Pflanzenbewässerung richtig gemacht – was Grower wirklich wissen müssen

Wann muss ich giessen? Wie viel Wasser braucht meine Pflanze? Diese Fragen stellen sich Grower aller Erfahrungsstufen – und die ehrliche Antwort lautet: Es gibt keine universelle Formel. Die richtige Bewässerung hängt von zahlreichen Faktoren ab und erfordert vor allem eines: ein gutes Auge und ein Gefühl für die Pflanze.


Das Wachstums-Tetraeder: Alles hängt zusammen

Um Bewässerung wirklich zu verstehen, hilft es, das grosse Ganze im Blick zu behalten. Eine gesunde Ernte entsteht immer aus dem Zusammenspiel von vier Grundelementen:

  • Die Pflanze selbst – Sorte und Art bestimmen alle weiteren Entscheidungen.
  • Die Wurzelumgebung – das Medium (Erde, Coco, Steinwolle, Hydro etc.) und das Anbausystem.
  • Die Blattumgebung – Licht, Temperatur, Luftfeuchtigkeit und CO₂.
  • Das Wasser – das universelle Lösungsmittel, das alle anderen Bereiche verbindet.

Wasser ist dabei nicht nur ein einzelner Faktor – es ist in allen anderen Bereichen präsent. Es transportiert Nährstoffe zu den Wurzeln, reguliert Temperatur und Zellspannung und ist Grundlage jedes Stoffwechselprozesses. Fehlt Wasser, stehen alle anderen Funktionen still.


10 wichtige Grundregeln für die Bewässerung

1. Wurzelspitzen brauchen fast 100 % Feuchtigkeit

Die empfindlichsten Teile der Wurzel – die sogenannten Wurzelspitzen – nehmen den Grossteil der Nährstoffe und des Wassers auf. Trocknen sie aus, sterben sie ab und müssen erst regeneriert werden, bevor weiteres Wachstum möglich ist.

2. Wurzeln brauchen auch Trockenperioden

Klingt widersprüchlich, ist aber wichtig: Wenn Wasser und Nährstoffe dauerhaft im Überfluss vorhanden sind, hat die Wurzel keinen Anreiz zu wachsen. Kurze Trockenphasen zwingen sie, sich auszubreiten und neue Ressourcen zu erschliessen. Wer zu grosszügig giesst, züchtet schwache Wurzeln.

3. Überwässerung ist eine Frage der Zeit, nicht der Menge

Nicht wie viel Wasser gegossen wird ist entscheidend – sondern wie lange die Wurzeln darin stehen. Wurzeln benötigen Sauerstoff, der über die Oberfläche diffundiert. Stehen sie länger als etwa 20 Minuten unter Wasser, beginnen die feinen Wurzelspitzen abzusterben. Entscheidend ist daher eine gute Drainage.

4. Richtwert: 4–6 Liter pro m² und Tag

Ein Beet, das vollständig mit Blattwerk bedeckt ist, benötigt pro Quadratmeter und Tag etwa 4 bis 6 Liter Wasser. Bei jungen Pflanzen oder dünnerem Bewuchs sind es rund 3 Liter. Liegt der tatsächliche Verbrauch dauerhaft deutlich darunter, deutet das auf ein Problem hin – etwa zu hohe Luftfeuchtigkeit, zu niedrige Temperatur oder schwache Wurzeln.

5. Automatische Systeme auf den Durchschnitt ausrichten

Wer mehrere Pflanzen automatisch bewässert, sollte den Zeitplan am Durchschnitt aller Pflanzen ausrichten. Damit das funktioniert, müssen die Pflanzen möglichst gleich gross sein und unter identischen Bedingungen wachsen.

6. Bei organischem oder inertem Medium: erst giessen, wenn die Hälfte verbraucht ist

Eine praktische Methode: Den Behälter nach dem Giessen wiegen, dann warten, bis er die Hälfte des Gewichts verloren hat – dann ist es Zeit für die nächste Wassergabe. So stellt man sicher, dass die Wurzeln zwischen den Wassergaben auch Luft bekommen.

7. Aeroponik braucht ständige Aufmerksamkeit

Bei aeroponischen Systemen sind die Wurzeln direkt der Luft ausgesetzt. Hier muss sehr genau beobachtet werden, wann die Wurzeloberfläche beginnt, Feuchtigkeit zu verlieren – ohne dass die Luftfeuchtigkeit rund um die Wurzeln zu stark abfällt.

