Kondome aus Löwenzahn? Dank Genom-Editierung wird’s möglich!

Gelb leuchtend prägt er unsere Wiesen: der Löwenzahn. Während die einen im Löwenzahn ein lästiges Unkraut sehen, entdecken Forschende in ihm eine nachhaltige Quelle für die Industrie. Dank moderner Genom-Editierung könnte die bescheidene Pflanze bald Gummi für Kondome, Handschuhe und Reifen liefern – direkt vor unserer Haustür.

Der Löwenzahn ist ein wahrer Überlebenskünstler. In der Landwirtschaft ist er jedoch umstritten. Landwirt Daniel Tschannen, der in Illighausen einen Ackerbau- und Futterbetrieb führt, sieht die Pflanze kritisch. Gegenüber dem «Tagblatt» erklärt er: «Wenn viel Löwenzahn auf der Wiese ist, habe ich weniger Futter für meine Tiere, weil das Kraut zerbröselt.» Da der Löwenzahn sehr hartnäckig ist und andere Pflanzenarten verdrängt, kann er die Artenvielfalt auf produktiven Flächen bedrohen.

Ganz anders sieht es für Insekten aus. Für Bienen und Hummeln ist der Löwenzahn ein Segen. Dank seiner reichlichen Pollen und der langen Blütezeit dient er als eine der wichtigsten frühen Nahrungsquellen im Jahr.

Die Wurzel als Gummi-Lieferant

Hinter der gelben Blüte verbirgt sich jedoch noch ein ganz anderes Potenzial: Der weisse Milchsaft in den Wurzeln ist mit begehrtem «Naturgummi» ausgestattet. Seit über 100 Jahren versuchen Forschende, diesen Schatz nutzbar zu machen. Bisher stammte fast der gesamte weltweite Naturkautschuk vom Kautschukbaum (Hevea brasiliensis), der im Amazonas- und Guianas-Becken (Brasilien) beheimatet ist. Heute erfolgt der Anbau hauptsächlich in Südostasien (Malaysia, Thailand, Indonesien), wo der Saft durch Anritzen der Rinde gewonnen wird.

Die Abhängigkeit von diesen fernen Quellen ist riskant: Klimawandel und Krankheiten bedrohen die tropischen Plantagen. Hier kommt der Löwenzahn ins Spiel. Wenn wir den «Alternativ»-Kautschuk lokal gewinnen, erhöhen wir die Versorgungssicherheit und verbessern die Nachhaltigkeit – ein klassischer Fall von «Near Shoring», also der Produktion in der Nähe des Absatzmarktes.

Gentechnik ist längst Alltag

Das Problem bisher war, dass herkömmlicher Löwenzahn zu wenig Gummi produziert, um wirtschaftlich zu sein. Neue Technologien ändern das jetzt. Wie «The Times» berichtet, will das britische Unternehmen QuberTech die Genom-Editierung (wie z.B. die Genschere CRISPR/Cas) nutzen, um gezielt Gene ein- oder auszuschalten. Das Ziel: Grössere Wurzeln und ein zehnmal höherer Ertrag an Kautschuk. Mit den latexhaltigen Wurzeln der Pflanze sollen Alternativen für Neoprenanzüge, Handschuhe oder Kondome hergestellt werden.

Im Gegensatz zur klassischen Gentechnik werden bei dieser Anwendung der Genomeditierung keine artfremden Gene eingefügt. Man beschleunigt lediglich innerhalb des eigenen Genoms den natürlichen Züchtungsprozess. Das ermöglicht es, Löwenzahn effizient in Gewächshäusern anzubauen – vielleicht sogar auf Industriebrachen, ohne wertvolles Ackerland zu beanspruchen.

Es wird Zeit, mit alten Mythen aufzuräumen. Gentechnische Verfahren sind keine Science-Fiction, sondern längst Teil unseres Alltags. Ob bei der Herstellung von Medikamenten (wie Insulin), in Kosmetikprodukten oder bei vielen Lebensmitteln: Die moderne Biotechnologie hilft uns täglich, Ressourcen effizienter zu nutzen und die Umwelt zu schonen.

Wofür wir Naturkautschuk brauchen

Naturkautschuk ist aufgrund seiner Elastizität in vielen Bereichen unverzichtbar:

  • Medizin: Medizinalhandschuhe, Insulin-Verschlüsse und Schläuche.
  • Schutz: Kondome und Latexhandschuhe.
  • Mobilität: Reifen für Autos, Flugzeuge und LKW.
  • Lifestyle: Schuhsohlen (Sneaker) und nachhaltige Mode.
  • Kosmetik: Inhaltsstoffe für Pflegeprodukte und Klebstoffe für Pflaster.

Quelle: https://swiss-food.ch/

Tomaten mit Resistenz gegen das Jordanvirus

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Jordanvirus breitet sich weltweit rasch aus, ist schwer zu bekämpfen und führt zu Ausfällen in der Tomatenproduktion.
  • In der Genom-Editierung steckt das Potential, schnell und effizient Resistenzen in eine Vielzahl von Tomatensorten einzubringen.
  • Durch die Kombination verschiedener Resistenzmechanismen würde das Durchbrechen der Resistenz deutlich erschwert.

Herausforderungen
Das Tomato brown rugose fruit virus (ToBRFV), auch Jordanvirus genannt, gehört zur Gattung der Tobamoviren und wurde erstmals 2014 in Israel beschrieben. Seither hat es sich schnell stark ausgebreitet und befällt weltweit Tomatenpflanzen. Auch in Europa werden seit 2018 immer wieder Befälle gemeldet, darunter auch ein Fall in der Schweiz (Ref). Die Blätter infizierter Pflanzen wachsen weniger stark und verfärben sich mosaikartig. Mit der Zeit fängt die Pflanze an zu welken und stirbt ab. Die Tomaten zeigen gelbe Flecken und bleiben orange und damit unverkäuflich. Tobamoviren sind besonders gefährlich, weil sie schon in kleinsten Mengen infektiös, sehr langlebig und hitzestabil sind. Deshalb kann das Jordanvirus leicht durch kontaminierte Samen über lange Strecken transportiert und im Gewächshaus durch Hände oder Werkzeuge verteilt werden (Ref).

Aktuelle Strategie
Das Jordanvirus gilt in der Schweiz und der EU als «potentieller Quarantäneorganismus»(Ref) und ist somit melde- und bekämpfungspflichtig. Tomatenkulturen lassen sich bisher nur mittels aufwendiger Hygienemassnahmen schützen. In Verdachtsfällen gilt es, den Bereich abzusperren und die verdächtigen Pflanzen zu testen. Da bereits befallene Pflanzen nicht behandelt werden können, muss der ganze Pflanzenbestand entfernt und verbrannt werden. Betroffene Gewächshäuser müssen anschliessend aufwendig desinfiziert werden. Erste gegen das Jordanvirus resistente Sorten sind erhältlich und werden in der Schweiz versuchsweise angebaut (Ref).

