Mischen Sie keine Marken!

Das Anbauen von Pflanzen erfordert Zeit und Energie. Natürlich beabsichtigt jeder neue Züchter beste Ergebnisse. Jedoch werden Sie schon bald feststellen, dass hinter Anbau mehr steckt als nur das Bewässern der Pflanzen!

Gute Ergebnisse erfordern das zeitweise Hinzufügen qualitativ hochwertiger Nährstoffe und Mineralien in der richtigen Dosierung. Am Wichtigsten ist, dass nicht alle Nährstoffe und Mineralien in hohen Konzentrationen gemischt werden können. Oftmals unterteilt der Hersteller Nährstoffe und Mineralien in zwei verschiedene Flaschen (zum Beispiel Spezialdünger für das Wachstum – und Blütestadium, oder A & B Nährstoffe). Es ist wichtig die Etiketten aufmerksam zu lesen, bevor Sie Düngemittel kaufen.

Verschiedene Hersteller geben ähnliche Inhaltsstoffe in eine Flasche und geben ihnen alle ähnliche Namen, aber das bedeutet nicht, dass alle Produkte die gleiche Qualität haben. Vom Mischen von Produkten verschiedener Hersteller wird abgeraten, da es dadurch zu einer Überdosis von Nährstoffen oder einer mangelnden Nährstoffzufuhr kommen kann. Wenn alle Produkte, die Sie verwenden von der gleichen Marke stammen, können Sie davon ausgehen, dass die Nährstoff- und Mineralienkonzentration ausgeglichen ist und dass Ihre Pflanzen alles, was sie brauchen in der richtigen Dosierung erhalten.

Versorgung Ihrer Pflanze, basierend auf der Zeitachse

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Mischen Sie keine Marken!

Während der vegetativen (Wachstums-)Phase, wenn die Pflanze hauptsächlich Blätter entwickelt, benötigt sie spezifische Nährstoffe und Mineralien. Stickstoff (N) ist einer der wichtigsten Inhaltsstoffe, der während dieser Phase benötigt wird und die Menge des im Wachstumsdünger enthaltenen Stickstoffs wird diesem Bedarf angepasst. Aus diesem Grund sollten Sie Ihre Pflanzen regelmäßig mit Dünger versorgen, bevor diese Blüten entwickeln.

Manche Wachstumsdünger werden konzipiert, um Pflanzen mit einer Art Speicher zu versorgen, von dem sie sich nehmen können, was sie brauchen. Weil das genauso funktioniert, wie wenn Sie der Pflanze eine Überdosis zuführen würden, sollten Sie diese Art von Dünger in der frühen Wachstumsphase vermeiden, es sei denn Sie möchten einen Blühdünger verwenden, der weniger Stickstoff enthält. Die Marke, die Sie wählen, gibt den genauen Zeitplan vor, zu dem Sie von einem Wachstumsdünger zu einem Blühdünger wechseln sollten.

Versorgung Ihrer Pflanze, basierend auf Verordnung

Die Versorgung Ihrer Pflanzen könnte nicht einfacher sein! Düngemittel, die für die Blühphase konzipiert wurden, enthalten reichlich eine besondere Art von Nährstoffen, insbesondere Phosphate (P). Die besondere Nährstoffkombination basiert darauf, was die Pflanze zu diesem Stadium in ihrem Lebenszyklus benötigt. Benötigt die Pflanze mehr, sollten Sie die elektrische Leitfähigkeit erhöhen.

Die Pflanze wird nur von den Mineralien profitieren, die ihr in der Woche zur Frucht- und Blütenbildung verhelfen, in der sie mit der Frucht- oder Blütenbildung beginnt. Geben Sie den Pflanzen daher nur eine Extra-Dosis PK-Nährstoffen für eine Woche. Nach dieser Zeitspanne nehmen die Pflanzen weniger Dünger (weniger Phosphate) auf. Wenn Sie die Pflanzen mit Extra-Mineralien versorgen mit dem Versuch die Blütenbildung für eine längere Zeitspanne zu fördern, werden diese nicht von der Pflanze aufgenommen, sondern sammeln sich im Kultursubstrat, wo sie lediglich die elektrische Leitfähigkeit verstärken.

Phosphat ist der teuerste Inhaltsstoff im Dünger. Der Hersteller hält den Preis für Dünger relativ niedrig, indem er dem Standarddünger wenig oder kein Phosphat beimengt. Da Ihre Pflanzen aber unbedingt Phosphat benötigen, müssen Sie extra Mineralien hinzufügen, um den Blühprozess schnell zu stimulieren. Sie müssen also die relativ teure Flasche kaufen, die Mineralien zur Stimulierung des Blühprozesses enthält, um Ihren Pflanzen die korrekte Menge an benötigten Nährstoffen und Mineralien zuzuführen. Schlussendlich bedeutet das, dass Sie im späteren Wachstumsprozess höheren Kosten gegenüberstehen, da Sie in der Anfangsphase eine bestimmte Produktmarke gewählt haben.

Bevor Sie eine bestimmte PK-Dünger Marke kaufen, prüfen Sie die Angaben, um zu wissen, wie lange dieser den Pflanzen zugeführt werden sollte. Je kürzer diese Zeitspanne ist, desto besser der Standard-Dünger. Seien Sie vorsichtig! Schnäppchen können sich im Endeffekt als sehr teuer erweisen. Mischen Sie niemals Versorgungsschemata verschiedener Dünger-Marken!

Versorgung Ihrer Pflanze, basierend auf Inhaltsstoffen

Genau wie Dünger, verfügt jeder Hersteller über Extra-Zusatzstoffe, wie z.B. Enzyme, Stimulantien und Booster in seinem Produktsortiment. Dies sind zwar keine Nährstoffe, aber sie ermöglichen der Pflanze den Zugang zu den bereits verfügbaren Nährstoffen bzw. diese weiterhin aufzunehmen.

Hinweis: Normalerweise werden diese Zusatzstoffe bei Bedarf ihrem Düngertank beigemischt. Die zugefügte Menge hängt von der Zusammenstellung des verwendeten Düngemittels ab.

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Mischen Sie keine Marken!

Versorgung Ihrer Pflanze, basierend auf Substrat oder System

Der in wasserbasierten Wachstumssystemen verwendete Dünger muss genau das enthalten, was die Pflanze benötigt, da diese Systeme keine Nährstoffe binden. Dies gilt jedoch nicht für organische Substrate. Zunächst müssen Sie Ihrem Dünger bestimmte Elemente (z.B. Kalzium) nicht hinzufügen, da Torfmischungen diese in natürlicher Form enthalten. Zu Beginn eines Wachstumszyklus absorbiert Kokos-Substrat große Mengen Kalzium. Daher müssen Sie den Dünger der entsprechenden Düngestrategie anpassen!

Vorbehandelter Kokosabfall ist weitestgehend erhältlich. Die Verwendung von vorbehandeltem Kokos kann den Effekt einer ungewollten Kalzium-Aufnahme oder eines ungewollten Kalzium-Verlust reduzieren und auf diese Weise Ihre Chancen auf eine erfolgreiche Ernte erhöhen. Spezielle Kokosdünger können so gut ausgeglichen sein, dass Sie Ihren Pflanzen jede Woche die richtigen Kombinationen und Dosierungen an Nährstoffen und Mineralien zuführen. Aus diesem Grund ist die Formel des Düngemittels genau an das Substrat angepasst. Verwenden Sie keine anderen Dünger-Marken als CANNA auf CANNA COCO.

Mischen Sie keine Marken!
Jedes Substrat besitzt unterschiedliche Eigenschaften und benötigt aus diesem Grund den optimalen Nährstoff.

In geschlossenen wasserbasierten Systemen, in denen wir Wasser recyceln, ändert sich das Verhältnis der Mineralien und Nährstoffe, sobald die Pflanze etwas absorbiert, was diesen Versorgungstypen zum schwierigsten macht. Allerdings gibt es für diese spezielle Anbaumethode perfekt ausgeglichene Dünger auf dem Markt, die sich als recht benutzerfreundlich erweisen! Diese Produkte sind das Ergebnis jahrelanger Forschung.

Eine winzige Beigabe kann sofort das Gleichgewicht stören und eine Veränderung des pH-Wertes verursachen, was sich wiederum auf Nährstoffaufnahme auswirkt. Das Nährstoffverhältnis gerät aus dem Gleichgewicht. Für jedes Medium existiert eine andere Lösung!

Verschiedene Marken wählen = Unsicherheit wählen

Züchter, die Produkte von unterschiedlichen Herstellern mischen, gehen eine Vielzahl von Risiken ein. Es bestehen gute Chancen, dass die Zuführung einer falschen Menge falscher Mineralien oder Nährstoffe zum falschen Moment erfolgt. Falls Ihnen diese Probleme vertraut vorkommen und Sie oftmals falsche Nährstoffe mit Wasser ausspülen müssen, dann schauen Sie sich Ihre Produkte bitte noch einmal an!

Die Verwendung eines falschen Düngemittels (ungeeignete Menge an Nährstoffen und Mineralien) hat immer zum Ergebnis, dass es zu viel von einem bestimmten Element enthält. Diese Anhäufung von Nährstoffen hat zur Folge, dass die elektrische Leitfähigkeit im Substrat steigt. Die Pflanzen zeigen bestimmte Symptome, von eingerollten Blättern im frühen Wachstumsstadium bis hin zu verbrannten Blättern in einem späteren Stadium. Ähnliche Symptome können auch auf zu viel Sodium, Chlorid oder ein fehlerhaftes Klimakontrollsystem hinweisen. Eine andere Folge kann sein, dass ein Element unterdrückt wird (Antagonismus), bevor Sie eine klare Überdosis feststellen können, die irgendwo im Spektrum eine mangelnde Nährstoffzufuhr verursacht hat.

Im Allgemeinen weisen farblose Blätter an einer Pflanze auf einen bestimmten Nährstoffmangel hin. Je nachdem um welches Mineral oder um welchen Nährstoff es sich handelt, erhalten die Blätter eine Färbung, die Experten oftmals erkennen. Wenn Sie Änderungen am Wachstumsprozess vornehmen, hat dies immer einen begrenzten Einfluss auf Ihre Ernte. Wenn Sie verschiedene Dünger-Marken am gleichen Wachstumsmedium verwenden, werden Ihre Pflanzen oftmals schwächer, ihre Früchte weicher und die Blätter können ihre Farbe verlieren. Im späteren Wachstumszyklus kann ein (Teil) der Pflanzenkultur erhärten und die Blätter schließlich verbrennen.