8. Wurzeln wachsen weg vom Licht

Wurzeln mögen keine Helligkeit. Systeme mit dünnen, lichtdurchlässigen Wänden (z. B. PVC-Rohre) sollten entsprechend abgedunkelt werden, damit keine Algenbildung entsteht und die Wurzeln nicht gestresst werden.

9. Bei Behältern mit Abfluss kann man nicht zu viel giessen

Solange ein Behälter Löcher hat, läuft überschüssiges Wasser ab. Die gespeicherte Wassermenge ist immer gleich – egal ob man 10 oder 80 Liter einfüllt. Das ermöglicht gründliches Durchspülen und hilft, angesammelte Salze auszuwaschen.

10. Weniger giessen während der Dunkelphase

In der Dunkelphase verbrauchen Pflanzen deutlich weniger Wasser. Medien, die Wasser gut speichern (Torf, Steinwolle), müssen nachts meist gar nicht bewässert werden. Aeroponische Systeme und solche mit Hydrokörner brauchen auch nachts gelegentliche kurze Bewässerungszyklen.


Manuell oder automatisch – was ist besser?

Grundsätzlich gibt es zwei Ansätze: von Hand giessen oder ein automatisches System verwenden.

Von Hand giessen bietet den grössten direkten Einblick in den Zustand der Pflanzen. Wer aufmerksam ist, merkt sofort, wenn eine Pflanze anders reagiert als die anderen. Wichtig dabei: immer so viel giessen, dass mindestens 20 % des Wassers unten wieder abläuft. Das garantiert vollständige Durchfeuchtung und spült überschüssige Salze aus.

Automatische Systeme sind dann sinnvoll, wenn Gleichmässigkeit und Reproduzierbarkeit wichtiger sind als Flexibilität. Das System sollte so ausgelegt sein, dass jede Pflanze exakt gleich viel Wasser erhält – gleicher Druck, gleiche Tropfermenge, gleiche Laufzeit. Wer das richtig plant, hat weniger Arbeit und mehr Konstanz.


Fazit

Bewässerung ist kein mechanischer Vorgang, sondern eine der anspruchsvollsten Disziplinen im Anbau. Die besten Grower sind diejenigen, die ihre Pflanzen beobachten, verstehen, wie alle Faktoren zusammenwirken – und entsprechend reagieren. Die Technik hilft, aber das eigentliche Werkzeug ist das Auge des Growers.


Quelle und weiterführende Informationen: CANNA Schweiz – Die Bewässerung von Pflanzen

Autoflower Cannabissamen: Warum sie für Einsteiger und Profis eine gute Wahl sind

Die Wahl der richtigen Genetik ist einer der wichtigsten Faktoren beim Anbau von Cannabis und gleichzeitig einer der häufigsten Gründe für Probleme, gerade bei Anfängern. Viele unterschätzen, wie stark die Sorte und vor allem der Samentyp den gesamten Grow beeinflusst.

Gerade Einsteiger tun sich oft schwer mit photoperiodischen Pflanzen. Erfahrene Grower sagen zwar häufig: „Man muss doch nur das Licht umstellen.“ In der Praxis beginnt genau hier aber oft die Unsicherheit. Wann ist der richtige Zeitpunkt für die Blüte? Ist die Pflanze groß genug? Oder vielleicht schon zu groß?

Diese Fragen führen nicht selten zu Stress für die Pflanzen und am Ende zu enttäuschenden Ergebnissen. Pflanzen bleiben zu klein, wachsen unkontrolliert oder entwickeln sich aufgrund von Fehlern im Lichtzyklus nicht optimal. Genau hier spielen Autoflower ihre Stärken aus.

In den letzten Jahren haben sich Autoflower-Genetiken stark weiterentwickelt und sind heute für viele Grower – auch erfahrene – eine ernsthafte Alternative. Die Qualität steht photoperiodischen Sorten mittlerweile in nichts mehr nach, während die Handhabung deutlich einfacher ist.

Was sind Autoflower Cannabissamen?

Autoflowering Cannabissamen unterscheiden sich grundlegend von klassischen photoperiodischen Sorten. Während reguläre Pflanzen ihre Blüte erst nach einer gezielten Lichtumstellung beginnen, gehen Autoflower automatisch in die Blütephase über – unabhängig vom Lichtzyklus.

Das bringt einige entscheidende Vorteile mit sich:

  • kein kompliziertes Lichtmanagement
  • kürzere Lebenszyklen
  • kompaktere Pflanzen
  • oft robuster gegenüber Stress

Gerade für Homegrower mit wenig Erfahrung oder begrenztem Platz sind Autoflower daher besonders interessant.