Potential der neuen Züchtungsverfahren
Das Jordanvirus ist nahe verwandt mit dem Tomaten-Mosaikvirus, das lange die grösste Bedrohung für den Tomatenanbau darstellte. In den 1950er- und -60er-Jahren wurden jedoch zwei Resistenzgene gegen das Mosaikvirus entdeckt und in einzelne Elitesorten eingekreuzt. Die Fokussierung der Tomatenzucht auf diese Resistenzgene hat zwar das Mosaikvirus 50 Jahre lang in Schach gehalten, gleichzeitig aber auch zu einer Verarmung der genetischen Vielfalt bei den angebauten Tomaten geführt (Ref). Das Jordanvirus hat nun diese Resistenz überwunden und kann sich in den heutigen Tomatenkulturen schnell verbreiten. Mittels Genom-Editierung könnten zusätzliche Resistenzmechanismen sowohl in verschiedene Elitesorten als auch in alte Sorten eingebracht werden. So liesse sich die Widerstandskraft einer Vielfalt von Tomatensorten gegen das Jordanvirus relativ rasch erhöhen. Eine grössere genetische Vielfalt der angebauten Tomaten und die gleichzeitige Kombination mehrerer Resistenzmechanismen würden das Risiko verringern, dass die Resistenzen der Tomaten erneut überwunden werden und neue Virenarten entstehen.

Entwicklungsstand
Es ist schon lange bekannt, dass Tobamoviren in der Modellpflanze Arabidopsis thaliana zwei bestimmte Gene (TOM1 und TOM3) für ihre Vermehrung benötigen. TOM1 kommt in Tomaten in fünf Varianten vor (TOM1a-e). Einer Forschungsgruppe ist es gelungen, mit CRISPR/Cas9 in Pflanzen der kommerziellen Tomatensorte ‘Craigella’ die vier relevanten Versionen (a-d) des Gens auszuschalten. Das CRISPR/Cas9-System wurde anschliessend ausgekreuzt, so dass es nicht mehr im Genom vorhanden ist. Unter Versuchsbedingungen erwies sich dieser Ansatz als sehr erfolgreich: Einige Tage nach dem Einbringen des Jordanvirus konnten in den Genom-editierten Tomatenpflanzen keine Viruspartikel nachgewiesen werden, während die nicht-editierten Pflanzen stark vom Virus befallen waren.

Eine andere Forschungsgruppe hat mit derselben Methode sowohl TOM1a als auch TOM3 ausgeschaltet. Diese Tomatenpflanzen waren ebenfalls deutlich resistenter gegen das Jordanvirus als nicht-editierte Pflanzen. Die Resultate hingen allerdings stark von der verwendeten Sorte ab.

Ausblick
Das Beispiel zeigt, dass mit der Genom-Editierung in bestehenden Tomatensorten mehrere Gene gleichzeitig ausgeschaltet und somit rasch Resistenzen gegen neu aufkommende Krankheitserreger verbessert werden können. In Sorten, die bereits tolerant oder resistent gegenüber dem Jordanvirus sind, könnte das zusätzliche Ausschalten von TOM1/TOM3 zu einer starken und lange anhaltenden Resistenz beitragen, da das Virus mehrere Resistenzmechanismen überwinden müsste.

Allerdings scheint das Ausschalten von TOM1/TOM3 nicht in allen Sorten dieselbe Auswirkung zu haben. Der Ansatz wird sich deshalb für verschiedene Sorten und unter Produktionsbedingungen bewähren müssen. Falls dies gelingt, könnten dank seiner Hilfe künftig eine Vielfalt von virusresistenten Tomatensorten zur Verfügung stehen.

Quelle: https://naturwissenschaften.ch/

Marihuana und die Glücksforschung

Text: David Hermann

Konsumenten von medizinischem Cannabis in den USA geht es besser, wenn der Zugang dazu liberal geregelt ist. Diese Erkenntnis der Glücksforschung des Basler Ökonomen Alois Stutzer könnte auch für die Schweiz wichtig werden.

Marihuana-Pflanze
(Bild: Photolona/Shutterstock)

Raucher wissen: In den letzten Jahren wurde der Tabakkonsum immer stärker reguliert. In Büros, Restaurants und vermehrt auch an öffentlichen Orten wie Bahnhöfen darf nicht mehr geraucht werden. Die Tabakwerbung wurde fast vollständig verboten und die Altersgrenze für den Tabakkauf angehoben. Der Staat versucht so, seine Bürger vor den negativen Folgen des Rauchens zu schützen. Denn oft ist es für diese schwierig, ihre langfristigen Pläne für einen gesunden Lebenswandel umzusetzen. Es kann dann für alle vorteilhaft sein, wenn der Staat regulierend eingreift und zum Beispiel die Prohibition von Tabak verschärft. Gleichzeitig lockern auf der andern Seite immer mehr Behörden die Cannabisgesetze.

Allein in den USA haben fast zwei Drittel der Bundesstaaten den Zugang zu Cannabis erleichtert und Konsumenten für medizinischen Gebrauch sind vor strafrechtlicher Verfolgung geschützt. In neun Bundesstaaten ist der Cannabiskonsum sogar ganz legalisiert. Auch in der Schweiz haben National- und Ständerat diesen Sommer den «Experimentierartikel » verabschiedet. Das überarbeitete Bundesgesetz zur Hanfregulierung soll wissenschaftliche Untersuchungen über die Auswirkungen des medizinisch bedingten Cannabiskonsums ermöglichen.

Wohlbefinden und Wohlfahrt

Wichtigste Kennzahl von Analysen zu diesem Thema ist in der Regel der Konsum. Auch für die WHO ist er der zentrale Indikator für die Folgen der zunehmenden Liberalisierung. Geht der Konsum zurück, war die Änderung top, steigt er, war sie ein Flop. «Mit dieser Antwort waren wir nicht zufrieden», sagt Prof. Dr. Alois Stutzer, Professor für Politische Ökonomie an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Basel und Leiter des Center for Research in Economics and Well-Being. Ihn interessieren die Auswirkungen veränderter Rahmenbedingungen auf das persönliche Wohlbefinden und damit auch auf die allgemeine Wohlfahrt. «Die Konsumzahlen eignen sich dafür nicht. Denn nur weil der Mensch mehr von etwas konsumiert, geht es ihm nicht besser, und schon gar nicht, wenn er harte Drogen nimmt», erklärt Stutzer. «Eine Politik, die das Rauchen reduziert, ist nicht per se eine erfolgreiche Politik, wenn Leute aus Genuss rauchen.»