Jeder Hersteller hat sein Markenprodukt-Sortiment derart strukturiert, dass die Pflanze gemäß ihrer Düngestrategie ein optimales Wachstum und eine optimale Blüte aufweist. Der Dünger für die Wachstumsphase ist mit dem Dünger für die Blühphase abgeglichen. CANNA’s PK13/14 beispielsweise ist ein Produkt, das gewährleistet, dass der Bedarf der Pflanze in der Blühphase gedeckt wird.

Nach vielen Jahren Forschung und Erfahrung sind die Produkte der Firma CANNA mittlerweile perfekt aufeinander abgestimmt, sodass die Pflanzen in jeder Wachstumswoche und in der richtigen Phase ihres Wachstumszyklus die richtige Dosierung an Mineralien und Nährstoffen erhalten. Wie unser Slogan es bereits sagt: ‘CANNA – die Lösung für Wachstum und Blüte’. Solange das Verhältnis der Mineralien und Nährstoffe durch die Beigabe anderer Zusatzstoffe nicht gestört wird, können Sie sich auf eine gute Ernte freuen.

Musik und Pflanzenwachstum: Wie Töne das Leben von Pflanzen beeinflussen können

Pflanzen reagieren auf ihre Umgebung auf viele faszinierende Arten, aber haben Sie jemals daran gedacht, dass Musik eine Rolle in ihrem Wachstum spielen könnte? Wissenschaftler haben erforscht, wie Pflanzen auf verschiedene Klänge reagieren – und die Ergebnisse sind erstaunlich. In diesem Artikel werfen wir einen Blick darauf, welche Musikarten förderlich für Pflanzen sein können, welche schaden und warum das für Ihre Gartenpflege einflussreich sein kann.

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Klassische Musik: Ein Wachstumsbooster für Pflanzen

Es mag überraschend klingen, aber Studien zeigen, dass Pflanzen klassische Musik bevorzugen. Die sanften, harmonischen Töne von Mozart oder Beethoven scheinen das Pflanzenwachstum anregen. Pflanzen reagieren nicht nur auf Licht und Wasser, sondern auch auf Schallwellen. Klassische Musik, insbesondere langsame, melodische Kompositionen, können die Aufnahme von Nährstoffen und Wasser durch die Pflanzen fördern.

Eine Langzeitstudie des Biologen Stefano Mancuso an der Universität Florenz zeigt, dass Pflanzen, die zehn Jahre lang kontinuierlich klassischer Musik ausgesetzt waren, größere Blätter entwickelten und fruchtbarer waren. Seine Weinreben trugen nicht nur mehr Trauben, sondern produzierten auch aromatischen Wein. Ein überzeugender Beweis dafür, dass die richtige Musik für Pflanzen eine positive Wirkung haben kann.

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Heavy Metal: Nicht jede Musikart ist gut für Pflanzen

Während sanfte Klänge Pflanzen unterstützen, verhält es sich mit Heavy Metal ganz anders. Lautstarke, aggressive Musik kann das Wachstum von Pflanzen behindern. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass zu laute Musik die Zellwände der Pflanzen schädigen kann. Schallwellen, die stark genug sind, um die Struktur der Pflanze zu beeinträchtigen, können Stress verursachen, was zu Wachstumsverlangsamungen oder sogar zum Absterben führen kann.

Eine Studie an der Universität Missouri zeigte außerdem, dass bestimmte Pflanzenarten auf laute, unangenehme Geräusche sogar defensiv reagieren können. Ein Beispiel hierfür ist die Kresse, die auf das Geräusch von fressenden Raupen mit der Produktion von chemischen Giftstoffen reagiert. Dies zeigt, dass Pflanzen Schallwellen aktiv zur Informationsgewinnung nutzen, um ihre Überlebensstrategien zu verbessern.

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Klangwellen und Pflanzen: Wie Musik die Zellstruktur beeinflusst

Aber warum reagieren Pflanzen überhaupt auf Musik? Der Schlüssel liegt in den Schallwellen. Pflanzen besitzen Zellmembranen, die empfindlich auf Schall reagieren. Sanfte Musik kann die Zellwände stimulieren und so den Stoffwechsel der Pflanze anregen. Wenn die Schallwellen im richtigen Bereich liegen, öffnen sich die Poren der Pflanzen und erleichtern die Aufnahme von Wasser und Nährstoffen.

Laute oder chaotische Musik hingegen führt dazu, dass sich die Zellwände verhärten, was die Nährstoffaufnahme erschwert und das Wachstum verlangsamt. Pflanzen benötigen also nicht nur Licht und Wasser, sondern auch eine ruhige und harmonische Umgebung kann von Vorteil sein, um zu gedeihen.

Praxistipp: Wie man Musik für seine Pflanzen nutzen kann

Sie fragen sich jetzt vielleicht, wie man Musik effektiv in die Pflanzenpflege integrieren kann. Die gute Nachricht: Sie brauchen keine teure Soundanlage oder ausgeklügelte Technik. Eine einfache Playlist mit klassischer Musik oder sanften, natürlichen Klängen kann schon einen positiven Effekt haben.. Achten Sie nur darauf, dass die Musik nicht zu laut ist. Studien zeigen, dass Pflanzen besonders empfindlich auf übermäßigen Lärm reagieren. Musik in Zimmerlautstärke oder leiser ist ideal.

Für Wildpflanzen wie Weinreben oder Tomaten kann Musik tatsächlich einen spürbaren Unterschied machen, während Zierpflanzen bisher keine signifikanten Veränderungen durch Musik gezeigt haben. Dennoch schadet es nicht, auch diesen Pflanzen ab und zu eine musikalische Pause zu gönnen.

Stimme statt Lautsprecher: Warum auch das Reden mit Pflanzen hilft

Sollte Ihnen die richtige Musikwahl schwer fallen, können Sie Ihre Pflanzen auch direkt ansprechen. Auch Ihre Stimme hat eine positive Wirkung! Beim Sprechen werden Schallwellen erzeugt, die ähnlich wie Musik auf die Zellwände der Pflanzen wirken. Zudem gibst du beim Sprechen Kohlenstoffdioxid (CO₂) ab, welches die Pflanzen für die Photosynthese benötigen.

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Pflanzen Komponisten und spezielle Playlists

Wenn Sie etwas Besonderes suchen, können Sie sich auch für spezialisierte Playlists für Pflanzen entscheiden. Es gibt mittlerweile Musik, die direkt auf die Bedürfnisse von Pflanzen zugeschnitten ist, wie etwa „Music for Plants“ oder „Mother Earth’s Plantasia“. Diese Playlists kombinieren sanfte Melodien mit natürlichen Klängen, um eine angenehme Atmosphäre zu schaffen, in der Pflanzen optimal gedeihen können.

Fazit: Musik als grüner Daumen für dein Zuhause

Musik kann mehr als nur unsere Laune verbessern – sie hat auch einen Einfluss auf das Wachstum von Pflanzen. Besonders klassische Musik oder sanfte Klänge können Pflanzen helfen, sich besser zu entwickeln, während laute und chaotische Musik ihnen schadet. Mit etwas Experimentierfreude können Sie die perfekte musikalische Umgebung für Ihre grünen Pflanzenfreunde schaffen.

Quellen:

https://hesi.nl

  • Universität Florenz – Langzeitstudie zur Wirkung von Musik auf Pflanzen
  • Mancuso, S. – Studien zu Reben und klassischer Musik 
  • Universität Missouri – Forschung zu Kresse und Schallwellen 
  • SWR – Experteninterview mit Julia Kehr zur Wirkung von Musik auf Pflanzen 
  • Galaxus – Mythencheck: Pflanzen und Musik

Runner’s High erklärt: Was Marathonläufe mit unserem körpereigenen Cannabis-System machen

Wer schon einmal einen Marathon gelaufen ist – oder zumindest davon gehört hat – kennt den Begriff „Runner’s High“: dieses seltsame Hochgefühl, das manche Läuferinnen und Läufer nach vielen Kilometern überkommt. Lange wurde vermutet, dass körpereigene Cannabinoide dafür verantwortlich sind. Eine im September 2026 im Fachjournal BMC Medicine veröffentlichte Studie hat dieses Phänomen jetzt so genau untersucht wie kaum eine zuvor – direkt bei echten Marathon- und Ultramarathonläufen. Die Ergebnisse zeigen ein überraschend klares Bild davon, wie unser Körper unter Dauerbelastung mit seinem eigenen Endocannabinoid-System arbeitet.

Das Endocannabinoid-System: unser körpereigenes Pendant

Wer sich mit Cannabis beschäftigt, hat den Begriff sicher schon gehört: Das Endocannabinoid-System (ECS) ist ein Netzwerk aus Rezeptoren und Botenstoffen, das jeder Mensch von Natur aus besitzt – unabhängig davon, ob er je Cannabis konsumiert. Es reguliert unter anderem Stimmung, Schmerzempfinden, Stress und Entzündungsprozesse. Zwei der wichtigsten körpereigenen Botenstoffe darin heissen Anandamid (AEA) und 2-Arachidonoylglycerol (2-AG). Sie docken an dieselben Rezeptoren an, auf die auch Cannabinoide aus der Cannabispflanze wirken – deshalb interessiert sich die Forschung schon länger dafür, was diese körpereigenen Stoffe unter Belastung tun.

Bisherige Studien zu diesem Thema hatten allerdings eine Lücke: Sie untersuchten fast ausschliesslich kurze Belastungen von unter einer Stunde. Was bei stundenlangen Läufen passiert, war bislang kaum erforscht.

Zwei Studien, echte Läufe

Genau hier setzt die neue Untersuchung an. Ein internationales Forschungsteam hat zwei Feldstudien durchgeführt – nicht im Labor, sondern bei echten Wettkämpfen:

Studie 1 – Der Marathon: 19 trainierte Läuferinnen und Läufer (Durchschnittsalter 46 Jahre) absolvierten einen Marathon über drei 14-km-Runden rund um den Baldeneysee. Zum Vergleich legte dieselbe Gruppe an einem anderen Tag dieselbe Zeit gehend zurück. Vor dem Start, nach jeder Runde, direkt im Ziel und nochmals 45 Minuten später wurde den Teilnehmenden Blut abgenommen.