Typische Fehler bei der Sortenwahl

Viele Anfänger machen den Fehler, ihre Entscheidung ausschließlich vom THC-Gehalt oder maximalen Ertrag abhängig zu machen. Dabei wird oft übersehen, dass Stabilität und Anpassungsfähigkeit gerade am Anfang entscheidend sind.

Als Einsteiger geht es nicht darum, sofort das Maximum aus einer Sorte herauszuholen. Viel wichtiger ist es, einen stabilen und stressfreien Grow zu erreichen.

Entscheidende Faktoren sind:

  • überschaubare Lebensdauer
  • gut einschätzbares Höhenwachstum
  • robuste Genetik

Das eigentliche Feintuning kommt mit der Zeit und der Erfahrung.

Wie findet man die richtigen Autoflower-Sorten?

Wer langfristig erfolgreich growen möchte, sollte sich vorab mit verschiedenen Genetiken beschäftigen und nicht einfach zur erstbesten Sorte greifen.

Ein guter Ansatz ist es, sich einen Überblick über verschiedene Autoflower Cannabissamen zu verschaffen und gezielt nach Eigenschaften zu filtern, die zum eigenen Setup passen.

So lassen sich typische Anfänger-Schwierigkeiten überwinden und die Erfolgschancen auf einen erfolgreichen Grow deutlich erhöhen.

Warum Autoflower immer beliebter werden

Die steigende Beliebtheit von Autoflower ist kein Zufall. Moderne Sorten kombinieren einfache Handhabung mit soliden Erträgen und immer besseren Aromaprofilen.

Zusätzlich bieten sie klare Vorteile:

  • schnelle Erntezyklen
  • mehrere Durchgänge pro Saison möglich
  • flexible Nutzung (Indoor & Outdoor)
  • Immer größere Sortenvielfalt

Damit sind sie nicht nur für Einsteiger interessant, sondern auch für erfahrene Grower, die effizient arbeiten möchten.

Die richtige Genetik entscheidet

Am Ende steht fest: Die Wahl der richtigen Cannabissamen ist entscheidend für den Erfolg eines Grows. Autoflower bieten hier einen besonders einfachen Einstieg, ohne dass man auf Qualität verzichten muss. Wer sich bewusst mit der Genetik auseinandersetzt und passende Sorten auswählt, schafft die Grundlage für gesunde Pflanzen und gute Ergebnisse – unabhängig vom Erfahrungslevel.

Quelle: Grow.de

So maximierst du die Photoperiode

Licht ist einer der wichtigsten Treiber des Pflanzenwachstums. Bei vielen Cannabis-Genotypen spielt die Photoperiode eine entscheidende Rolle bei der Steuerung verschiedener physiologischer Prozesse – darunter auch die Frage, wann eine Pflanze blühen wird. Beim Indoor-Anbau dieser Genotypen ist es wichtig zu wissen, wie lang die Photoperiode in den verschiedenen Entwicklungsphasen sein sollte.
Durch das gezielte Management von Lichtdauer und -intensität können Grower die Blütephase steuern, die Anbausaison verlängern, eine ganzjährige Produktion ermöglichen und dadurch letztlich auch die Erträge steigern.

Was ist eine Photoperiode?
Als Photoperiode bezeichnet man die Lichtdauer, die eine Pflanze innerhalb von 24 Stunden erhält. Doch Pflanzen benötigen nicht einfach nur Licht – sie brauchen Lichtpartikel (Photonen) im Wellenlängenbereich von 400 bis 700 Nanometer (nm), also genau jenen Bereich, der für die Photosynthese erforderlich ist. Die Menge dieser Photonen, die pro Sekunde auf einen Quadratmeter trifft, wird als photosynthetische Photonenflussdichte (PPFD) gemessen.¹
Gemeinsam beeinflussen Photoperiode und PPFD das tägliche Lichtintegral (DLI), also die Gesamtmenge des photosynthetisch aktiven Lichts, das eine Pflanze pro Tag erhält. DLI wird in Mol (mol) gemessen. Cannabis ist eine lichtliebende Pflanze; empfohlen wird ein DLI von 40 bis 50 mol.

