitaminen und Mineralstoffen. Der EAT Lancet Report schätzt deshalb, dass die Gemüse- und Früchteproduktion bis 2050 verdoppelt werden muss, damit für die gesamte Weltbevölkerung eine gesunde, ausgewogene Ernährung möglich ist. Heute konsumiert nur ein Bruchteil der Weltbevölkerung die empfohlenen Mengen an Obst und Gemüse. Neben einer gesteigerten Früchte- und Gemüseproduktion werden aber auch Nahrungsergänzungsmittel sowie angereicherte Lebensmittel eine immer wichtigere Rolle spielen. Bestes Beispiel dafür ist der sogenannte «Golden Rice». Der mit Vitamin-A angereicherte Reis hat auf den Philippinen unlängst die Zulassung erhalten und könnte in Zukunft Millionen von Kindern vor einem Vitamin-A-Mangel und einer damit verbundenen Erblindung oder dem Tod bewahren.
Viele dieser beispielhaft aufgeführten Lösungen erfordern die Überwindung bisheriger Denkschemen. «Natürlich ist gut, künstlich ist gefährlich» hat als simpelster aller Narrative ausgedient. Wirklich nachhaltige Lösungen können durchaus aus dem Labor kommen – «lab based sustainability» eben.
Ressourcenschonende Produktion in und aus der forschenden Industrie
Alternative Treibstoffe aus pflanzlichen Abfallprodukten sparen CO2 ein, ohne die Lebensmittelproduktion zu konkurrenzieren. Aromen können aus Kunststoffabfällen entstehen: Die Kreislaufwirtschaft gewinnt an Bedeutung. Wo sinnvoll und nachhaltiger werden tierische durch pflanzliche Rohstoffe ersetzt. So entstehen zum Beispiel Riechstoffingredienzien aus fermentiertem Zuckerrohr statt tierischen Ursprungs. Die forschende Industrie entwickelt und betreibt ihre Anlagen so, dass der sich weiterentwickelnde Stand an Sicherheit, Gesundheits‐ und Umweltschutz sichergestellt ist. Sie ist bestrebt, innovative Produkte zu entwickeln und herzustellen, die sicherer und umweltverträglicher produziert, transportiert, angewendet und entsorgt werden können.
Quelle: https://swiss-food.ch/
Warum Konsumenten genomeditierte Lebensmittel auf dem Teller akzeptieren
Wenn genomeditierte Lebensmittel konkrete Vorteile bieten, wächst ihre Akzeptanz deutlich. Aktuelle Studien zeigen, dass Konsumentinnen und Konsumenten neue Züchtungsmethoden dann befürworten, wenn sie nachvollziehbare Lösungen für reale Herausforderungen liefern.
Die Akzeptanz von genomeditierten Lebensmitteln steigt, wenn der konkrete Nutzen für Verbraucherinnen und Verbraucher nachvollziehbar ist. Eine aktuelle Untersuchung des Center for Food Integrity (CFI) in Zusammenarbeit mit FMI – The Food Industry Association zeigt, dass Konsumentinnen und Konsumenten Technologien wie die Genom-Editierung dann positiv bewerten, wenn sie klare Vorteile für Gesundheit, Umwelt oder Versorgungssicherheit erkennen.
Im Mittelpunkt steht dabei ein Perspektivenwechsel: Statt die wissenschaftliche Methode zu erklären, rückt der konkrete Mehrwert in den Vordergrund. Hoch-GABA-Tomaten, die den Blutdruck senken können, oder Schweine, bei denen der Antibiotikaeinsatz durch Genom-Editierung reduziert wird, verdeutlichen diesen Ansatz.
Solche Anwendungen zeigen, dass Genom-Editierung nicht als abstrakte Hochtechnologie wahrgenommen wird, sondern als Werkzeug, um Lebensmittel robuster, gesünder oder nachhaltiger zu machen. Laut CFI ist genau diese Nutzenorientierung entscheidend, um Akzeptanz aufzubauen.