Studie 2 – Der Ultramarathon: 36 Läuferinnen und Läufer (Durchschnittsalter 50 Jahre) nahmen an der TorTour de Ruhr® 2024 teil, über Distanzen von 100, 160 oder sogar 230 Kilometern. Auch hier wurden Blutproben vor und nach dem Rennen ausgewertet, ergänzt durch Befragungen zu Euphorie, Angst und Schmerzempfinden.

Was die Forschenden gefunden haben

Die zentralen Ergebnisse lassen sich einfach zusammenfassen:

Anandamid steigt deutlich an – und bleibt hoch. Beim Marathon stieg der AEA-Spiegel im Blut kontinuierlich während des Laufs an und blieb selbst 45 Minuten nach dem Zieleinlauf noch erhöht. Beim Gehen war dieser Effekt deutlich schwächer ausgeprägt.

2-AG folgt einem anderen Muster. Dieser zweite wichtige Botenstoff stieg vor allem in der späteren Laufphase und in der Erholungsphase danach an – ein sogenannter zweiphasiger Verlauf.

Intensität scheint wichtiger als Dauer. Interessanterweise fielen die Anstiege beim (kürzeren, aber intensiveren) Marathon stärker aus als beim (deutlich längeren, aber gemächlicheren) Ultramarathon. Das deutet darauf hin, dass nicht allein die Streckenlänge zählt, sondern vor allem das Lauftempo beziehungsweise die Belastungsintensität.

Die Psyche spielt mit. Marathonläuferinnen und -läufer berichteten während des Laufs von mehr Euphorie und weniger Angst als beim Gehen – auch wenn der Schmerz ab Kilometer 28 spürbar zunahm. Bemerkenswert: Nur 3 von 19 Teilnehmenden gaben an, während des Marathons tatsächlich einen „Runner’s High“ erlebt zu haben. Bei den Ultramarathonläufern war es umgekehrt: Dort berichteten 12 von 31 Personen von diesem Hochgefühl, während die Angst nach dem Zieleinlauf deutlich abnahm.

Keine Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Sowohl beim Marathon als auch beim Ultramarathon fanden sich zu Beginn keine Unterschiede in den Ausgangswerten zwischen Frauen und Männern.

Was bedeutet das?

Die Studie liefert einen der bislang solidesten Belege dafür, dass unser körpereigenes Endocannabinoid-System bei lang andauernder Ausdauerbelastung tatsächlich aktiv mitspielt – und zwar länger, als bisher angenommen. Die Autorinnen und Autoren vermuten sogar, dass die erhöhten Werte auch nach dem Lauf noch eine Rolle spielen könnten, etwa bei der Erholung und beim Abschalten des Körpers nach der Anstrengung.

Für alle, die sich für das Endocannabinoid-System interessieren, ist das ein weiteres spannendes Puzzlestück: Es zeigt einmal mehr, wie fein abgestimmt und vielseitig dieses körpereigene System ist – weit über den Bezug zu Cannabis hinaus. Es reguliert offenbar auch, wie wir auf körperliche Ausdauerleistung reagieren.

Wichtiger Hinweis: Dieser Beitrag fasst wissenschaftliche Forschungsergebnisse zusammen und dient ausschliesslich der allgemeinen Information. Er stellt keine medizinische Beratung dar und ist nicht als Aussage über die Wirkung von Cannabis oder Cannabisprodukten zu verstehen.

Quelle: Siebers, M., Huvermann, D., Siebers, C. et al. „Endocannabinoid dynamics across marathon and ultramarathon running: evidence from two field studies.“ BMC Medicine 24, 469 (2026). https://doi.org/10.1186/s12916-026-05186-z

Die Bewässerung von Pflanzen

Was ist die beste Bewässerungsfrequenz für mein System? In den mehr als 30 Jahren meiner Tätigkeit in der Gartenbranche war das oder so ähnlich die Frage, die ich am häufigsten hörte. Das ist auch die Frage, die am Schwierigsten zu beantworten ist. Es gibt keine einfache Antwort, aber nur eine richtige: Wenn die Pflanze Wasser braucht. Die Häufigkeit der Bewässerung und, in geringerem Maße, die Menge des Wassers hängen von vielen äußeren Gegebenheiten ab, was das Problem noch schwieriger macht. Als Grower brauchst du Augenmaß.

Das ist das einzige Gebiet, wo sich erfolgreiche Grower von erfolglosen scheiden. Als wir die natürliche Umgebung verließen und eine selbst gemachte betraten, und anfingen Hochleistungen zu verlangen, öffneten wir die Büchse der Pandora, Sonderausführung für Grower. Wir haben die Wasserbeziehungen zwischen der Pflanze, dem Substrat und dem Grower fundamental geändert. Zur Lösung dieses Problems hat die Industrie eine Unmenge von Medien und Systemen entwickelt, die gut an die Veränderungen angepasst sind. Die Frage „Was ist richtig für mich“ muss ganz danach beantwortet werden, was für ein Grower du bist. Wenn du verstehst, wie sich die Teile ergänzen, ergibt sich, welche Methode für dich die beste ist. Wir ändern unseren Ansatz, um die Bewässerung allen Einflüssen anzupassen, denen unsere Pflanzen ausgesetzt sind, damit wir das bestmögliche Ergebnis erzielen. Was wir nicht ausgleichen können: Wenn der Grower seine Techniken oder sein Produktionssystem nicht an diese Bedingungen anpasst.

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Thoughts on watering plants

Das Wachtums-Tetraeder

Wir wollen die Betrachtung der Bewässerung mit einer Tatsache beginnen:  Eine erfolgreiche Ernte beginnt mit der erfolgreichen Anwendung der im Wachstums-Tetraeder dargestellten Maßnahmen (siehe Bild 1-1). An den vier Seiten des Tetraeders sind die vier primären Komponenten dargestellt, die zusammen Wachstum erzeugen. Alle Seiten sind gleichermaßen wichtig. Sie müssen optimiert werden, um zu den übrigen Seiten zu passen. Wie du siehst, ist Wasser (als Lösungsmittel oder rein) die Basis der Pyramide, denn es ist in allen anderen Seiten ebenso vorhanden. Die Wahl der Pflanzen bestimmt die Umgebung für die Wurzeln (und entsprechend das zu verwendende System oder Medium) und die Umgebung für Stiele, Blüten und Blätter (Seiten 2, 3 und 4). Die vier Seiten bilden das Tetraeder; jede Seite bestimmt die Begrenzungen der anderen.

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Bild 1-1 Das Wachstums-Tetraeder

Die Pflanzen sind die erste Seite und die erste Entscheidung. Die Entscheidung, was du anpflanzen willst, bestimmt, wie du das tust. Die Umgebungen für Wurzeln und Blattwerk ergeben sich aus der Wahl der Pflanze. Weiterhin werden Entscheidungen getroffen, die davon abhängen, wie gut du dein System kennst, was du züchtest, den Stärken und Schwächen und was durch die übrigen beiden Seiten vorgegeben ist. Es wäre zwecklos, den Zücht von Tomaten zu versuchen, wenn nicht genug Licht in der Umgebung vorhanden ist. Es wäre auch zwecklos, Orchideen zu züchten, wenn das Wasser knapp ist. Obwohl Salat erfolgreich in Torf oder Coco produziert werden kann, lässt er sich auch in einem Hydroponiksystem anbauen, was die Zeit verkürzt, die Kosten senkt und den Platzbedarf vermindert. Obwohl du in deinem Grow Room Blattsalat anbauen kannst, bedeutet das nicht, dass du darin erfolgreich Kopfsalat produzieren kannst, es sei denn, du kannst die Temperatur auf ein niedrigeres Niveau bringen. Wähle deine Pflanze sorgfältig, sowohl die Art als auch die Sorte, denn alle sind verschieden und reagieren verschieden.

Die Umgebung für die Wurzeln bestimmt, welches System du anwendest. Was passt am Besten zu den anderen Seiten? Das System bestimmt die Umgebung für die Wurzeln oder das zu verwendende Medium. So versorgen wir die Pflanzen nicht nur mit Wasser, Nahrung und Luft, es wird auch die halbe Pflanze geschützt. Wurzeln arbeiten anders als das Blattwerk, sie werden aber zugleich vom Blattwerk beeinflusst. Das Medium dient der physischen und materiellen Versorgung der Pflanze. Die Art des Mediums wird sehr durch die Bedürfnisse der Pflanzen und des Growers bestimmt. Medien, die auf Erde verzichten können Pflanzen auf Dauer mit Nahrung und Wasser versorgen und schützen, was das Leben des Growers leichter macht (weniger Kopfschmerzen, und es ist zwecklos, Salat in mit Torf gefüllten Behältern anzubauen.

Die Wurzeln benötigen auch das richtige Verhältnis von Luft und Wasser im Medium, je nach dem, um welche Pflanze es sich handelt. Alle Wurzeln benötigen Sauerstoff. Pflanzen haben keine Lungen. Oder echtes Kreislaufsystem transportiert Sauerstoff von den Blättern zu den Wurzeln zu transportieren. Der Sauerstoff diffundiert durch die Zellen der Pflanzen. Die meisten fleischfressenden Pflanzen benötigen wenig Luft. Kakteen und Sukkulenten benötigen viel Luft. Die meisten Pflanzen haben mittleren Luftbedarf. Gleichbleibende Temperatur und richtige Feuchtigkeit sind die Schlüsselkomponenten bei der Entwicklung und Wirkungsweise der Wurzeln. Das wird durch die Art des verwendeten Mediums beeinflusst. (Bild 1-2)

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Bild 1-2 Belüftung und Poren

Die Umgebung der Blätter ist alles, was die Pflanze oberhalb des Bodens sieht. Dazu gehören richtige Temperaturen für die angebaute Pflanze. Weiterhin sind Lichtintensität (einschließlich Zusammensetzung, Dauer und Durchdringung), die Luft (das Verhältnis der Gase, aus denen sie besteht und die Luftbewegung) und die relative Feuchtigkeit integrale Bestandteile der Umgebung (in geringerem Maße auch Krankheitserreger und externer Stress). Sind die Werte falsch, entsteht großer Schaden. Bis zu einer Grenze gleichen sie sich gegenseitig aus. Die Pflanze assimiliert Kohlenstoffatome, die Grundbausteine des Lebens, wie wir es kennen, nur aus dieser Seite als Bestandteil der Luft, CO2. Es ist nicht so sehr der Effekt einer Komponente, die den Unterschied macht. Es ist, wie alle diese Komponenten zusammen wirken, was die letzte Seite, das Wasser, bestimmt.