Warum das Management der Photoperiode notwendig ist
Cannabis-Sorten werden entweder als Photoperiod- oder als Autoflowering-Sorten unterschieden. Photoperiod-sensitive Sorten (kurz: „Photos“) richten ihre Entwicklung nach der verfügbaren Lichtmenge und dem Lichtzeitpunkt aus, während Autoflowering-Sorten unabhängig vom Licht wachsen und blühen.
Cannabis ist eine Kurztagspflanze², das heisst, sie benötigt abnehmende Tageslichtmengen, um das reproduktive Wachstum (die Blüte) auszulösen. Wer eine Photoperiod-Sorte im Innenbereich anbaut, muss genau wissen, wann er die Photoperiode verkürzen – sprich: die Pflanze vom Vegetations- in die Blütephase „flippen“ – soll.
Studien zeigen, dass sich Cannabinoide in Blättern und Blütenorganen je nach Wachstumsphase unterschiedlich anreichern: Vegetatives Gewebe (also Blätter und Stängel) akkumuliert im Laufe des Pflanzenlebens langsam geringe Mengen an Cannabinoiden, während die Cannabinoid-Konzentrationen in den Blütenständen umso stärker zunehmen, je länger die Pflanze blüht.³
Bleibt eine Pflanze dauerhaft im Vegetationsstadium, weil sie nie eine verkürzte Photoperiode erhält, wächst sie weiter vegetativ und blüht kaum.⁴

Timing der Vegetationsphase und wann man flippen sollte
Um zu verstehen, wann die Photoperiode verkürzt werden sollte, schauen wir uns zunächst die drei Phasen des Cannabis-Lebenszyklus an:

Keimung: Samen keimen und Sämlinge sprießen.
Vegetationsphase (»Veg«): Junge Pflanzen wachsen vegetativ – erkennbar an der Entwicklung von Wurzeln, Stängeln und Blättern.
Blütephase: Die Pflanzen bilden Knospen und Blüten, bis sie die Reife erreichen.

Während der Vegetationsphase sollten Pflanzen mindestens 18 Stunden Licht erhalten, um ein kräftiges Stängel- und Blattwachstum zu fördern. Die Pflanzen sollten einige Wochen in dieser Phase verbleiben – Fachleute empfehlen 14 bis 21 Tage –, damit sie ein stabiles Blätterdach (Canopy) aufbauen und Biomasse ansammeln können. Da vegetative Biomasse mit floraler Biomasse korreliert, entscheiden sich manche Grower für eine längere Vegphase, um die Pflanzengrösse und Verzweigung zu maximieren und damit letztlich die Blüteernte zu steigern.
Sobald die Pflanzen die gewünschte Vegetationsgrösse erreicht haben – was stark vom jeweiligen Anbaukonzept abhängt –, sollten Grower die Photoperiode auf 12 Stunden verkürzen, um die Blüte einzuleiten. Eine ununterbrochene Dunkelphase von 12 Stunden beendet die Vegetationsphase. Die überwiegende Mehrheit der Indoor-Cannabis-Grower setzt auf einen 12-Stunden-Hell/12-Stunden-Dunkel-Zyklus, um eine schnelle und robuste Blüte zu induzieren.⁵ Die Forschung ist sich jedoch nicht einig, ob dieser 12:12-Zyklus die optimale Photoperiode darstellt.
Eine Studie untersuchte, wie sich Photoperioden von 10, 12 und 14 Stunden auf den Biomasseertrag und die Cannabinoide bei medizinischem Cannabis auswirken. Die Forscher stellten fest, dass sich die Cannabinoid-Konzentrationen bei einer Sorte unter einer 14-stündigen Photoperiode in der Blütephase mehr als verdoppelten – bei gleichzeitig verbesserter Blütenbiomasse. Sie kamen daher zu dem Schluss, dass die standardmässige 12-Stunden-Photoperiode nicht für alle Sorten optimal ist.⁶
Eine weitere Studie untersuchte, wie In-vitro-Cannabis-Pflanzen auf sechs verschiedene Photoperiod-Behandlungen reagierten – 12, 13,2, 13,8, 14,4, 15 und 16 Stunden pro Tag –, die in zwei Versuchen über je vier Wochen durchgeführt wurden. Nur bei den Photoperioden von 13,2 und 12 Stunden blühten innerhalb von weniger als 28 Tagen 50 % der Pflanzen. Die 12-Stunden-Photoperiode zeigte dabei die schnellste Blühreaktion: nur 13 Tage im ersten und 19 Tage im zweiten Versuch. Bei der 13,2-Stunden-Gruppe dauerte es im ersten Versuch 19 Tage und im zweiten 22 Tage, bis 50 % der Pflanzen blühten. Die Forscher empfehlen eine Photoperiode von unter 13,2 Stunden für eine optimale Blüte.⁷