Die Glücksforschung – und im Speziellen die Glücksökonomie – liefere auf diese Frage die brauchbaren Antworten, so der Professor. Diese relativ junge Disziplin kombiniert wirtschaftswissenschaftliche Konzepte und Theorien mit Erkenntnissen aus Soziologie, Psychologie und Medizin. Nicht allein das Wachstum von BIP und Produktivität sind für die Glücksökonomie Zeichen von Wohlfahrt, sondern auch eine geäusserte hohe Lebenszufriedenheit und ein hohes persönliches Wohlbefinden.

Es gibt einen klaren Zusammenhang zwischen Liberalisierung und mentalem Wohlbefinden.

Alois Stutzer

Liberalisierung wirkt positiv

Stutzer möchte in einem empirischen Forschungsprojekt mit Jörg Kalbfuss und Reto Odermatt herausfinden, wie sich in den USA die Legalisierung von medizinischem Marihuana auf die Netto-Lebenszufriedenheit der Menschen auswirkt. Noch ist nichts veröffentlicht, doch die ersten Ergebnisse seien vielversprechend, sagt der Ökonom. Umfangreiche Berechnungen und Gegentests zeigen: «Es gibt einen klaren Zusammenhang zwischen Liberalisierung und mentalem Wohlbefinden.»

Insgesamt 31 US-Bundesstaaten haben in den letzten 15 Jahren die Cannabis-Gesetze gelockert. Das gibt eine nahezu perfekte Übungsanlage für eine empirische Untersuchung: Lockert ein Staat seine Gesetze und ein anderer nicht, bleiben die ökonomischen, sozialen und politischen Rahmenbedingungen zwischen den Staaten trotzdem vergleichbar. Kommt es nach der Gesetzesänderung zu Abweichungen, lassen sich diese mit grosser Wahrscheinlichkeit mit der gelockerten Prohibition begründen. In einem zentralistischer organisierten Land als den USA lassen sich dagegen solche Effekte nur schwer isolieren.

Grundlage der Untersuchung sind Daten aus zwei regelmässigen Befragungen der US-Bevölkerung. Die eine liefert Informationen über Verhaltensrisiken zum Beispiel punkto Autofahren, Sport oder Fettleibigkeit. Stutzer und seine Kollegen interessieren sich vor allem für die mentale Gesundheit – etwa dafür, an wie vielen Tagen die Befragten negative Gefühle wie Stress oder Depressionen hatten. Solche Kennzahlen gelten als Indikator für das subjektive Wohlbefinden. Die andere Datenbank ist die nationale Umfrage zu Drogenkonsum und Gesundheit, welche die Informationen über die individuellen Gründe für den Cannabiskonsum liefert.

«Kein Freipass für Legalisierung»

Stutzers Studien zeigen: Menschen, die aus medizinischen Gründen Marihuana konsumieren, geht es besser in Staaten mit lockeren Bestimmungen. Sie können jetzt an bestimmten Verkaufsstellen legal und ohne Stress Cannabisprodukte kaufen oder selber legal einige Pflanzen anbauen. Auch Menschen, die in ihrer Freizeit kiffen, geht es nicht schlechter als vor der Liberalisierung. «Doch diese Ergebnisse sind kein Freipass für die vollständige Legalisierung von Cannabis», relativiert Stutzer. «Das wäre eine Übertragung unserer Resultate, die wir nicht für angemessen erachten.» Schliesslich seien viele in seinen Augen wichtige Fragen in diesem Zusammenhang noch nicht beantwortet – so etwa zum Umgang mit hoch potenten Cannabisprodukten, zur Zulassung von Werbung oder zur Altersbeschränkung für Kinder und Jugendliche.

Die Schweiz bietet beste Rahmenbedingungen, um in einem Reallabor die Auswirkungen eines liberaleren Umgangs mit Cannabis zu testen.

Bei ihren Untersuchungen stiessen Stutzer und sein Team auf ein interessantes Nebenergebnis. Angesichts der grassierenden Opiatkrise verschärfen die USA derzeit den Zugang zu diesen Medikamenten. Die Patienten und Patientinnen suchen daher nach Ersatz und konsumieren stattdessen vermehrt Alkohol und harte Drogen – mit enormen Folgekosten. Das lässt sich jedoch einfach vermeiden. Wie Stutzer erläutert, sind die Auswirkungen eines verschärften Zugangs zu rezeptpflichtigen Medikamenten weit positiver, wenn gleichzeitig der Zugang zu Cannabisprodukten erleichtert wird.

Auch für die Schweiz, die wie die USA stark föderalistisch organisiert ist, sind Stutzers Untersuchungen relevant. Der Basler Ökonom unterstützt denn auch den «Experimentierartikel», der erste wissenschaftlich begleitete Versuche auch in der Schweiz ermöglichen würde. «Der Föderalismus ist hier sehr hilfreich», meint Stutzer. «Die Schweiz bietet beste Rahmenbedingungen, um in einem Reallabor die Auswirkungen eines liberaleren Umgangs mit Cannabis zu testen.» Doch bis er auch hierzulande ähnliche Untersuchungen wie in den USA anstellen kann, dauert es wohl noch etwas länger.

Quelle: https://www.unibas.ch/

Wie Zentromere eine besondere Form der Fortpflanzung ermöglichen

Einem tschechisch-deutschen Forschungsteam unter der Leitung von Dr. André Marques vom Max-Planck-Institut für Pflanzenzüchtungsforschung in Köln, Prof. Dr. Christiane Ritz vom Senckenberg Museum für Naturkunde in Görlitz und Dr. Aleš Kovařík vom Institut für Biophysik der Tschechischen Akademie der Wissenschaften ist ein bedeutender Durchbruch in der Erforschung der Fortpflanzung von Hundsrosen gelungen. Die Studie, die jetzt im renommierten Fachjournal „Nature“ veröffentlicht wurde, zeigt, wie Unterschiede in der Größe der Zentromere – der zentralen Andockstellen für Chromosomen – eine entscheidende Rolle bei der außergewöhnlichen Chromosomenvererbung dieser Pflanzen spielen. Die Ergebnisse könnten langfristig neue Wege für die Entwicklung robusterer Nutzpflanzen eröffnen.