Wasser, das universelle Lösungsmittel, bildet unsere letzte Seite, es ist die Grundlage und existiert als Lösung. Ich meine damit im weitesten Sinne alles vom einzelnen Atom bis zum komplexen Schlamm, der Nährstoffe zur Wurzeloberfläche und dann aufwärts im Stiel zur übrigen Pflanze fließen lässt. Das Wasser wirkt an allen Seiten, als Feuchtigkeit im Blattbereich, es bewegt Nährstoffe und unterstützt andere Mediumaktivitiäten im Medium, es steuert alle Aktivitäten in der Pflanze, und liefert die benötigten Nährstoffe in die Zellen der Pflanze, indem es sie transportiert. Das Wasser muss für jede Seite richtig sein, damit jede Seite wichtig ist. Es wird in der erste Phase benötigt, um Licht in Energie umzuwandeln und in der letzten Phase, der Atmung. Es muss sich den Bedürfnissen der Pflanze anpassen. Pflanzen, die trockene Füße bevorzugen, sollten nicht in einem Hydrokultursystem sein; Wasserpflanzen sollte nicht mit trockenen Füßen gehalten werden.

Die chemische Zusammensetzung des Wassers ist für seine Leistung kritisch und muss angepasst und ausgeglichen sein, um richtig zu arbeiten. Eine Pflanze wird sich üblicherweise den Beschränkungen auf den anderen Seiten unseres Wachstumstetraeders anpassen. Sie wird nicht besonders schön oder produktiv sein, aber sie kann überleben und sich fortpflanzen, was das wirkliche Ziel aller Pflanzen ist, aber sie wird Wassermangel nicht ertragen. Verringere die Wasserversorgung und alle Funktionen verringern sich oder hören ganz auf, was die Pflanze zu ruhen zwingt oder gleich absterben lässt. Wie man es richtig macht, ist extrem schwierig zu lehren und besonders leicht zu vermasseln.

Wenn du das Wasser wegnimmst, entfernst du eine Seite des Tetraeders und nichts geht mehr. Mogele an einer Seite und, selbst, wenn die anderen Seiten in Ordnung sind, wirst du fast nichts ernten. Wenn du an einer Seite die Menge, Qualität, Zusammensetzung oder Zufuhr änderst, musst du zum Ausgleich an mindestens einer Seite etwas ändern. Information über alles, was eine Pflanze für jede Seite braucht, ist gut bekannt und mit heutigen Technologien verfügbar. Die Frage ist nur: „Ist sie für den Grower erreichbar, hat er die Zeit, die Kenntnisse, die Mittel, die Bereitschaft und die Stimmung?“

10 Faustregeln

Jetzt wollen wir einige wichtige Grundbegriffe und Faustregeln verstehen und akzeptieren.

1. Vorweg: Die Wurzelsysteme krautiger Pflanzen benötigen fast 100 % Feuchtigkeit, im Idealfall immer, andernfalls sterben die Wurzelspitzen ab. Die Wurzelspitze ist das sehr kleine Ende der Wurzel, die in 3 Abschnitte eingeteilt wird. Die Länge ist variabel, abhängig von vielen Bedingungen, wie Pflanzensorte, Temperatur, Wasserversorgung und vielen anderen. Diese Spitze nimmt die meisten Mineralien und das meiste Wasser auf. Wurzelhaare erleichtern die Aufnahme. Sie sind im dritten und letzten Abschnitt. Hinter dem dritten Abschnitt beginnt die Wurzel zu verholzen. Dadurch wird sie für Wasser und Nährstoffe undurchlässiger. Schneide die Spitze ab und die Wurzel muss sie regenerieren, bevor weiteres Wachstum erfolgt.

2. Wurzeln wachsen als Reaktion auf den Verbrauch von Ressourcen, also Bereiche, wo die Wurzel alle Mineralien aufgenommen hat. Wird das Material nicht ersetzt, wächst die Wurzel, um mehr zu finden. Wurzeln müssen wachsen. Wenn Nährstoffe und Wasser reichlich vorhanden sind, entwickelt sich das Wurzelsystem nicht in Einklang mit Blättern und Stielen. Mangel an Kohlehydraten schwächt die Pflanze. Gib den Pflanzen Zeit zum Trocknen und so die vorhandenen Mineralien zu verbrauchen. Umgekehrt, halte sie zu trocken und ein Zustand, bekannt als chronischer Wasser- oder Nährstoffmangel, kann entstehen.

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Bild 1-3 Gute, starke Wurzeln in Coco

3. Überwässerung tritt ein, wenn die Wurzeln unter Wasser stehen und keinen Sauerstoff erhalten. Das hängt mehr von der Dauer und der Drainage und weniger von der Wassermenge ab. Abgesehen von der Unterwasser-Kultivierung (nett anzusehen, aber völlig nutzlos für weniger erfahrene Grower), lasse die Wurzeln nie für mehr als 20 Minuten unter Wasser, selbst dann werden einige absterben. Beachte: Wurzeln benötigen Sauerstoff, um ihre Aufgabe zu erfüllen. Der kommt durch Diffusion an der Wurzeloberfläche. Ein gut entwässertes Medium kann länger geflutet werden, weil das überschüssige Wasser schnell abfließt, wenn die Wasserzufuhr aufhört. Schlecht entwässerte Medien dürfen nur kürzere Zeit gewässert werden, und die Wasserzufuhr muss langsamer erfolgen, denn es dauert länger, bis das überschüssige Wasser von den Wurzeln abfließt. Sehr schlecht entwässerte Medien sind nicht zu verwenden, denn die Wasserzufuhr muss so langsam erfolgen, dass sie nie voll durchfeuchtet werden. (Bild 1-4)

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Bild 1-4 Bewässerungstiefenprofil
und Bodentyp

4. Die generelle Faustregel zur Bestimmung der Gesundheit der Wurzeln und der Bewässerungserfordernisse eines Systems: 1 m² Beet, mit Blättern bedeckt, braucht 4 – 6 Liter Wasser pro Tag. Bei jungen Pflanzen oder, wo die Fläche nicht voll mit Blättern bedeckt ist, beträgt der durchschnittliche Bedarf etwa 3 Liter pro Tag. Das entweder es, ob 2 oder 20 Pflanzen auf dem Quadratmeter gibt. Baue das System so, dass diese Menge so lange du willst geliefert werden kann. Benutze diese Zahl, um zu bestimmen, wie gut die Pflanzen arbeiten. Wird weniger verbraucht, stimmt etwas nicht an den Wurzeln, könnte die Feuchtigkeit zu hoch sein, es könnte zu kalt sein, und so weiter.

5. Wenn du den Wasserkreislauf für eine Ernte von mehr als einer Pflanze einrichtest, basiere die Zeiten auf dem Durchschnitt aller Pflanzen. Beispiel: Wir wollen die meisten Medien bewässern (ausgenommen Aeroponik), wenn etwa 50 % des Wassers verbraucht ist. Stelle ein automatisches System so ein, dass es sich einschaltet, wenn 50 % der Pflanzen bereit sind. Lasse alles gleich bleiben: Das Medium, das Alter und die Größe der Pflanzen, die Beleuchtung, die Luftbewegung und so weiter. Besonders wichtig: Sorge dafür, dass sich die Pflanzen gleichmäßig entwickeln.

6. Bei einem organischen oder inerten Medium:  Bewässere, wenn 50 % des Wassers, das du zuletzt hinzugefügt hast, verschwunden ist. Manchmal kann der Grower den Behälter völlig trocken wiegen, dann Wasser hinzufügen, bis es abläuft und wieder wiegen. Die Differenz ist, wie viel der Behälter aufnehmen kann. Bewässere, wenn die Waage anzeigt, dass die Hälfte verbraucht ist. Nach dem Bepflanzen gilt das auch während der frühen Phasen. Dann sollte der Grower in der Lage sein die benötigte Menge abzuschätzen, so lange festzustellen ist, dass die Pflanzen Gewicht zunehmen. (Bild 1-5 und 1-6)

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Bild 1-5 Zeit für die Bewässerung. Bild 1-6 Wiegen nach der Bewässerung

7. Bei aeroponischen Systemen musst du gut schätzen können, ob die Wurzeloberflächen gerade die freie Feuchtigkeit verloren haben, ohne dass die Luftfeuchtigkeit weit unter 100 % sinkt. Das erfordert laufende Überwachung, besonders, wo die Wurzeln der Außenluft ausgesetzt sind.

8. Wurzeln lieben Dunkelheit und versuchen, weg vom Licht zu wachsen. Schütze sie sie so weit wie möglich vor Licht bei Systemen, die dünne Wände aus PVC haben oder Luftkammern sind.

9. Beachte: Du kannst nicht zu viel Wasser in einen Behälter einfüllen, der Löcher hat. Beispiel: In einen 20-Liter-Behälter kannst du 12 Liter in 5 Minuten einfüllen, oder auch 80 Liter, aber 10 Minuten nach Ende des Zuflusses bleibt immer die gleiche Menge übrig, und das ist der einzig wichtige Punkt.

10. Die Zyklen müssen während des dunklen Teils des Beleuchtungszyklus angepasst werden, weil die Pflanzen dann viel weniger Wasser verbrauchen. Der dunkle Zyklus ist kritisch für die Entwicklung der Pflanzen. Das gilt für bewölkte Tage oder Zeiten mit hoher Luftfeuchte. Medien, die Wasser halten (Torf, Steinwolle, etc.), müssen selten oder nie nachts bewässert wurden, sofern der Grower den Bewässerungszyklus so einrichtet, dass Wasser in der letzten halben Stunde der Helligkeit oder in der ersten halben Stunde zugeführt wird. Aeroponik oder Hydrokörner benötigen gelegentliche Wasserzufuhr mehrmals in der Nacht.

Zusammenfasssung

Bewässerung von Hand ist das Einfachste und Billigste. Dazu gehört alles vom Halten des Schlauchs in deiner Hand bis zur manuellen Einstellung eines Ventils, das Wasser in ein System von Tropfern, Sprühgeräten, Sprengern oder Düsen einleitet. Das bietet dem Grower den besten Überblick, sofern er aufmerksam ist und die richtige Wassermenge in jeden Behälter hinein bekommt. Wenn du einen 25-Liter-Behälter mit Mutterboden verwendest, ist die Zufuhr von 4 Litern Wasser nicht ausreichend. Fülle immer so viel Wasser ein, bis mindestens 20 % wieder abläuft; das gewährleistet totale Saturierung und das Auswaschen angesammelter Salze. Du musst ein System verwenden, das eine vorgegebene Wassermenge zuführt, wenn du das Wasser genau dosieren willst.