Indoor-Cannabis-Grower müssen den Zeitpunkt der Photoperiod-Verkürzung sorgfältig planen, um die Tageslängenanforderungen photoperiod-sensitiver Pflanzen zu erfüllen. Auch wenn die Standardpraxis darin besteht, die Blüte durch eine Reduzierung der Photoperiode von einem Langtag-Rhythmus auf einen gleich langen Hell-Dunkel-Zyklus von 12:12 Stunden einzuleiten, gibt es sortenbedingliche Unterschiede.
Das Emerald Harvest Team

¹ Kelly, Nathan, Qingwu Meng, and Erik Runkle. 2022. „Photoperiod, light, intensity, and daily light integral.“ Produce Grower, März 2022.
² Manche photoperiod-sensitive Pflanzen sind Langtagpflanzen, d. h. sie benötigen zunehmende Tageslichtmengen, um das reproduktive Wachstum auszulösen.
³ Dang, Michelle, Nishara Muthu Arachchige, and Lesley G. Campbell. 2021. „Optimizing Photoperiod Switch to Maximize Floral Biomass and Cannabinoid Yield in Cannabis sativa L.“ Frontiers in Plant Science 12: 797425.
⁴ Moher, Melissa, Max Jones, and Youbin Zheng. 2020. „Photoperiodic Response of In Vitro Cannabis sativa Plants.“ HortScience 56 (1): 108–113.
⁵ Ahrens, Ashleigh, David Llewellyn, and Youbin Zheng. 2023. „Is Twelve Hours Really the Optimum Photoperiod for Promoting Flowering in Indoor-Grown Cultivars of Cannabis sativa?“ Plants (Basel) 12 (14): 2605.
⁶ Peterswald, Tyson James et al. 2023. „Moving Away from 12:12; the Effect of Different Photoperiods on Biomass Yield and Cannabinoids in Medicinal Cannabis.“ Plants 12 (5): 1061.
⁷ Siehe Fussnote 4.
Quelle: Emerald Harvest

Umstieg von HPS-Lampen auf LED

Der Umstieg von herkömmlichen HPS-Lampen auf LEDs erfordert zwar gewisse Anpassungen und eine veränderte Erwartungshaltung, doch CANNA hat festgestellt, dass ein konsequenter gärtnerischer Ansatz und eine ausgewogene Nährstofflösung alles sind, was es für den erfolgreichen Anbau wirklich braucht.

Vorteile von LEDs

LEDs haben auf dem Gartenbaumarkt einen festen Platz, und das aus gutem Grund: Sie bieten eine hohe Lichtintensität bei gleichzeitig geringerem Energieverbrauch. LEDs bieten sowohl Vollspektrum- als auch Schmalspektrumbeleuchtung. Sie erzeugen weniger Infrarotlicht, das als Wärme wahrgenommen wird, im Vergleich zu traditionellen HID (Hochdruck-Entladungslampen).

LEDs bevorzugen das blaue Spektrum und haben weniger fernrotes Licht, was dazu führt, dass Pflanzen kürzer wachsen, eine dichtere Blütenstapelung und insgesamt eine kompakte Form haben. Das blaue Licht und die UVA-Wellenlängen von LEDs können auch die Blütenqualität steigern. Die Forschung von CANNA zeigte ausserdem, dass die Pflanzen zwar im Durchschnitt etwa 15 % kleiner blieben, ihre Ernteerträge jedoch bei höherer Lichtintensität unter LEDs um 15 % bis 50 % höher lagen als unter HPS-Lampen.

Trotz dieser Unterschiede in Ertrag und Qualität war die Nährstoffaufnahme statistisch gesehen nicht unterschiedlich, was die Annahme unterstützt, dass eine gut ausgewogene Düngermischung für Pflanzen, die unter LED angebaut werden, ausreicht und keine spezielle Nährstoffformulierung erforderlich ist, abgesehen von der substratspezifischen Zusammensetzung.

Anpassung an neue Beleuchtung – keine spezielle Flasche erforderlich
Lichtspektren der installierten HPS (links) und LED (rechts) Beleuchtung

Wärmeanpassungen

Züchter müssen die geringere Wärmeabstrahlung von LEDs berücksichtigen und, falls nötig, zusätzliche Wärme bereitstellen, um die Wachstumsumgebung auf etwa 24°C zu bringen. Alternativ könnten die Bewässerungsregime angepasst werden, um die kühleren Temperaturen auszugleichen.
Bei niedrigeren Temperaturen transpiriert die Pflanze weniger und nimmt daher weniger Nährlösung auf. Eine höhere Nährstoffkonzentration (EC) kann in diesem Fall helfen, bei jedem “Schluck” mehr “Nahrung” bereitzustellen und so eine ausreichende Versorgung sicherzustellen. Zeigen die Pflanzen Anzeichen von Schwäche oder Mangel, kann die EC-Wert-Erhöhung eine sinnvolle Maßnahme sein.