Die Untersuchung macht zudem deutlich, dass Konsumentinnen und Konsumenten Genom-Editierung nicht isoliert betrachten, sondern im Kontext globaler Herausforderungen. Klimabedingte Ernteausfälle, steigende Produktionskosten oder Lebensmittelverschwendung beeinflussen die Wahrnehmung neuer Züchtungsmethoden. Pflanzen, die widerstandsfähiger gegen Krankheiten oder Trockenheit sind, oder Früchte mit längerer Haltbarkeit werden deshalb eher als Teil der Lösung wahrgenommen. Entsprechend sehen die Studienautorinnen und -autoren insbesondere bei Grundnahrungsmitteln wie Getreide, Blattgemüse oder Früchten grosses Potenzial für eine breite gesellschaftliche Akzeptanz.
Diese internationalen Erkenntnisse bestätigen auch frühere Umfragen in der Schweiz. Zwei Umfragen von gfs.bern zeigen, dass die Schweizer Bevölkerung offen für Genom-Editierung ist, wenn konkrete Vorteile sichtbar werden. Klimaresilienz, längere Haltbarkeit von Lebensmitteln und die Sicherung regionaler Produktion werden positiv bewertet. Und mehr als 80 % der Befragten unterstützen Pflanzen, die dank Genomeditgierung gegen Krankheiten resistent sind oder den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln reduzieren.
Die Umfragen verdeutlichen: Die Schweizer Konsumentinnen und Konsumenten reagieren besonders positiv, wenn die Technologie konkrete Probleme löst, statt Technik um der Technik willen einzusetzen.
Zusammenfassend zeigt sich: Die Akzeptanz genom-editierter Lebensmittel wächst dort, wo ihr Mehrwert sichtbar wird. Für Unternehmen, Forschung und Landwirtschaft bedeutet dies, dass nicht die technische Machbarkeit im Vordergrund stehen sollte, sondern die Frage, welchen Beitrag Genom-Editierung zu einer sicheren, nachhaltigen und gesunden Ernährung leisten kann. Wird dieser Nutzen verständlich vermittelt, findet die Technologie sowohl international als auch in der Schweiz eine breite Zustimmung.
Sources
Consumers embrace gene-edited foods when brands focus on value, not science
gfs-Umfrage bestätigt hohe Akzeptanz der Genom-Editierung
swiss-food.ch – Offenheit für Genom-Editierung bei konkretem Nutzen
Neue Züchtungstechnologien
Die wichtigsten Fakten
Mit neue Züchtungstechnologien wie der Genschere CRISPR/Cas können zielgenaue Eingriffe im Erbgut einer Pflanze durchgeführt werden. Das ermöglicht die effiziente Züchtung robuster und ertragreicher Sorten. Im Wettlauf mit dem Klimawandel sind angepassten Pflanzensorten dringend nötig, um die Ernährungssicherheit zu gewährleisten. Folgend die wichtigsten Fakten zu neuen Züchtungstechnologien.
Die Schweizer Landwirtschaft steht unter Druck. Aufgrund der sich wandelnden klimatischen Bedingungen und vermehrt auftretender Wetterextreme ist der Anbau vieler Kulturen anspruchsvoller geworden. Dennoch erwarten Konsumenten, Verarbeiter und Handel regionale und qualitativ hochstehende Produkte zu erschwinglichen Preisen. Und den Landwirten stehen immer weniger Möglichkeiten zur Verfügung, um ihre Kulturen effizient zu schützen. Den Neuen Züchtungstechnologien (NZT) kommt diesbezüglich eine zentrale Rolle zu. Sie können in Zukunft einen wichtigen Beitrag für eine nachhaltige und produktive Landwirtschaft leisten. Doch jede Weiterentwicklung – auch ohne Erbmaterial jenseits der Artgrenze (transgene DNA) – ist heute durch das Gentech-Moratorium (mit)blockiert.