Das wird durch Automatisierung des Systems erreicht. Entwirf das System aufgrund des Wasserbedarfs. Beginne mit der Festlegung, wie viel Wasser in den Behälter in der vorgegebenen Zeit fließen soll, um zu gewährleisten, dass die Wurzeln nicht länger als die empfohlene Zeit unter Wasser stehen. Weil Tropfer Tiefenprofile haben, nimm einen typischen Tropfer zur Hand, um dem Bedarf zu entsprechen. Dann zählst du die Tropfer, die für das gewünschte System benötigt werden und baue die Rohrleitungen und die Pumpe auf, um die benötigte Wassermenge bei dem Druck zuzuführen, den der Tropfer haben muss, um richtig zu arbeiten. Dann wähle einen Tank in einer Größe, die gewährleistet, dass die Wassermenge vor dem Austausch des Tanks bei jeder Bewässerung zur Verfügung steht. Beachte: Die Menge muss bei allen Tropfern gleich sein. Stelle darum sicher, dass im gesamten System der benötigte Druck und die zugeführte Wassermenge an jedem Tropfer innerhalb einer Fehlertoleranz verfügbar ist. Beachte auch: Wenn der Druck steigt, sinkt die ausfließende Wassermenge. Wenn du 2000 Liter in der Minute bei 3 Bar ausfließen lassen willst, brauchst du eine Pumpe, die das leistet.

Bei extremen Systemen wie Hydrokulturen muss der Wasseraustausch im Wurzelbereich das Wasser sauber halten, und die Sättigung mit Luft muss mit Hilfe von Aerationstechnologien aufrecht erhalten werden, z. B. mit Luftpumpen. Aeroponische Systeme müssen die gleichen Anforderungen erfüllen, haben aber immer nur sehr kurze Abschaltzeiten und müssen bei Dunkelheit arbeiten. Das gilt auch für Systeme, die gebackene Hydrokörner verwenden, aber die Abschaltzeiten sind länger, weil diese Aggregate eine hohe Luftfeuchtigkeit bewahren.

Das ist es, alle Systeme am Markt fallen heute in 2 Kategorien, manuelle und automatische. Die Uhr ist wichtig und die mit der Bewässerung verbundene Arbeit. Alles andere ist Klempnerei. Mit einfachsten Worten: Das Ziel ist, zur richtigen Zeit und gezielt Wasser an den Wurzelbereich zu liefern, der Rest ist Bequemlichkeit oder Genauigkeit. Also, es gibt 2 Kategorien und viele Systeme. Die Einfachsten sind die Besten.

Von Hand begießen ist das Beste, besonders, um Salze auszuwaschen. Das kann auch mit Sprengern erreicht werden, wenn alle Behälter bewässert werden können. Der Autor bevorzugt Fluten und Ablaufen lassen nicht, um wässrige Lösungen aufzutragen, das geht nämlich nur bis zu einem gewissen Grad. Es sollten aber immer auch von Zeit zu Zeit die Salze ausgewaschen werden, die nicht durch Abfließen erfasst werden, weil sie aufwärts wandern. Geräte, die Tropfen abgeben, sind großartig für Medien, die nicht zu windig sind. Sie benötigen aber eine Seitwärtsbewegung, um den Wurzelbereich zu saturieren und tun wenig, um das Medium durchzuspülen. Sprinkler sind großartig, aber nur, wenn es die Pflanzen (und das Gebäude) vertragen. Es gibt strenge Beschränkungen, wie sie einzusetzen sind, weil Krankheiten und ausgelassene Behälter oft die Folge sein können. Es wird auch viel Wasser durch Verdunstung und Ablaufen verschwendet. Sprühgeräte bieten für die meisten Medien die größten Anpassungsmöglichkeiten. Nur fehlt Luft, wo eine Nebeldüse gebraucht wird Sie können eingesetzt werden, um Wasser über ein Medium zu verteilen was, gleichmäßige Bewässerung und gutes Auswaschen gewährleistet.

Es ist schwierig, 30 Jahre Erfahrung in einem kurzen Aufsatz unterzubringen. Wenn diese Hinweise befolgt werden, machen sich die Ergebnisse in Form von Ernteertrag, Geldersparnis und allgemeinem Erfolg bemerkbar. Das Schlüsselelement in der ganzen Diskussion ist der Grower. Es ist der Grower, der das ganze System beeinflusst, und Erfolg oder Misserfolg liegt ganz in seinen Händen.

Quelle: Canna.ch

Abwehr mit Tradition: Wie Pflanzen schon vor 400 Millionen Jahren lernten, sich zu schützen

Jeder erfahrene Grower weiss: Pflanzen sind alles andere als wehrlos. Trichome, Harze, Bitterstoffe – die Natur hat im Lauf der Evolution unzählige Strategien entwickelt, um Fressfeinde fernzuhalten. Wie alt diese Strategien tatsächlich sind, zeigt jetzt eine Studie, die im August 2026 im Fachjournal Development erschienen ist: Ein zentraler Mechanismus der pflanzlichen Zellorganisation lässt sich bis zu den frühesten Landpflanzen zurückverfolgen – rund 400 Millionen Jahre.

Ein Ordnungsprinzip mit vielen Anwendungen

Im Zentrum der Studie steht ein Entwicklungsprinzip namens laterale Hemmung. Dahinter steckt eine einfache Idee: Eine Zelle „informiert“ ihre direkten Nachbarn darüber, dass sie sich bereits auf einen bestimmten Zelltyp festgelegt hat, und unterdrückt so, dass die Nachbarzellen denselben Weg einschlagen. Das Resultat sind regelmässig verteilte Muster unterschiedlicher Zelltypen – ein Bauprinzip, das man in ganz unterschiedlichen Lebewesen wiederfindet, von Tieren bis zu Pflanzen.

Ein internationales Forschungsteam um Josep Mercadal, Postdoktorand in der Arbeitsgruppe von Pau Formosa-Jordan am Max-Planck-Institut für Pflanzenzüchtungsforschung in Köln, wollte wissen, wie weit dieses Prinzip zeitlich zurückreicht. Dafür kombinierten die Forschenden drei sehr unterschiedliche Methoden: die Untersuchung von Fossilien, den Vergleich mit heute lebenden Arten und mathematische Modellierung.

Die Hauptrolle: Ölkörperzellen in Lebermoosen

Untersucht wurden Lebermoose – eine der ältesten heute noch existierenden Linien der Landpflanzen. Im Fokus standen dabei spezialisierte Ölkörperzellen, die bei diesen Pflanzen eine wichtige Funktion in der Abwehr von Pflanzenfressern übernehmen.

Um herauszufinden, wie alt die Anordnung dieser Zellen ist, verglich das Team moderne Lebermoosarten mit aussergewöhnlich gut erhaltenen Fossilien von Metzgeriothallus sharonae – einer der frühesten bekannten Lebermoosarten überhaupt. In diesen Fossilien treten die entsprechenden Zellen als klar abgrenzbare „dunkle Zellen“ hervor.

Was die Fossilien verraten

Das Ergebnis: Die dunklen Zellen in den 400 Millionen Jahre alten Fossilien sind keineswegs zufällig verteilt, sondern folgen einem regelmässigen, gleichmässig verteilten Muster – exakt jener Struktur, die für laterale Hemmung typisch ist. Für die Forschenden ein starker Hinweis darauf, dass dieser Musterbildungsmechanismus bereits bei einigen der allerersten Landpflanzen aktiv war.

Das ist deshalb bemerkenswert, weil Fossilien normalerweise keine genetischen oder molekularen Spuren konservieren. Wie ein zugrunde liegender Entwicklungsmechanismus vor Jahrhunderten von Jahrmillionen tatsächlich funktioniert hat, lässt sich daher kaum direkt nachweisen – ein Umstand, der die Erforschung der Evolution solcher Prozesse bislang deutlich erschwert hat.

Von der Zellanordnung zum Computermodell

Um diese Lücke zu schliessen, griff das Team auf computergestützte Modelle zurück. Damit liessen sich die räumlichen Muster, wie sie im fossilen Gewebe sichtbar sind, rechnerisch nachbilden. Die Modellierung zeigte: Ein vergleichsweise einfacher Mechanismus reicht aus, um das beobachtete Muster zu erklären – eine Kombination aus lokaler Aktivierung einzelner Zellen und hemmenden Signalen an die jeweiligen Nachbarzellen.

Bemerkenswert ist, dass exakt dasselbe Prinzip auch die Verteilung der Ölkörperzellen bei heute lebenden Lebermoosen wie Marchantia polymorpha erklärt. Ein Mechanismus, der über hunderte Millionen Jahre hinweg im Grundsatz erhalten geblieben ist.

Was das für die Forschung bedeutet

Die Studie liefert damit einen neuen methodischen Ansatz: Zellmuster, die in Fossilien erhalten sind, lassen sich gezielt nutzen, um Rückschlüsse auf die dahinterliegenden Entwicklungsmechanismen zu ziehen – selbst wenn keinerlei genetisches Material mehr vorhanden ist. Für die Erforschung der langfristigen Evolution pflanzlicher Zellspezialisierung eröffnet das ganz neue Möglichkeiten.

Josep Mercadal ordnet die Ergebnisse so ein: Die laterale Hemmung dürfte ein tief in der Evolution verwurzelter Mechanismus sein, der die Differenzierung pflanzlicher Zellen bereits seit den frühesten Phasen der Landpflanzen-Evolution steuert – mit direkter Bedeutung für die Entwicklung pflanzlicher Abwehrstrategien gegen Fressfeinde. Die Arbeit zeige zudem beispielhaft, wie sich aus der Kombination von Fossilfunden und moderner Modellierung neue Erkenntnisse über die Ursprünge fundamentaler biologischer Prozesse gewinnen lassen.

Ein Blick, der sich lohnt

Für uns als Growshop ist das ein schönes Beispiel dafür, wie tief die Abwehrmechanismen von Pflanzen evolutionär verankert sind – lange bevor der Mensch überhaupt angefangen hat, Pflanzen gezielt zu kultivieren. Wer seine Pflanzen versteht, weiss: Ihre Fähigkeit, sich selbst zu schützen, ist kein Zufallsprodukt, sondern das Ergebnis von hunderten Millionen Jahren Evolution.