Als eine weitere Methode haben einige Grower auf LED-spezifische oder calciumreiche Dünger zurückgegriffen, wenn sie unter LEDs anbauen. Der Gedanke dahinter: Da Calcium ein relativ unbeweglicher Nährstoff ist und die Pflanze bei geringerer Transpiration insgesamt weniger Nährstoffe transportiert, müsse mehr Calcium zugeführt werden, um eine ausreichende Versorgung sicherzustellen. Wenn jedoch die Calciumkonzentration in einer Nährlösung zu hoch wird, kann es mit der Aufnahme anderer Nährstoffe konkurrieren und zu einem Mangel an diesen führen. Aus diesem Grund besteht eine robustere Lösung darin, einfach die Menge eines ausgewogenen Basisdüngers, wie ihn CANNA anbietet, zu erhöhen und nicht noch eine weitere Flasche zu kaufen, die „LED-spezifisch“ ist.

Lichtintensität

Die hohe Lichtintensität von LEDs bietet die Möglichkeit, den Stoffwechsel und die Gesamtleistung der Pflanzen zu steigern. Jede Pflanze hat einen Lichtsättigungspunkt, der ihren Schwellenwert bestimmt, ab dem eine höhere Lichtintensität kein besseres Ergebnis mehr bringt. Der Lichtsättigungspunkt einer Pflanze hängt von ihrem Entwicklungsstadium, ihrer Art und den Anbautechninken ab. Wird jedoch zusätzlich Kohlendioxid (CO₂) zugeführt, erhöht sich der Lichtbedarf der Pflanze bis zum Erreichen ihres Lichtsättigungspunkts – und damit auch die Photosyntheserate.

Anpassung an neue Beleuchtung – keine spezielle Flasche erforderlich
Abbildung 2. Beziehung zwischen Blatttemperatur und Netto-Photosyntheserate unter normalen und CO₂-erhöhten Bedingungen in Populas grandidentata (Jurik et al., 1984).

Wird zusätzlich zum CO₂ auch die Anbau-Temperatur erhöht, steigert das die Photosyntheserate der Pflanzen weiter. Das Zusammenspiel von CO₂, Lichtintensität und Temperatur fördert gemeinsam einen schnelleren Stoffwechsel und ein stärkeres Pflanzenwachstum. Und natürlich erfordert diese gesteigerte Produktion eine größere Nährstoffversorgung. Daher wäre in diesem Szenario von LEDs + zusätzlichem CO₂ + höheren Temperaturen eine leichte erhöhte Dosierung des Basisdüngers erneut sinnvoll.

Halte es einfach, du hast bereits alles, was du brauchst

Egal, ob du unter HID-Lampen oder LEDs anbaust, halte dich an die grundlegenden Richtlinien, um die ideale Temperatur und Luftfeuchtigkeit je nach Entwicklungsphase der Pflanzen zu erreichen, beobachte die Pflanzen genau und passe die Nährstoffgabe basierend auf deinen Bedingungen und Beobachtungen an. Ein ausgewogener Dünger bleibt die ideale Wahl für die Pflanze, wenn sie unter LEDs wächst, genauso wie bei HPS-Beleuchtung. Das bedeutet: eine Flasche weniger im Regal und einen Aspekt weniger, über den du dir Gedanken machen musst. Halte es einfach, bleibe bei hochwertigen, ausgewogenen Produkten und geniesse deinen Anbau!

Quelle: Canna.ch

LED Grow Lampen Vergleich 2026

Holos Blog · LED Beleuchtung

Welche passt zu dir?

Von der Stecklingsphase bis zur Hochleistungsblüte – wir vergleichen alle LED-Marken aus unserem Sortiment nach Effizienz, Preis, Einsatzbereich und Bauqualität.

Aktualisiert: Juni 2026
Holos Growshop, Wollerau
10 Marken · 129 Modelle im Sortiment

Bei Holos führen wir ausschliesslich LED-Leuchten von sorgfältig geprüften Herstellern. Jede Marke wird von uns getestet und muss sich bei Kunden im echten Betrieb bewähren, bevor wir sie ins Sortiment aufnehmen. Dieser Vergleich basiert auf unserem Erfahrungsschatz aus dem Fachhandel in der Schweiz.

01Warum LED statt HPS?