Das Geheimnis der Hundsrose

Die Hundsrose (Rosa canina) ist die mit Abstand häufigste Wildrose in Mitteleuropa. Ihre als „Hagebutten“ bezeichneten Früchte werden vielfältig verwendet – von der Früchteteemischung bis zur „Juckpulver“-Herstellung. „Die Pflanze ist aber nicht nur hübsch anzusehen und für allerlei Zwecke verwendbar, sondern hat auch eine besondere Form der Fortpflanzung entwickelt“, erklärt Prof. Dr. Christiane Ritz vom Senckenberg Museum für Naturkunde in Görlitz und fährt fort: „Während die meisten Pflanzen und Tiere jeweils zwei Chromosomensätze besitzen, haben Hundsrosen gleich fünf. Das macht ihre Fortpflanzung komplizierter. Eine ungerade Anzahl an Chromosomensätzen führt bei vielen Pflanzen sogar oft zu Unfruchtbarkeit, weil sich die Chromosomen während der Meiose – der Bildung von Ei- und Samenzellen – nicht gleichmäßig paaren und verteilen lassen.“

Doch die Hundsrosen haben im Laufe ihrer Evolution eine raffinierte Lösung entwickelt, die ihnen dennoch eine stabile sexuelle Fortpflanzung ermöglicht. Bei der sogenannten Canina-Meiose oder balancierten Heterogamie paaren sich nur zwei der fünf Chromosomensätze der Pflanze ganz regulär und werden über Eizellen und Pollen weitergegeben. Die übrigen drei Sätze bleiben unpaarig, sogenannte Univalente, und werden ausschließlich über die Eizelle weitervererbt – ohne dass sie verändert werden. „Auf diese Weise kombiniert die Pflanze sexuelle mit klonaler Vermehrung“, erläutert Dr. André Marques vom Max-Planck-Institut für Pflanzenzüchtungsforschung in Köln und spricht weiter: „Obwohl dieses Fortpflanzungssystem schon seit über 100 Jahren bekannt ist, wusste man bisher wenig über die Mechanismen dieser Methode. Unklar war auch die Rolle der Zentromere – also der zentralen Chromosomenbereiche, die für die Verteilung während der Zellteilung wichtig sind. In unserer Studie haben wir Genome von pentaploiden Hundsrosen – Pflanzen mit fünf vollständigen Chromosomensätzen – in hoher Auflösung bis auf die Ebene einzelner Chromosomensätze und ihrer Herkunft untersucht.“

Die Macht der Zentromere

Ziel der Forschenden war es, herauszufinden, was es Hundsrosen ermöglicht, ihre unpaarigen Chromosomen gezielt in die Eizelle zu transportieren – ein Vorgang, der bisher nicht vollständig verstanden war. Die Antwort fanden die Wissenschaftler*innen im Aufbau der Zentromere, jenen DNA-Abschnitten, an denen die Spindelfasern während der Zellteilung ansetzen. Spindelfasern sind Teil eines Spindelapparats, der Chromosomen während der Mitose und Meiose bewegt, um eine gleichmäßige Chromosomenverteilung zwischen den Tochterzellen zu gewährleisten.

„Unsere Analyse der drei verschiedenen pentaploiden Hundsrosenarten zeigte: Die univalenten Chromosomen verfügen über auffällig große Zentromere mit vielfachen Wiederholungen einer rosen-spezifischen DNA-Sequenz. Diese größeren Zentromeren binden auch vermehrt das Protein CENH3, das eine Schlüsselrolle bei der Anbindung der Spindel spielt“, so Dr. Aleš Kovařík vom Institut für Biophysik der Tschechischen Akademie der Wissenschaften. Damit könnte die Zentromergröße ein entscheidender Faktor sein, um bei asymmetrischen Zellteilungen sicherzustellen, dass bestimmte Chromosomen erhalten bleiben. „Durch die Veränderung der Größe und Stärke ihrer Zentromere können diese Pflanzen buchstäblich beeinflussen, welche Chromosomen vererbt werden“, fügt Marques hinzu.

Warum es eine Rolle spielt

„Die gleichzeitige Koexistenz sexueller und klonaler Vermehrung im selben Genom – gesteuert durch Unterschiede in der Zentromerstruktur – ist ein faszinierender biologischer Mechanismus. Die Entdeckung liefert aber nicht nur neue Einblicke in die faszinierende Welt der Pflanzengenetik, sondern hat auch praktische Bedeutung für die Züchtung“, ergänzt Ritz. Viele Kulturpflanzen besitzen mehr als zwei Chromosomensätze. Das macht ihre Fortpflanzung anfällig für Fehler, kann aber auch Vorteile wie höhere Widerstandsfähigkeit mit sich bringen. Ein besseres Verständnis der Hundsrosen-Fortpflanzung könne helfen, diese Vorteile gezielt zu nutzen und die Fruchtbarkeit polyploider Pflanzenarten zu stabilisieren. Marques resümiert: „Unsere Erkenntnisse könnten langfristig neue Wege für die Entwicklung robusterer Nutzpflanzen eröffnen.“

Quelle: https://www.mpipz.mpg.de/pr-marques-2025-de

Cannabis-Pilotprojekte in der Schweiz: Neue Studie liefert wichtige Einblicke

FHNW und Université de Lausanne analysieren die Ergebnisse der regulierten Abgabe. Die Erkenntnisse sollen die künftige Gesetzgebung unterstützen.

Das Institut für Nonprofit und Public Management der Hochschule für Wirtschaft FHNW und die Université de Lausanne haben im Auftrag des Bundesamts für Gesundheit den zweiten Bericht zu den laufenden Cannabis-Pilotprojekten veröffentlicht. Die Analyse zeigt, wie unterschiedliche Verkaufsmodelle funktionieren, welche Auswirkungen sie haben können – und warum diese Erkenntnisse jetzt entscheidend für die politische Debatte zur Cannabis-Regulierung sind.

Zur Studie

Mit der Änderung des Betäubungsmittelgesetzes im Mai 2021 wurde erstmals die rechtliche Grundlage für Pilotversuche zur regulierten Abgabe von Cannabis zu nicht-medizinischen Zwecken geschaffen. Ziel dieser Versuche ist es, auf Basis wissenschaftlicher Daten zu prüfen, wie eine mögliche zukünftige Regulierung von Cannabis in der Schweiz gestaltet werden könnte.

Seit 2023 laufen insgesamt sieben Pilotprojekte in Basel-Stadt, Bern, Biel, Lausanne, Luzern, Vernier, Zürich sowie in Gemeinden des Kantons Zürich und des Kantons Basel-Landschaft. Die Modelle reichen von Apotheken über Social Clubs bis hin zu kommerziellen Fachgeschäften und einem Drogeninformationszentrum. Rund 10 400 Erwachsene nehmen derzeit daran teil, was etwa fünf Prozent derjenigen entspricht, die laut Bundesamt für Statistik im Jahr 2022 regelmässig Cannabis konsumierten.

Das Bundesamt für Gesundheit beauftragte die Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW und die Université de Lausanne (UNIL) mit einer vertieften Untersuchung dieser Pilotversuche. Die nun vorliegende Analyse erweitert die Perspektive, insbesondere mit Blick auf die Regierung, Regulierung, Jugend- und Konsumentenschutz sowie Werbeverbote.