Quelle: Max-Planck-Institut für Pflanzenzüchtungsforschung, Köln, Pressemitteilung vom 10. August 2026, basierend auf der Studie von Mercadal et al., veröffentlicht im Fachjournal Development.

Wie man alle Werkzeuge in seinem Werkzeugkasten mit Pflanzensteuerung nutzt

Wie man alle Werkzeuge im Werkzeugkasten für die Pflanzensteuerung nutzt

Abha Gupta, MS Horticulture

Lesedauer 4 mins

Gärtner manipulieren seit Tausenden von Jahren ihre Anbaubedingungen, um bestimmte Pflanzenverhalten zu fördern. Die Pflanzensteuerung ist kein neues Konzept, aber Züchter haben den Einsatz dieser Umweltwerkzeuge weiterentwickelt.

Vegetative Pflanzensteuerung

Die vegetative Steuerung ermöglicht ein langes, üppiges Pflanzenwachstum und Zellvergrößerung. Dies zeigt sich in der Blätter-, Stängel- und Wurzelproduktion während der vegetativen Phase des Pflanzenlebens. Wenn die Pflanze während ihrer Blütezeit vegetativ gesteuert wird, kann dies zu einer Steigerung der Blüten- und Fruchterträge mit höherem Wassergehalt führen.

Züchter können dieses Wachstum fördern, indem sie ihren Pflanzen höhere Luftfeuchtigkeit, eine warme Temperatur und einen niedrigeren EC-Wert im Substrat bieten. Das Substrat darf nicht zu „salzhaltig“ werden, da dies die Pflanze stressen und das vegetative Wachstum hemmen kann. Um ein üppiges Wachstum zu fördern, ist es auch ratsam, den Wurzelbereich länger feucht zu halten oder die Dauer der Trocknungsphase (dryback period) zu verkürzen.

Messung der Trocknungsphasen

Die Länge der Trocknungsphase kann durch die Messung des Wassergehalts im Substrat bestimmt werden. Viele Züchter messen den volumetrischen Wassergehalt (VWC), der das Volumen des Wassers im Verhältnis zum Volumen des Substrats angibt. Es ist auch möglich, den Wassergehalt über das Gewicht zu messen: Die einfachste Methode besteht darin, die Behälter anzuheben und zu spüren, wann sie nach der Sättigung etwa 50 % ihres Gewichts verloren haben – ein Indikator für erneutes Giessen. Dies ist eine Bewässerungsmethode, die einige als die „50%-Regel“ bezeichnen.

Generative Pflanzensteuerung

Die generative Steuerung belastet Pflanzen tendenziell stärker und reduziert die Zellvergrösserung, was zu einer Verringerung der Pflanzenlänge und kleineren Blättern führt. Theoretisch können diese Stressreaktionen vorteilhafte Eigenschaften hervorrufen, wie zum Beispiel eine dichtere Blütenbildung und geschmackvollere, konzentriertere Blumen und Früchte. Diese Vorteile werden jedoch noch diskutiert. Wird die generative Steuerung in der späten Blütephase angewendet, kann sie die Reifung der Erträge fördern und die Aromen verstärken. Züchter können dieses Wachstum unterstützen, indem sie die Luftfeuchtigkeit senken, die Lichtintensität erhöhen und den EC-Wert in der Wurzelzone steigern.

Wie man alle Werkzeuge im Werkzeugkasten für die Pflanzensteuerung nutzt
Die Erhöhung des EC im Wurzelbereich, wie rechts gezeigt, erzeugt einen kleineren osmotischen Gradienten zwischen der Nährstoffkonzentration im Substrat und den Wurzelzellen. Ein niedrigerer Gradient führt dazu, dass Wasser langsamer vom Pflanzenmedium in die Wurzelzellen übergeht, was typisch für die generative Steuerung ist. Im Gegensatz dazu zeigt das Foto links den Wurzelbereich während der vegetativen Steuerung, bei dem der osmotische Gradient zwischen dem Wurzelbereich und den Wurzelzellen grösser ist, was den Wassertransport in die Wurzelzellen erleichtert.

Züchter können den EC-Wert der Wurzelzone erhöhen, indem sie eine höhere Düngermenge anwenden und/oder die Trocknungsphasen, also die Zeitspanne zwischen den Bewässerungen, verlängern. Beide Massnahmen dienen dazu, dass sich Nährstoffe im Substrat anreichern und der Wurzelbereich saurer wird, wodurch die Pflanze effektiv gestresst und die Wasseraufnahme weiter reduziert wird. Wurzelhaarzellen sind darauf spezialisiert, eine hohe Konzentration an gelösten Stoffen zu haben, sodass sie Wasser durch Osmose aufnehmen können. Wenn jedoch der EC-Wert der Wurzelzone ebenfalls hoch konzentriert ist, wie es bei der generativen Steuerung der Fall ist, wird der osmotische Gradient zwischen der Wurzelzone und den Wurzelzellen kleiner, und die Pflanzen nehmen Wasser langsamer auf. Theoretisch ist CANNA’s PK 13/14, das nur für 7- bis 10-tägiges Zeitfenster während der generativen Phase angewendet wird, eine Möglichkeit für Züchter, den EC-Wert der Wurzelzone während der Blüte zu erhöhen.

Wie man alle Werkzeuge im Werkzeugkasten für die Pflanzensteuerung nutzt
Der osmotische Gradient, der Wasser durch die Pflanzenwurzeln zieht, wirkt sich auch auf die gesamte Pflanze aus. Die Nährstoffkonzentration in den Blättern muss niedriger sein als in den Wurzeln, um einen ausreichenden Gradient zu schaffen, der es der Pflanze ermöglicht, Wasser von den Wurzeln in die Blätter aufzunehmen. Wenn Wasser aus den Blättern über die Spaltöffnungen (Stomata) verdunstet, entsteht eine „Zugkraft“ auf die Wassersäule in den Xylemgefässen, die Wasser aus den Wurzeln aufgrund des osmotischen Gradienten anzieht. Ebenso muss für den Transpirationsprozess die Konzentration in der Atmosphäre niedriger sein als in den Blättern, damit Wasser aus den Blättern verdunsten kann.

Verwende Steuerungswerkzeuge entsprechend deiner Ziele

Sobald ein Züchter mit der Art und Weise vertraut ist, wie seine Entscheidungen in Bezug auf Umgebung, Bewässerung und Düngung das Pflanzenwachstum beeinflussen, liegt es an ihm zu entscheiden, wie er das Wachstum der Pflanze in bestimmten Entwicklungsphasen lenken möchte. 

Einige Züchter bevorzugen die generative Steuerung während der späten vegetativen Phase, um die Bildung von mehr Blüten zu fördern, bevor sie zur vegetativen Steuerung zurückkehren, um das Volumen von Blüten und Früchten zu erhöhen. Andere entscheiden sich dafür, während der gesamten vegetativen Phase die vegetative Steuerung beizubehalten und erst in der generativen Phase zur generativen Steuerung überzugehen. Wieder andere entscheiden sich dafür, die gleichen Bedingungen während der gesamten Produktionsdauer beizubehalten, als vereinfachte Anbaumethode.

Es gibt kein richtig oder falsch bei der Pflanzenproduktion – denn alles hängt von den individuellen Zielen und Möglichkeiten ab. Wichtig ist jedoch, ein gutes Verständnis des Anbauumfelds zu haben. Sei dir bewusst, wie die Umgebung das Pflanzenwachstum beeinflusst, beobachte die Pflanzenproduktion und nehme weiterhin Anpassungen gemäss deinen Zielen vor. Und wie immer: Bei Fragen steht dir das CANNA-Team gerne zur Seite.

Quelle: Canna.ch

Die geplante Schweizer Cannabisregulierung setzt auf Kontrolle statt Konsumförderung

Stellungnahme der IG Hanf Schweiz zum NZZ-Beitrag «Ungesund» vom 2. August 2026

Bern, 4. August 2026

Der Beitrag «Ungesund» in der «NZZ am Sonntag» setzt sich ausführlich mit den gesundheitlichen Risiken einer Cannabisregulierung auseinander. Die IG Hanf Schweiz teilt seinen Ausgangspunkt: Cannabis ist keine harmlose Substanz. Aus unserer Sicht greift die Analyse jedoch dort zu kurz, wo sie die Risiken eines regulierten Markts nicht systematisch denjenigen des heutigen Schwarzmarkts gegenüberstellt. Zugleich zeigt der Artikel selbst, dass nicht die Regulierung an sich über die gesundheitlichen Folgen entscheidet, sondern deren konkrete Ausgestaltung.

Für die Beurteilung entscheidend ist deshalb der Vergleich zwischen dem heutigen Schwarzmarkt und einem regulierten Markt. Der Schwarzmarkt kennt keine verlässlichen Alterskontrollen, deklariert keine Wirkstoffgehalte und prüft keine Verunreinigungen. Ein regulierter Markt schafft demgegenüber verbindliche Alterskontrollen, geprüfte und deklarierte Produkte, Rückverfolgbarkeit, Prävention, klare Abgaberegeln und einen wirksamen Schutz von Jugendlichen. Genau darauf zielt der aktuelle Schweizer Gesetzesentwurf zum Cannabisproduktegesetz. Er sieht starke gesundheitspolitische Schutzmechanismen vor: Nicht gewinnorientierter Verkauf, umfassendes Werbeverbot, Mindestalter 18, eine THC-Obergrenze und eine Lenkungsabgabe, die riskantere Produkte verteuert. Damit begrenzt der Vorentwurf jene kommerziellen Verkaufsanreize, die der Artikel als Haupttreiber der problematischen Entwicklungen in den USA und in Teilen Kanadas erkennt.

Was die vorliegenden Daten zeigen 

Der Artikel kritisiert, dass die Schweizer Pilotversuche nur bereits konsumierende Personen einschliessen und deshalb wenig darüber aussagen, ob eine Regulierung neue Konsumierende schafft. Die Antwort liefern die Daten zum Konsum aus Ländern mit Regulierung. Der Artikel hält fest: In Kanada ist der Cannabiskonsum unter Jugendlichen seit der Legalisierung insgesamt weitgehend stabil geblieben. Der Zuwachs bei Erwachsenen wiederum setzt einen bereits vor der Legalisierung bestehenden Trend fort.