Moderne LED-Lampen erreichen heute Effizienzen von 2.7 bis 3.0 µmol/J – deutlich mehr als klassische HPS-Leuchtmittel (ca. 1.7–2.0 µmol/J). Das bedeutet mehr Licht pro Kilowattstunde, weniger Wärme und eine Lebensdauer von 50’000–100’000 Stunden. Die Umrüstkosten amortisieren sich in der Regel innerhalb von 12–18 Monaten – besonders relevant in der Schweiz mit hohen Stromtarifen.

02Die LED-Marken im Vergleich

Sanlight
🇦🇹 Österreich · Gegründet 2013

Profi-Wahl

Leistung: 40–465 W
Effizienz: bis 2.9 µmol/J
Dimmbar: Ja
Modelle: 44

Sanlight ist die österreichische Profi-Marke mit dem grössten Sortiment bei Holos. Die EVO-Serie gehört zu den meistverkauften Grow-LEDs in Europa. Modular aufgebaut, IP65, 5 Jahre Garantie.

Vorteile
  • Modulares System
  • Homogene Lichtverteilung
  • 5 Jahre Garantie
  • IP65
Nachteile
  • Hoher Anschaffungspreis
  • Controller separat

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Gavita
🇳🇱 Niederlande · Profi-Gartenbau

Profi-Wahl

Leistung: 680–1000 W
Effizienz: bis 2.9 µmol/J
Dimmbar: Ja
Modelle: 3

Gavita ist der Industriestandard im kommerziellen Gewächshausbau. Pro 1700e und Pro 2100e für grosse Flächen ab 4 m². Weltweit in professionellen Gärtnereien im Einsatz.

Vorteile
  • Industriestandard
  • Grosser Ausleuchtungsbereich
  • Gavita-Controller
Nachteile
  • Nur für grosse Setups
  • Hoher Preis

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Lumatek
🇬🇧 Grossbritannien · Premium-LED

Profi-Wahl

Leistung: 300–1000 W
Effizienz: bis 3.0 µmol/J
Dimmbar: DALI
Modelle: 8

Lumatek gehört zur Spitzenklasse der Indoor-Grow-LEDs. Die Zeus Pro-Serie erreicht 3.0 µmol/J – derzeit einer der besten Werte auf dem Markt. Präzise steuerbar über DALI-Protokoll.

Vorteile
  • Höchste Effizienz
  • DALI-Dimmung
  • Robuste Verarbeitung
Nachteile
  • Sehr hoher Preis
  • Für Einsteiger überdimensioniert

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Greenception
🇩🇪 Deutschland · Vollspektrum

Bestes Preis-Leistungs-Verhältnis

Leistung: 200–1000 W
Effizienz: bis 2.7 µmol/J
Dimmbar: Ja
Modelle: 10

Ausgezeichnete Vollspektrum-LEDs aus Deutschland zu fairem Preis. Breites Spektrum von 380–780 nm, CE-zertifiziert. Sehr gute Wahl für die Umrüstung von HPS auf LED.

Vorteile
  • Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
  • Breites Spektrum
  • Made in EU
Nachteile
  • Kein Modulsystem

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The Jungle (Jackson)
🇪🇺 Europa

Preis-Leistung

Leistung: 100–250 W
Effizienz: 2.5–2.7 µmol/J
Dimmbar: Teilweise
Modelle: 6

Zwei Linien: LT (einfach, robust) und NEMESIS (erweiterte Spektren). Die 250W NEMESIS eignet sich für 80×80 cm bis 1 m² Zelt. Mittlerweile fest etabliert im Einsteiger- und Hobbybereich.

Vorteile
  • Zwei Leistungsklassen
  • Guter Einstiegspreis
  • Kompaktes Design
Nachteile
  • Max. 250W pro Einzelleuchte

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Cosmorrow
🇧🇪 Belgien / Secret Jardin

Stecklinge & Vorzucht

Leistung: 20–72 W
Betrieb: 24 Volt DC
Länge: 45–145 cm
Modelle: 15

LED-Leistenlösung von Secret Jardin. Drei Varianten: GROW (6500K), FULL SPECTRUM und INFRARED (730nm). Sehr geringe Wärmeentwicklung, ideal für Growboxen und Stecklinge.

Vorteile
  • Minimal Wärme
  • Spezialisierte Spektren
  • Ab 33 CHF
Nachteile
  • Nur kleine Setups
  • Netzteil separat

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Sansi Grow LED
🇨🇳 China · Patentierte COC-Technologie

Top für Überwinterung

Leistung: 10–60 W
Technik: COC-LED
Sockel: E27 / eigenständig
Modelle: 19

Sansi setzt auf patentierte COC-Technologie (Chip on Ceramic): langlebig, hitzebeständig, CE-zertifiziert. Die 36W-Glühbirne ist ein Bestseller – ideal für Zimmerpflanzen und Anzucht. Besonders bewährt hat sich Sansi beim Überwintern von Kübelpflanzen wie Zitruspflanzen, Oleander oder Olivenbäumen: Das warme, COC-basierte Spektrum unterstützt die Pflanzen über die dunkle Jahreszeit, ohne sie zu überhitzen.