Warum die Studie heute relevant ist

Die politische Diskussion um Cannabis nimmt Fahrt auf: Die Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit des Nationalrates hat im August 2025 einen Vorentwurf für ein Bundesgesetz über Cannabisprodukte präsentiert. Dieses sieht ein streng reguliertes, gesundheitsorientiertes Modell vor – mit neutraler Verpackung, strenger Qualitätskontrolle, Werbeverbot und einer staatlich gesteuerten Anzahl Verkaufsstellen.

Die Ergebnisse der Pilotversuche können dabei eine zentrale Grundlage für den politischen Prozess liefern. Sie zeigen, wie unterschiedliche Verkaufs- und Steuerungsmodelle in der Praxis funktionieren, welche Akzeptanz sie bei Konsumierenden finden, und welche Auswirkungen sie auf Konsumformen und die öffentliche Gesundheit haben können.

Wichtige Erkenntnisse der Analyse

Die Forschenden berichten, dass die Pilotversuche zweckmässig umgesetzt wurden und verschiedene Ansätze erfolgreich getestet werden:

  • Medizinisch orientierte Modelle wie Apotheken fokussieren auf Prävention und Risikominderung.
  • Gemeinschaftliche Social Clubs legen Wert auf direkten Schutz der Konsumierenden und gezielte Steuerung zu risikoärmeren Produkten.
  • Kommerzielle Verkaufsstellen setzen stärker auf Eigenverantwortung, Produktberatung und die Verdrängung des illegalen Marktes.

Eine wesentliche Beobachtung ist, dass regulierte Zugangswege zu einer höheren Bindung an den legalen Markt führen und die allgemeine Zufriedenheit der Teilnehmenden hoch ist. Das Verkaufspersonal zeigt dabei eine klare Motivation, Präventionsmassnahmen umzusetzen.

Internationale Expertinnen und Experten sehen einen Konsens zugunsten nicht-kommerzieller Systeme, die gesundheitliche Ziele ins Zentrum stellen. Dazu gehören neutrale Verpackungen, Besteuerung nach THC-Gehalt, ein strenges Werbeverbot und die Kontrolle des Produktangebots.

Herausforderungen und Ausblick

Die Regulierung von Cannabis ist komplex und betrifft zahlreiche Politikfelder – von Gesundheit und Prävention über Landwirtschaft bis zu Polizei und Justiz. Die Modellwahl beeinflusst Preisgestaltung, Produktpalette, THC-Grenzwerte und Präventionsstrategien. Entscheidungen müssen unter Berücksichtigung politischer Ziele, öffentlicher Akzeptanz und bestehender Politiken getroffen werden.

Die Studie macht deutlich: Eine wirksame Regulierung braucht klare Prioritäten, gezielte Steuerungsinstrumente und eine breite gesellschaftliche Debatte. Die Schweiz verfügt über eine lange Tradition innovativer Drogenpolitik und die Erkenntnisse aus den Pilotversuchen könnten entscheidend sein, um diesen Weg auch in der Cannabisfrage fortzusetzen.

Quelle: https://www.fhnw.ch/de/wirtschaft/aktuelles/news-storys/alle/cannabis-pilotprojekte-in-der-schweiz

Können wir „Pflanze“ auch größer denken?

Expertin-Filminterview mit der BDP-Vorsitzenden Stephanie Franck

Nach diesem Interview weiß jeder, was Pflanzenzüchtung wirklich bringt, was die HotTopics derzeit sind und was „Innovationssystem Pflanze“ ausdrückt.

🌾Können wir Pflanzen(züchtung) auch größer denken? Stephanie Franck ist Agrarwissenschaftlerin, spezialisiert auf quantitative Genetik und Pflanzenzüchtung. Als Vorsitzende des Bundesverbandes Deutscher Pflanzenzüchter e. V. (BDP) vertritt sie die Interessen der deutschen Pflanzenzüchtungsunternehmen, von denen es mehr gibt, als viele ahnen…

❓Blattgeflüster traf Frau Franck auf einer Messe und hatte viele Fragen… etwa: Wir haben doch so viele Sorten – wozu werden ständig neue Pflanzen gezüchtet? Was sind derzeit die “Hot Topics” der Pflanzenzüchtung? Kann unsere Landwirtschaft gleichzeitig nachhaltiger und wirtschaftlicher werden? Was steckt hinter dem Konzept “Innovationssystem Pflanze”? Werden „Orphan Crops“ (Waisenpflanzen bzw. „vernachlässigte Pflanzenkulturarten“) nun häufiger von Züchterinnen und Züchtern anvisiert?

🎤Alle diese Fragen und mehr beantwortet die Expertin in diesem Interview. Danach sollte klar sein, warum Pflanzenzüchtung lebenswichtig ist, wofür gezüchtet wird und welche innovative, größere Denkweise Pflanzenzüchter jetzt brauchen!

👉Auch auf der Seite der Pflanzenzüchter www.bdp-online.de findet ihr noch viel mehr spannende Infos zur Pflanzenzüchtung.

Quelle: https://www.pflanzenforschung.de/de/blattgefluester/beitraege/bdp-experteninterview-stephanie-franck

Emerald Harvest – BASE NUTRIENTS

Hier ist die deutsche Übersetzung:


GRUNDNÄHRSTOFFE

1. Grundnährstoffe

Emerald Harvest bietet zwei Grundnährstoffreihen: Grow, Micro, Bloom und Cali-Pro, die die richtigen Konzentrationen und präzisen Verhältnisse der Makro- und Mikronährstoffe liefern. Dieses Fundament ist buchstäblich eine der besten Maßnahmen, die Grower ergreifen können, um das maximale genetische Potenzial ihrer Pflanzen auszuschöpfen.

Unsere beiden Grundnährstoffreihen sind für unterschiedliche Grower-Typen konzipiert – die Inhaltsstoffe und Vorteile für die Pflanzen sind jedoch identisch. Beide Reihen sind vollständig entwickelte Düngemittel, d. h. alle essenziellen Pflanzennährstoffe sind in diesen Flaschen enthalten.

Cali-Pro Unsere Premium-2-Komponenten-Nährstoffreihe ist für Grower formuliert, die es gerne einfach halten. Gleiche Teile A und B in der Grow- und Bloom-Phase erleichtern das Mischen und sorgen für Konsistenz.

Grow/Micro/Bloom Unsere Premium-3-Komponenten-Nährstoffreihe richtet sich an Grower, die ihre Düngeprogramme flexibel anpassen möchten. Erfahrenere Grower können ihre Nährstoffversorgung je nach Pflanzensorte, Ausrüstung und Wachstumsbedingungen gezielt feinabstimmen.