Die bisherigen Umsetzungserfahrungen zeigen, dass eine regulierte Abgabe in einem streng kontrollierten Rahmen praktikabel ist. Die vom BAG in Auftrag gegebene Auswertung hält fest, dass die sieben Pilotversuche bisher ohne nennenswerte Zwischenfälle sowie ohne negative Auswirkungen auf die Gesundheit oder die öffentliche Ordnung verliefen. Die längerfristigen Auswirkungen auf Gesundheit und Konsumverhalten lassen sich gemäss Bericht jedoch noch nicht abschliessend beurteilen.

Die IG Hanf Schweiz vertritt seit Jahren eine klare Position: Ziel einer Regulierung ist nicht die Förderung des Konsums, sondern die Verdrängung des Schwarzmarkts durch einen streng regulierten Markt mit wirksamem Jugend- und Gesundheitsschutz. Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht, ob Cannabis Risiken birgt. Darüber besteht wissenschaftlicher Konsens, sondern welches System diese Risiken besser reduziert.

«Reguliert wird nicht, um den Konsum zu fördern, sondern um ihn zu kontrollieren. Qualitätsgeprüfte und deklarierte Produkte, ein umfassendes Werbeverbot, klare Altersgrenzen und gezielte Prävention: Das sind zentrale Unterschiede zwischen dem geplanten Schweizer Modell und den stark kommerzialisierten Märkten, vor deren Folgen der Artikel warnt», sagt Renato Auer, Medienverantwortlicher, IG Hanf Schweiz.

Die IG Hanf Schweiz begrüsst den sachlichen Dialog und stellt Redaktionen, Politik und Öffentlichkeit gerne aufbereitete Daten, Studien und Fachpersonen zur Verfügung.

Über die IG Hanf Schweiz. Die IG Hanf Schweiz ist der Branchenverband der Schweizer Hanf- und Cannabiswirtschaft. Sie wurde 2017 gegründet und setzt sich für eine faktenbasierte, gesundheitsorientierte Cannabisregulierung ein.

Kontakt. Lukas Brunner, Geschäftsführender Sekretär, 076 541 04 20, lukas.brunner@ighanf.ch

Link zum Originalartikel der NZZ: Cannabis-Legalisierung: Das weiss man über die Gefahren

How have cannabis use and related indicators changed since legalization of cannabis for non-medical purposes? Results of the Canadian Cannabis Survey 2018-2022 – PubMed

The clouded debate: A systematic review of comparative longitudinal studies examining the impact of recreational cannabis legalization on key public health outcomes – PMC

Ergebnisse aus den Pilotversuchen mit Cannabis

Umstieg auf LED-Beleuchtung: Kein spezieller Dünger nötig


Wer von klassischen HPS-Lampen auf LED-Technologie wechselt, muss zwar seine Erwartungen und einige Gewohnheiten anpassen – an der grundlegenden Düngestrategie ändert sich jedoch wenig. Ein durchdachtes gärtnerisches Vorgehen kombiniert mit einer gut abgestimmten Nährlösung genügt für erfolgreiche Ernten, unabhängig vom Lichttyp.

Lesedauer: ca. 4 Minuten


Was LEDs auszeichnet

LED-Beleuchtung hat sich im Gartenbau fest etabliert – zu Recht, denn sie liefert eine starke Lichtausbeute bei vergleichsweise niedrigem Stromverbrauch. Je nach Modell stehen sowohl Vollspektrum- als auch gezielt eingegrenzte Spektren zur Verfügung. Im Unterschied zu klassischen Entladungslampen (HID) strahlen LEDs deutlich weniger Infrarotanteil ab, der sonst als spürbare Wärme wahrgenommen wird.

Da LEDs tendenziell mehr blaues und weniger fernrotes Licht abgeben, bleiben Pflanzen darunter kompakter, wachsen weniger in die Höhe und bilden dichter gepackte Blütenstände aus. Der höhere Blau- und UVA-Anteil wirkt sich zudem positiv auf die Blütenqualität aus. Untersuchungen legen nahe: Obwohl die Pflanzen unter LED im Schnitt rund 15 % kleiner blieben, fiel der Ertrag – dank höherer Lichtintensität – um 15 bis 50 % grösser aus als unter HPS.

Interessant dabei: Die Nährstoffaufnahme selbst unterschied sich zwischen beiden Lichtquellen kaum. Das spricht dafür, dass ein solide abgestimmter Basisdünger auch unter LED völlig ausreicht – eine eigens für LED entwickelte Nährstoffformel ist nicht notwendig, abgesehen von substratspezifischen Anpassungen.

Wärmehaushalt im Blick behalten

Weil LEDs weniger Abwärme produzieren, solltet ihr das bei der Raumtemperatur berücksichtigen – im Idealfall wird zusätzlich geheizt, um auf rund 24 °C zu kommen. Alternativ lässt sich auch die Bewässerung an die kühleren Bedingungen anpassen.

Bei tieferen Temperaturen transpirieren Pflanzen weniger und nehmen dementsprechend auch weniger Nährlösung auf. Eine leicht erhöhte Nährstoffkonzentration (EC-Wert) kann hier gegensteuern, damit die Pflanze pro Aufnahmemenge ausreichend versorgt bleibt – besonders wenn erste Mangelerscheinungen sichtbar werden.

Manche Growerinnen und Grower setzen bei LED zusätzlich auf calciumbetonte Dünger, da Calcium im Pflanzengewebe kaum beweglich ist und bei reduzierter Transpiration insgesamt weniger transportiert wird. Vorsicht ist hier aber geboten: Ein zu hoher Calciumanteil kann die Aufnahme anderer Nährstoffe blockieren und so neue Mängel verursachen. Sinnvoller ist es daher meist, die Dosierung des gewohnten Basisdüngers leicht zu erhöhen, statt zusätzlich ein „LED-spezielles“ Produkt anzuschaffen.

Lichtintensität und ihre Grenzen

Die hohe Intensität von LED-Licht kann den Stoffwechsel und die Gesamtleistung der Pflanze deutlich ankurbeln. Allerdings hat jede Pflanze einen individuellen Sättigungspunkt – ab diesem bringt zusätzliches Licht keinen weiteren Ertragsgewinn mehr. Wo genau dieser Punkt liegt, hängt von Wachstumsphase, Sorte und Anbaumethode ab. Wird zusätzlich CO₂ zugeführt, steigt der Lichtbedarf der Pflanze bis zum Erreichen dieses Sättigungspunkts weiter an – ebenso wie die Photosyntheseleistung.

Kommt neben höherem CO₂-Gehalt auch noch eine wärmere Anbautemperatur hinzu, lässt sich die Photosynthese zusätzlich steigern. Dieses Zusammenspiel aus CO₂, Licht und Temperatur fördert einen beschleunigten Stoffwechsel und kräftigeres Wachstum – was wiederum einen höheren Nährstoffbedarf nach sich zieht. In einem solchen Szenario (LED + zusätzliches CO₂ + höhere Temperatur) lohnt sich also ebenfalls eine leicht erhöhte Grunddüngerdosis.

Fazit: Einfachheit siegt

Ob unter HID- oder LED-Beleuchtung – die Grundregeln bleiben dieselben: Temperatur und Luftfeuchtigkeit an die jeweilige Wachstumsphase anpassen, die Pflanzen aufmerksam beobachten und die Düngung entsprechend der eigenen Bedingungen feinjustieren. Ein ausgewogener Basisdünger bleibt unabhängig vom Lichttyp die richtige Wahl. Das bedeutet für euch: eine Flasche weniger im Regal und ein Sorgenpunkt weniger. Setzt auf bewährte, hochwertige Produkte – und viel Erfolg beim Anbau!


Gesetzliche Krankenkassen erstatten keine Cannabisblüten mehr in Deutschland

Seit Ende Juli 2026 hat sich für Cannabispatientinnen und -patienten in Deutschland die Erstattungslage grundlegend verändert: Getrocknete Cannabisblüten sind aus dem Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung herausgefallen. Möglich wurde dies durch das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz, das am 29. Juli im Bundesgesetzblatt erschien und bereits am Folgetag Wirkung entfaltete.

Konkret wurde Paragraf 31 Absatz 6 SGB V angepasst: Kassenpatienten haben nun nur noch Anspruch auf standardisierte Cannabisextrakte sowie auf Präparate mit den Wirkstoffen Dronabinol oder Nabilon – vorausgesetzt, die übrigen gesetzlichen Bedingungen sind erfüllt.

Ein generelles Verbot ist damit allerdings nicht verbunden. Ärzte können Cannabisblüten nach wie vor verordnen, Apotheken dürfen sie weiterhin abgeben. Wer gesetzlich versichert ist, benötigt dafür jedoch ein Privatrezept und trägt die Kosten in aller Regel komplett selbst.

Besonders heikel: Die Umstellung gilt auch für Patienten, die ihre Blütentherapie schon vor Inkrafttreten des Gesetzes begonnen hatten – eine Übergangsfrist für laufende Behandlungen sieht das Gesetz nicht vor. Für zusätzliche Verunsicherung sorgen Rezepte, die zwar noch vor dem Stichtag ausgestellt, aber erst danach eingelöst wurden. Der Apothekerverband weist darauf hin, dass Apotheken hier ein Retax-Risiko tragen – die Kasse könnte die Erstattung im Nachhinein verweigern.

Wichtig: Betroffen ist ausschliesslich die gesetzliche Krankenversicherung. Bei privat Versicherten entscheidet weiterhin der individuelle Tarif beziehungsweise Versicherer darüber, ob Blüten übernommen werden.

Für viele chronisch kranke Menschen dürfte die Neuregelung spürbare Auswirkungen haben. Wer bisher Blüten über die Kasse bezogen hat, sollte das weitere Vorgehen möglichst rasch mit der behandelnden Praxis und der Krankenkasse klären – ein eigenmächtiger Umstieg auf Extrakte oder andere Präparate ohne ärztliche Rücksprache wird nicht empfohlen.

Ziel der Reform ist laut Bundesregierung, die Ausgaben der gesetzlichen Kassen zu begrenzen. Medizinisches Cannabis bleibt Teil der Versorgung – künftig jedoch nur noch in den gesetzlich vorgesehenen Darreichungsformen zulasten der Kassen.

Einfluss von UV-Licht auf Cannabis

Wir gehen der Frage nach, ob zusätzliches UV-Licht einen Einfluss auf Ertrag, Cannabinoide und Terpene hat.