Klassische Mutagense nutzt Radioaktivität
Die klassische Mutagenese ist seit vielen Jahrzehnten eine bewährte Züchtungsmethodik. Sie ruft durch radioaktive Bestrahlung oder den Einsatz von Chemikalien ungezielt Veränderungen im Erbgut einer Pflanze hervor. Ihre Produkte haben keine negativen Effekte auf Mensch, Tier und Umwelt und gelten nicht als gentechnisch veränderte Organismen. Sie werden auch im Biolandbau angebaut. In der Schweiz kommen sehr viele Sorten auf die Felder, deren Eigenschaften durch klassische Mutagenese gezüchtet wurden. Praktisch jeder Pastaweizen basiert auf einer solchen Mutationszüchtung.
NZT sanfter und präziser
NZT ohne transgene DNA sind eine sanftere und präzisere Weiterentwicklung der klassischen Mutagenese. Es ist damit möglich, durch gezielte, geringfügige Veränderungen im Erbgut bereits bestehende Sorten robuster gegen Hitze, Pilze oder Schädlinge zu machen. Auch können mit NZT Gene aus dem gleichen Genpool (cisgen = innerhalb der Artgrenze) übertragen werden, viel effizienter als das mit herkömmlicher Züchtung möglich ist. Ein in der Schweiz bekanntes Problem ist beispielsweise die Kraut- und Knollenfäule. Gängige Kartoffelsorten könnten heute durch NZT mit Resistenzgenen aus dem eigenen Genpool gegen diese Pilzkrankheit immunisiert werden. Gleiches gilt für bekannte Rebsorten, die gegen Mehltau resistent gemacht werden könnten. Auf swiss-food.ch ist eine Liste mit zehn Anwendungen neuer Züchtungstechnologien für die Schweiz zu finden. So kann mit neuen Züchtungstechnologien So kann auf grosse Herausforderungen im Anbau reagiert und gleichzeitig der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in der Schweiz reduziert werden.
Gleiches Resultat wie bei Kreuzzüchtung
Die Unterscheidung zwischen transgener DNA und DNA aus dem gleichen Genpool wird zur Regulierung weltweit häufig verwendet. Neue Züchtungstechnologien ohne transgenes Erbmaterial haben wenig mit der klassischen Gentechnik gemein. Sie lösen Veränderungen im Genom (Mutation) aus oder bringen arteigene Gene ein. Solche Veränderungen sind auch durch die Natur oder durch klassische Züchtung möglich, jedoch zufälliger und somit seltener.
Quelle: https://swiss-food.ch/
Pflanzenforschung für Zuhause
Das tägliche Leben wird aktuell vom Coronavirus beeinträchtigt und durch die Schliessungen der Schulen, für viele Familien eine grosse Herausforderung geworden.
Damit es zu Hause nicht langweilig wird, haben wir hier einige Experimente zusammengestellt, die jeder zu Hause selbst durchführen kann. Die Versuche eignen sich für Grundschulkinder, sowie aber auch für Erwachsene, die etwas mehr über Pflanzen lernen möchten.
Heute starten wir mit dem Versuch Nr. 1
Ich transportiere Wasser
Du brauchst
- 3 Gläser
- Wasser
- 3 weiße Blumen
- Rote und blaue Lebensmittelfarbe
Genau wie wir Menschen brauchen Pflanzen Wasser um zu überleben. Aber wie können Pflanzen Wasser „trinken“?
Der Prozess, mit dem Pflanzen über die Wurzeln Wasser (und darin gelöste Nährstoffe) aus dem Boden aufnehmen, wird Osmose genannt. Beim Transport gegen die Schwerkraft von unten nach oben wirkt die Verdunstung des Wassers an den Blättern im oberen Bereich der Pflanze wie ein Sog. Dieser zieht das Wasser aus dem Boden durch die Pflanze hindurch nach oben. Mit Hilfe dieser Kräfte können Bäume zum Beispiel bis zu 130 Meter hoch wachsen.
Du kannst die Wasseraufnahme der Pflanze mit Hilfe von farbigem Wasser sichtbar machen.

- Fülle die 3 Gläser mit Wasser
- Gebe in ein Glas rote und in ein Glas blaue Lebensmittelfarbe dazu
- Stelle eine Blume in jedes Glas
Ergebnis nach 5 Tagen:


Pflanzen haben Superkräfte!