2. Warum Emerald Harvest statt einer anderen Marke?

Was Emerald Harvest-Grundnährstoffe auszeichnet, sind die richtigen Nährstoffkonzentrationen und präzisen Verhältnisse. Dies minimiert das Risiko von Mangelerscheinungen und stellt sicher, dass die Pflanzen während ihres gesamten Lebenszyklus optimal ernährt werden.

Diese beiden Punkte – „richtige Konzentrationen“ und „präzise Verhältnisse“ – sind die wichtigsten Verkaufsargumente unserer Grundnährstoffe.

Alles in unseren Grund- und Ergänzungsnährstoffen ist perfekt formuliert. Alle Produkte unserer Linie greifen wie Puzzleteile ineinander.

Alle Grundnährstoffe auf dem Markt versuchen, die Grundbedürfnisse der Pflanze zu erfüllen. Hier ist, was unsere besser macht:

  • Nur die besten Inhaltsstoffe (hochwertige Rohstoffe)
  • Nur ideale Formulierungen (wissenschaftlich entwickelt)
  • Essentielle Nährstoffe in den richtigen Konzentrationen
  • Präzise Verhältnisse, die perfekt mit unseren Ergänzungsmitteln zusammenwirken
  • Kein oder sehr geringer Schwermetallgehalt – weit unter den gesetzlichen Grenzwerten

Grower können sicher sein, dass sie die Qualität und Reinheit für potentes, aromatisches und sicheres Cannabis erhalten.


3. Was macht Emerald Harvest-Grundnährstoffe so wirksam?

Die Verwendung einer unserer Grundnährstoffreihen stellt sicher, dass Grower mit einer Premium-Formulierung aus Mikro- und Makronährstoffen bestens versorgt sind.

Die 3 wichtigsten Makronährstoffe für den Pflanzenerfolg sind NPK:

Stickstoff (N) Stickstoff ist das klassische Vegetationselement – auch „Grow“-Element genannt – und verbessert sowohl die Menge als auch die Qualität des getrockneten Endprodukts. Pflanzen mit ausreichend Stickstoff zeigen typischerweise kräftiges Wachstum.

  • Hauptbestandteil von Chlorophyll – fördert die Photosynthese
  • Bestandteil von Nukleinsäuren (DNA & RNA), Phytohormonen und Aminosäuren
  • Unterstützt die Zellteilung
  • Notwendig für alle enzymatischen Reaktionen
  • Hilft bei der Bildung von Aminosäuren, den Bausteinen von Proteinen und des Lebens

Phosphor (P) Phosphor ist das erste der beiden wichtigsten Blüte-fördernden Elemente.

  • Überträgt Nährstoffe und Energie (Hauptaufgabe)
  • Wird bei der Photosynthese genutzt
  • Stimuliert die Blütenbildung
  • Fördert die Frucht- und Samenbildung
  • Begünstigt die Wurzelentwicklung

Kalium (K) Kalium ist das zweite wichtige Blüte-fördernde Element.

  • Verbessert Frucht- und Blütenqualität
  • Fördert den Zuckertransport und ist für die Funktion der Spaltöffnungen (Stomata) essenziell – regelt so den Wasserhaushalt
  • Erhöht phenolische Verbindungen für bessere Schädlingsresistenz
  • Aufbau stabiler Pflanzenstrukturen

Emerald Harvest-Grundnährstoffe enthalten außerdem:

Sekundäre Makronährstoffe

  • Kalzium (Ca) – der „Klebstoff“, der Pflanzenzellwände verbindet
  • Magnesium (Mg) – zentrales Atom des Chlorophylls, hilft Pflanzen, Licht in Energie umzuwandeln
  • Schwefel (S) – notwendig für die Chlorophyllproduktion

Mikronährstoffe (in sehr geringen Mengen, aber entscheidend für Gesundheit und Wachstum)

  • Bor (B) – transportiert Zucker für neues Wachstum und fördert aromatische Verbindungen
  • Chlor (Cl) – unterstützt den Ionentransport in der Pflanze (in der ungiftigen Form Chlorid – nicht Chlorgas!)
  • Mangan (Mn) – aktiviert 35 verschiedene Enzyme
  • Kupfer (Cu) – verbessert Farbe und Geschmack der Ernte
  • Eisen (Fe) – Bestandteil vieler Proteine und Enzyme zur Chlorophyllbildung
  • Molybdän (Mo) – hilft, anorganischen Phosphor in organische, pflanzenverfügbare Formen umzuwandeln
  • Zink (Zn) – Bestandteil aller Enzyme und an der Chlorophyllbildung beteiligt

4. Sollten Grower Ergänzungsmittel zusammen mit Grundnährstoffen verwenden?

Grower, die ausschließlich Grundnährstoffe verwenden, können mit den Formulierungen von Emerald Harvest hervorragende Ergebnisse erzielen. Alles, was eine Pflanze für ihren gesamten Lebenszyklus benötigt, ist in den Grundnährstoffformeln enthalten – das macht den Anbau sehr einfach. Ergänzungsmittel heben Qualität, Größe und Potenz jedoch auf ein neues Level. Um das maximale genetische Potenzial der Pflanzen zu erreichen, sind Ergänzungsmittel notwendig.

Warum dann separate Flaschen? Manche Nährstoffe reagieren sehr schnell miteinander. Zum Beispiel werden Cali-Pro Grow und Bloom als getrennte A- und B-Nährstoffe verkauft, weil ihre Inhaltsstoffe beim Mischen reagieren. Dasselbe gilt für einige Ergänzungsmittel – sie müssen getrennt aufbewahrt und erst beim Gebrauch, und nur in bestimmten Wachstumsphasen, gemischt werden. Aus diesem Grund kommen Premium-Nährstoffe nicht in einer einzigen großen Flasche.


5. Können Grower Cali-Pro oder Grow/Micro/Bloom mit ihrer aktuellen Nährstofflinie kombinieren?

Falls Grower darauf bestehen, können sie einen Blütebooster oder ein anderes Ergänzungsmittel eines Mitbewerbers mit einer unserer Grundnährstoffreihen kombinieren. Wir nennen das jedoch ein „Frankenstein-Düngeprogramm“. Die Ergebnisse können ordentlich sein, aber um das maximale Erntepotenzial auszuschöpfen, muss die Produktlinie so eingesetzt werden, wie sie konzipiert wurde: als vollständiges Düngeprogramm. Daher empfiehlt es sich, die gesamte Linie zu verwenden – nicht nur einzelne Teile davon.