Zusammenfassung

Im hauseigenen Pflanzenlabor im SANlight HQ gingen wir dem Mythos des Einflusses von UV-Licht auf die Cannabispflanze nach. Je mehr Leute man dazu befragt, desto mehr Meinungen findet man dazu. Auch werden wir als Hersteller von Pflanzen LED-Leuchten immer wieder zu diesem Thema befragt. Um eine auf Daten und Fakten basierte Aussage treffen zu können, haben wir in unserem Labor eine Versuchsreihe dazu gestartet und uns folgende Fragen gestellt:

  • Wie wirkt sich die zusätzliche Bestrahlung mit Licht der Wellenlänge von 365nm auf Ertrag, Cannabinoide und Terpene aus?
  • Wie wirkt sich die zusätzliche Bestrahlung mit Licht der Wellenlänge von 420nm auf Ertrag, Cannabinoide und Terpene aus?
  • Ist die Auswirkung auf das Cannabinoid- und Terpenprofil bei beiden Wellenlängen gleich, oder verhalten sich die Pflanzen unterschiedlich?

Licht der Wellenlänge von 420nm zählt per Definition nicht mehr zum UV-Bereich des Lichtspektrums. Ebenfalls wird auch die Bezeichnung „UV-Licht“ oft ohne die Klassifizierung UV-A, B und C verwendet. Diese Wellenlänge könnte jedoch, basierend auf der Absorptionskurve, ähnliche Reaktionen bei den Pflanzen hervorrufen wie das Licht der Wellenlänge 365nm (UVA Bereich). Generell wurden diese Wellenlängen ausgewählt, weil hierfür effiziente und langlebige High Power Led Chips am Markt vorhanden sind. Untersuchungen mit Wellenlängen um 300nm werden aus aktueller Sicht nicht durchgeführt, da die zur Verfügung stehenden Led Chips weder eine akzeptable Effizienz  noch brauchbare Lebensdauern liefern. Während Leds mit Wellenlängen > 350nm eine Effizienz > 50% vorweisen, arbeiten Led Chips mit 300nm Wellenlänge mit einem Wirkungsgrad von deutlich unter 10%.

Untersucht wurde die Fragestellung an zwei verschiedenen Genetiken (Serious Happiness – Serious Seeds und London Mint Cake – T.H. Seeds) verteilt auf 6 Pflanztische á 2m x 1m. 2 Tische pro Genetik wurden als Referenz mit dem Serienspektrum unserer EVO Serie ohne UV-Licht belichtet. 2 Tische wurden zusätzlich, zum Basis-Lichtspektrum, mit Licht der Wellenlänge 420nm belichtet. Die verbleibenden  2 Pflanz-Tische wurden zusätzlich zum Basisspektrum mit Licht der Wellenlänge 365nm versorgt. Alle Pflanzen wurden mit derselben Nährlösung sowie derselben Gießmenge versorgt. Genaue Angaben findet ihr in der Auflistung weiter unten.

In Anbetracht der Tatsache, dass die Tische mit UV-Licht ein um ca 9% höheres Lichtniveau erhielten, gibt es keine klare Aussage darüber, dass eine zusätzliche Bestrahlung mit 420nm bzw. 365n, einen positiven Effekt auf Ertrag, Terpene oder Cannabinoiden hat. Bei Licht mit 365nm wurde der Terpengehalt reduziert, bei Behandlung mit 420nm Licht konnte kein nennenswerter Effekt festgestellt werden. Bei diesem Licht waren die Effekte gegenläufig, so konnte ein Zuwachs an THC bei einer Genetik bei gleichzeitiger Abnahme bei der anderen Genetik verzeichnet werden. Zusätzlich zeigen die Ergebnisse auch, dass es erhebliche genetische Streuungen beim THC-Wert innerhalb der Pflanzengenetik gibt.

Die energieabhängige Effizienz (Gramm pro Watt) der Referenzgruppe ist besser als bei den Gruppen mit 365nm und 420nm zusätzlichem Licht. Dies deutet darauf hin, dass keine der Pflanzen die Wellenlängen 365nm und 420nm effizient für die Bildung von Blütenmasse nutzen konnten. Bei der Genetik London Mint Cake hat die Zusatzbelichtung sogar zu einem Rückgang der trockenen Gesamtmasse geführt.

Hinweis: Es handelt sich hierbei um ein Experiment aus einer mehrteiligen Versuchsreihe. Der hier vorliegende Bericht stellt nur einen Zwischenstatus unserer Untersuchungen dar. Dieser Bericht darf nicht als finale Aussage zu UV gewertet werden. Um eine endgültige Aussage zur Wirksamkeit von UV Licht zu erarbeiten sind noch weiter interne Versuche nötig.

Inhaltsverzeichnis

Eine detaillierte Versuchsbeschreibung finden Sie weiter unten im Blog oder Sie klicken einfach beim Inhaltsverzeichnis auf den gewünschten Abschnitt:

  1. Versuchsaufbau
  2. Methodik
  3. Ergebnisse
  4. Zusammenfassung Ergebnisse

Serious Happiness – Serious Seeds

Serious Seeds – Table 1 Versuchstag 86 Blütetag 70

Serious Seeds – Table 2 Versuchstag 86 Blütetag 70

Serious Seeds – Table 3 Versuchstag 86 Blütetag 70

London Mint Cake – T.H. Seeds

London Mint Cake – Table 4 Versuchstag 86 Blütetag 70

London Mint Cake – Table 5 Versuchstag 86 Blütetag 70

London Mint Cake – Table 6 Versuchstag 86 Blütetag 70

Versuchsaufbau

Licht und Anbaufläche

Pflanzen, Wachstumsmedium und Nährstoffe

Labortechnik

Methodik

Zusatzbelichtung

Belichtungsintensität und -dauer der UV-Zusatzbelichtung

Licht-, Klima- und Nährstoffwerte über den Versuchszeitraum

Tag 1-17 Vegetative Phase 1-17

Tag 18-37 Generative Phase 1-19

Tag 38-47 Generative Phase 20-29

Tag 48-86 Generative Phase 30-70

Ernte und Probenentnahme

Ernte und Blütekategorien

Ergebnisse

Cannabinoide

Terpene

Erntegewicht

Zusammenfassung Ergebnisse

365nm UVA

  • Cannabis mit 365nm zusätzlich zu belichten, zeigt keine klaren Auswirkungen auf den Ertrag
  • Cannabis mit 365nm zusätzlich zu belichten, zeigt Auswirkungen auf die Terpene. Der durchschnittliche Gehalt an Terpenen wird durch die Behandlung mit 365nm reduziert.
  • Cannabis mit 365nm zusätzlich zu belichten, zeigt auf Basis dieser Untersuchung keine klaren Auswirkungen auf den THC-Gehalt, wird aber in einem Folgeversuch weiter untersucht, siehe Abschlusskapitel.

420nm tiefes Blau

  • Cannabis mit 420nm zusätzlich zu belichten, zeigt keine klaren Auswirkungen auf den Ertrag. Es gab im Versuch Unterschiede in der Pflanzenmasse, doch diese sind auf das, im Verhältnis zur Referenzgruppe, erhöhte Lichtniveau zurückzuführen.
  • Cannabis mit 420nm zusätzlich zu belichten, zeigt keine klaren Auswirkungen auf die Terpene. Es gab im Versuch einen Zuwachs im Ø Terpengehalt bei beiden verwendeten Cannabissorten von ca. 2%, der Grund dafür liegt aber wiederum aller Wahrscheinlichkeit nach bei dem um 8,89% höheren Lichtniveau.
  • Cannabis mit 420nm zusätzlich zu belichten, könnte einen Effekt auf die Bildung von Cannabinoiden haben, speziell THC. Gleichzeitig zeigen die Ergebnisse auch, dass es erhebliche genetische Streuung beim THC Wert innerhalb der Pflanzen gibt. Teilweise waren die Effekte gegenläufig, so konnte ein Zuwachs an THC bei einer Genetik bei gleichzeitiger Abnahme bei einer anderen Genetik verzeichnet werden. Auf Basis dieser Untersuchung kann deshalb derzeit keine endgültige Aussage gemacht werden.

365nm UVA und 420nm tiefes Blau im Vergleich

  • Die Auswirkungen der beiden Wellenlängen sind, auf Basis der vorliegenden Ergebnisse, unterschiedlich.
  • Die Belichtung mit 365nm wirkt sich auf die Pflanzenmasse und den Wassergehalt aus, ohne das Blütengewicht zu erhöhen, bei 420nm konnte dieser Effekt nicht beobachtet werden.
  • Der Terpengehalt wird durch 365nm reduziert, bei Behandlung mit 420nm konnte kein nennenswerter Effekt festgestellt werden.
  • Es gibt Hinweise, dass sich 420nm auf den THC Gehalt in den Cannabispflanzen auswirkt, bei 365nm konnten keine großen Auswirkungen festgestellt werden.

Ausblick und Folgeversuch

Hinweis: Es handelt sich hierbei um ein Experiment aus einer mehrteiligen Versuchsreihe. Der hier vorliegende Bericht stellt nur einen Zwischenstatus unserer Untersuchungen dar. Dieser Bericht darf nicht als finale Aussage zu UV gewertet werden. Um eine endgültige Aussage zur Wirksamkeit von UV Licht zu erarbeiten sind noch weiter interne Versuche nötig.

Die Auswirkungen der Belichtung von Cannabis mit 365nm UVA und 420nm tiefes Blau wird uns weiter untersucht werden. Aktuell wird bereits ein Folgeversuch in unserem Labor durchgeführt. In diesem Folgeversuch werden alle Klimabedingungen, die Nährstoffversorgung, der Lichteinfluss und andere Faktoren ident zu diesem abgeschlossenen Versuch gehalten. Die einzige Änderung besteht in den verwendeten Pflanzen. Der Folgeversuch wird mit Stecklingen der jeweils 3 ertragsstärksten Pflanzen jeder Versuchsgruppe durchgeführt. Jede Versuchsgruppe des Folgeversuchs wird mit Klonen der neun ertragsstärksten Pflanzen je Genetik des Vorversuchs bestückt. Bei der so entstehenden Bestückung (Tischbild) jeder Versuchsgruppe werden die Stellplätze der einzelnen Pflanzen auf jedem Versuchsgruppentisch ident sein. Dadurch können Varianzen in Bezug auf Licht und Mikroklimas minimiert werden.

Gerne werden wir die Ergebnisse wieder in unserem Blog mit euch teilen!