Quelle: Emerald Harvest

Auswertung Pilotversuche 2024 – 2025

Die Studie der Universität Lausanne in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Nordwestschweiz zu den Cannabis-Pilotversuchen zeigt, dass im Rahmen der kontrollierten Abgabe bisher keine negativen Auswirkungen auf die Gesundheit oder die öffentliche Ordnung festgestellt wurden. Vielmehr berichten Teilnehmende von einem verbesserten psychischen Wohlbefinden, da Beschaffungsstress und Stigmatisierung wegfallen. Gleichzeitig ist in einzelnen Studien ein Rückgang des problematischen Konsums nachweisbar.

Legaler Erwerb bei den Cannabis-Pilotversuchen

Trotz einer allgemein hohen Zufriedenheit mit der Beratungs- und Produktqualität wird von etwa einem Drittel der Teilnehmenden Kritik an den als zu hoch empfundenen Preisen geäussert. 30 – 50 % der Teilnehmenden beziehen weiterhin Cannabis vom illegalen Markt. Besonders deutlich ist dies im Projekt SCRIPT (Bern, Biel, Luzern), bei welchem in qualitativen Interviews alle befragten Personen angaben, weiterhin zusätzlich Cannabis von Bekannten zu kaufen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass belastbare Zahlen zum legalen Bezug derzeit nur für vier der sieben Versuche vorliegen: Cann-L (70,2 %), La Cannabinothèque (63 %), Weedcare (über 50 %) und Grashaus (rund 50 %).

  • Weedcare (Basel-Stadt): Hier gibt etwas mehr als die Hälfte (über 50 %) der Teilnehmenden an, Cannabis nur noch über den Pilotversuch zu beziehen.
  • Grashaus (Basel-Landschaft): In diesem Modell bezieht ebenfalls rund die Hälfte der Probanden ihr Cannabis mittlerweile nur noch legal und die Anzahl der Tage mit illegalem Bezug sank im Durchschnitt von 20 auf 10 Tage pro Monat.
  • Cann-L (Lausanne): Nach sechsmonatiger Teilnahme gaben 70,2 % der Personen an, ihr Cannabis fastausschliesslich bei Cann-L zu beziehen. In Lausanne sank der Anteil derer, die „fast immer“ illegal kauften, massiv von 63 % auf nur noch 7 %.
  • La Cannabinothèque (Genf): Eine Befragung ergab, dass 63 % der Teilnehmenden sich ausschliesslich über die legale Verkaufsstelle versorgen.
  • ZüriCan (Zürich): Für dieses Projekt wird keine spezifische Prozentzahl genannt.
  • Cannabis Research Zürich: Hier wird geschätzt, dass fast 50 % der Teilnehmenden den illegalen Markt weiterhin als zusätzliche Bezugsquelle nutzen.
  • SCRIPT (Bern, Biel, Luzern): Eine abschliessende Analyse der Daten zur gesamten Teilnehmerkohorte liegt nicht vor. Qualitative Einzelinterviews mit einer kleinen Gruppe von 14 Teilnehmenden ergaben jedoch, dass alle 14 befragten Personen zusätzlich zu den Studienprodukten weiterhin Cannabis von Bekannten kauften.

Die Zwischenergebnisse sind nur beschränkt aussagekräftig, weil viele Daten erst zu einem späteren Zeitpunkt ausgewertet werden.

Zur Studie: Analysis of results from cannabis pilot trials in Swiss cities – International Drug Policy Consortium (IDPC)

Quelle: https://ighanf.ch/auswertung-pilotversuche-2024-2025/

WHY EMERALD HARVEST’S NUTRIENT LINE IS A PERFECT FIT.

There are dozens of nutrient brands on the market and hundreds of different products that all are created to grow amazing hydroponic crops. For consumers, choosing a nutrient line can be puzzling!

Compared to lights, irrigation, and other components of a grow – nutrients are one of the least costly investments overall, and yet they can end up being the most costly if growers make the wrong choice.

We believe that the best way to simple, easy success for a hydroponic cannabis grower is to make sure that the base nutrients and supplements are working in harmony.

For that to happen, they have to be formulated as a complete feeding program. Growers can try to do this themselves, from scratch, through trial and error. But they would have to figure out where to source the best ingredients—and how much to source—then mix the optimal concentrations and ratios for every week of their grow. A horticultural degree would also help do all this hard work…

But we’ve already done the work. Emerald Harvest has designed its entire product line to work together like a perfect puzzle to provide your plants with the optimal concentrations and ratios of the finest‐quality ingredients available.

Watch this brief overview video about our nutrient product line.

PLAY VIDEO

2.

THE IMPORTANCE OF NUTRIENTS

A persistent problem among the poor in London in the late 19th century was goiter and a closely related condition called cretinism. Cretinism involved intellectual challenges in addition to the thyroid swelling of goiter.

For decades, nobody could explain why this was happening. Finally, scientists discovered that an infinitesimal amount of a single element essential to human life was missing from poor city dwellers’ diets. Iodine. All they needed was iodine.

When London and other cities started adding small amounts of iodine to their water supplies, the goiter and cretinism epidemics vanished. A few micrograms of iodine – about the size of salt grain—was enough to prevent goiter and cretinism.

The same holds true for many other nutrients – an at certain times of a human’s life certain nutrients must be increased or decreased, added or removed, to ensure optimal health.

3.

LAW OF THE MINIMUM

Like humans, plants cannot survive or thrive without at least the minimum amount of every essential element. Scientists often call the essential elements “essential plant nutrients” or simply “essential nutrients”.

Liebig’s law explains that if any essential nutrient doesn’t meet the minimum, the plant suffers. It doesn’t matter if a plant gets more than enough of all of them but one; if even one essential nutrient falls beneath its minimum, the plant will suffer a deficiency, with yield and crop quality leaking away.

This illustration of a barrel shows that if one of the staves is shorter than required, the barrel simply will not fill beyond it. Our insistence on dialing in the right concentrations and precise ratios of these nutrients is what enables us to guarantee simple, easy success.

The Emerald Harvest nutrient line is a complete feeding program that’s been purity and quality tested in the lab—with proven results in the field, grow after grow after grow. That’s why we’re confident in our 100% satisfaction guarantee.

4.

MULDER’S CHART

One piece of the puzzle that we pay meticulous attention to when we’re designing our nutrients is how different nutritional elements react with others.

Some nutrients are synergistic: If you apply more of one, the plant needs more of another—and will take up more of it.

Other nutrients are antagonistic: If you increase the supply of a nutrient, the plant will take up less of another—perhaps too much less, causing a deficiency.

Mulder’s chart shows which nutrients are antagonistic and which are synergistic.

For example:
Phosphorus and magnesium are synergystic. When you feed more phosphorus to boost blooms, you should also feed more magnesium. The plant needs more of each, or it will suffer a deficiency.

Boron and calcium are antagonistic. If you feed a crop too much calcium, you run the risk of boron deficiency—not because you’re not applying enough boron, but because plants won’t absorb as much in the presence of calcium; boron will get “locked out.”

5.

USE ONE LINE OF NUTRIENTS

That’s why it’s crucial to feed plants an optimized nutrient line—one that’s formulated precisely so that each of the products works in harmony with the others. In an optimized nutrient line, the base nutrients and all the supplements fit together like a perfect puzzle, satisfying all the synergies and correcting for all the antagonisms in their ingredients.

Growers run the risk of disrupting the delicate balance of synergies and antagonisms if they take a Frankenstein approach to their feeding program: mixing and matching different products from different brands that might not be formulated to work together—or even be compatible.

If plants don’t have the right nutrients in the right concentrations and ratios at the right times in the crop lifecycle, growers cannot get the most from every harvest. They cannot maximize crop potential for maximum return on their grows. They just can’t, even if they nail all the rest of it—the lights, temperature, air quality etc.

That is why it is crucial to use one product line – especially one like Emerald Harvest – that has been specifically formulated to provide optimal nutrition in the precise amounts at the right time in the plant’s life cycle.

Our insistence on dialing in the right concentrations and precise ratios of these nutrients is what enables us to guarantee simple, easy success.

The Emerald Harvest nutrient line is a complete feeding program that’s been purity and quality tested in the lab—with proven results in the field, grow after grow after grow.

«Kleinbäuerinnen und -bauern erzeugen 70 % der weltweiten Nahrungsmittel»

Es tönt eindrücklich, wird seit Jahren verbreitet und 2026 einmal mehr auch durch die Fastenaktion behauptet: «Kleinbauern und -bäuerinnen bilden das Rückgrat der Nahrungsmittelproduktion»

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Aussage ist falsch. Hier werden Kleinbauern und Familienbetriebe verwechselt.
  • Kleinbäuerliche Landwirtschaft ohne moderne Sorten und modernen Pflanzenschutz können die wachsende Menschheit nicht ernähren.
  • Low-input Anbaumethoden führen zu einem Rückgang der Produktivität
  • Tatsächlich muss die Produktivität gesteigert und zugleich die Flächennutzung verringert werden
  • Mehr zu gängigen Mythen in der Nahrungsmittelproduktion lesen Sie hier.

Vielfach ist zu lesen, Kleinbäuerinnen und Kleinbauern erzeugen 70 Prozent der weltweiten Nahrungsmittel, aber nutzen dafür nur 30 Prozent der Land- und Wasserressourcen.

Kleinbauern sind definiert als Landwirte, die weniger als zwei Hektar Land bewirtschaften. Sie machen zwar etwa 84 Prozent aller landwirtschaftlichen Betriebe weltweit aus, nutzen aber nur ca. 12 Prozent des Ackerlands und liefern lt. FAO (2025) nur ca. 16 Prozent der Nahrungsenergie, 12 Prozent der pflanzlichen Proteine und 9 Prozent der Fette weltweit. Sie werden oft mit Familienbetrieben verwechselt, aber Familienbetriebe sind oft Grossbetriebe.

Hinzu kommt, dass kleinbäuerliche low-input-Landwirtschaft ohne Dünger, ohne moderne Sorten und andere Produktionssysteme (Bewässerung, Pflanzenschutz) die wachsende Menschheit nicht ernähren können. Die OECD gibt an, dass zur Erreichung des Ziels «Zero Hunger» bei gleichbleibenden landwirtschaftlichen Emissionen die durchschnittliche weltweite Ernteproduktivität in den nächsten zehn Jahren um 24 % gesteigert werden müsste. Dies entspricht einer Verdopplung des Anstiegs, der im letzten Jahrzehnt verzeichnet wurde. Sollten die Erträge nicht deutlich steigen, benötigen wir bis 2050 zusätzliche landwirtschaftliche Flächen von fast 600 Millionen Hektar, was der doppelten Grösse Indiens entspricht. Dies würde zu massiver Entwaldung und Biodiversitätsverlusten führen.

Blindspot-Artikel

Eine umfassend nachhaltige Lebensmittelproduktion und eine gesunde Ernährung sind komplexe Themenfelder. Es braucht die Betrachtung aus verschiedenen Blickwinkeln. Doch unliebsame Fakten kommen in der öffentlichen Diskussion häufig zu kurz. Wir beleuchten, was gerne im Schatten bleibt. So kommen die Zielkonflikte zur Sprache.

Um Klima und Artenvielfalt zu erhalten, müssen wir eher weniger Fläche bewirtschaften, also auf weniger Fläche deutlich mehr erzeugen als bisher. Die Ablehnung von hochproduktiver Landwirtschaft als «industrialisiertes Ernten» ist daher angesichts des zu erwartenden Bevölkerungswachstums (8,2 Milliarden heute, 9,7 Milliarden 2050) realitätsfern.

Die Rolle von Kleinbauern ist ambivalent. Während sie heute noch in vielen Regionen entscheidend für die regionale Ernährungssicherheit sind (die sie nicht immer gewährleisten können), werden sie die notwendigen 24 Prozent Produktivitätssteigerung kaum liefern können.

Lösungen sind nur möglich, wenn in Regionen mit vorwiegend kleinbäuerlicher Landwirtschaft vier wichtige Elemente zur Verfügung stehen: die Landwirte benötigen verbessertes Saatgut, das auf Hybridzüchtung und moderner Biotechnologie beruht. Hochertragreiche Sorten waren in der Vergangenheit der wichtigste Treiber für höhere und stabile Erträge. Zweitens muss ihnen mehr Dünger zur Verfügung stehen. In Afrika werden pro Hektar nur ungefähr 20 kg Stickstoff eingesetzt, während der globale Durchschnitt 146 kg Stickstoff/ha beträgt. Auch die Bewässerung ist verbesserungsbedürftig. Nur 6 Prozent der afrikanischen Landwirtschaft hat Bewässerungssysteme, ein Hauptgrund für niedrige Erträge. Vierter und letzter Punkt ist bessere Beratung und Digitalisierung, denn dann stehen Empfehlungen für optimalen Düngereinsatz und zielgerichtete Schädlingsbekämpfung, Wetterprognosen und Marktpreise zur Verfügung – alles Elemente, die auch Kleinbauern bessere Planung und sichere Ernten ermöglichen.

Und nicht zuletzt erlauben diese Elemente unterprivilegierten Kleinbäuerinnen und -bauern, dass sie ihr Land effizienter bestellen und so ihre Kinder zur Schule statt aufs Feld schicken können.

Autor des Artikels: Ludger Weß, promovierter Biochemiker und Wissenschaftsjournalist. Als profunder Kenner der agrarwissenschaftlichen Forschung engagiert er sich für eine faktenbasierte Debatte über neue Züchtungstechnologien.

Quelle: https://swiss-food.ch/