Vorteile
  • E27-Fassung, universell
  • COC: robust & langlebig
  • Ab 15 CHF
  • Ideal zum Überwintern (Zitrus, Oleander etc.)
Nachteile
  • Nicht für Profi-Anbau
  • Kein Vollspektrum der Spitzenklasse

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Lumen King
🇪🇺 Europa · Hochleistung faltbar

Grosse Flächen

Leistung: 465–1000 W
Effizienz: bis 2.9 µmol/J
Design: Faltbar
Modelle: 6

Grossflächige Hochleistungsleuchten mit faltbarem Design. Die 1000W Eco Line erreicht 2.9 µmol/J für Flächen bis 4 m². Eher für erfahrene Grower mit grösseren Anbauflächen.

Vorteile
  • Faltbares Design
  • Sehr hohe Leistung
  • Gutes Preis/Watt-Verhältnis
Nachteile
  • Nur für grosse Setups
  • Teils nicht vorrätig

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03Schnellvergleich: Alle Marken auf einen Blick
Lumatek★★★★★
Leistung300–1000 W
Effizienz3.0 µmol/J
Preis ab~500 CHF
ZielgruppeProfi / Kommerziell
Dimmbar✓ DALI

Sanlight★★★★★
Leistung40–465 W
Effizienz2.9 µmol/J
Preis ab100 CHF
ZielgruppeHobby bis Profi
Dimmbar✓ Controller

Gavita★★★★★
Leistung680–1000 W
Effizienz2.9 µmol/J
Preis ab~900 CHF
ZielgruppeKommerziell
Dimmbar✓ Gavita Ctrl.

Lumen King★★★★
Leistung465–1000 W
Effizienz2.9 µmol/J
Preis ab350 CHF
ZielgruppeFortgeschritten
Dimmbar

Greenception★★★★
Leistung200–1000 W
Effizienz2.7 µmol/J
Preis ab~200 CHF
ZielgruppeHobby bis Profi
Dimmbar

The Jungle★★★★★
Leistung100–250 W
Effizienz2.7 µmol/J
Preis ab149 CHF
ZielgruppeEinsteiger / Hobby
DimmbarTeilweise

Cosmorrow★★★★★
Leistung20–72 W
Effizienz
Preis ab33 CHF
ZielgruppeStecklinge / Zusatz
DimmbarNein

Sansi★★★★
Leistung10–60 W
Effizienz
Preis ab15 CHF
ZielgruppeZimmer / Überwinterung
DimmbarNein

04Unsere Empfehlung: Wer braucht was?

Die „beste“ LED-Lampe gibt es nicht. Die richtige Wahl hängt von deiner Anbaufläche, deinem Budget und deiner Erfahrung ab.

Zimmerpflanzen, Anzucht & Überwinterung
Sansi Grow
E27-Fassung, einfach, günstig. Top für Zitruspflanzen & Co. im Winter. Ab 15 CHF.
Stecklinge & Vorzucht
Cosmorrow
24V Leiste, wenig Wärme, spezialisierte Spektren. Ab 33 CHF.
Kleines Growbox (60×60 cm)
Sanlight EVO 3
100W, Vollspektrum, Austrian quality. Ca. 230 CHF.
Mittleres Setup (80×80 – 1 m²)
Greenception GC3 / Jackson 250W
Bestes Preis-Leistungs-Verhältnis. Ab 149 CHF.
Grosses Grow-Zelt (1.2×1.2 m)
Sanlight EVO 5 / Lumatek Zeus
Profi-Qualität, maximale Effizienz. Ab 400 CHF.
Kommerziell (4 m²+)
Gavita Pro / Lumatek ATTIS
Industriestandard, controllierbar. Ab 900 CHF.

05Häufige Fragen zu LED Grow Lampen
Wie viel Watt LED brauche ich pro Quadratmeter?
Als Faustregel gelten bei modernen LEDs (ab 2.5 µmol/J) ca. 200–300 Watt pro m² für Blüte. Bei sehr effizienten Modellen wie Lumatek (3.0 µmol/J) reichen auch 200 W/m² für sehr gute Ergebnisse. Für Wachstum und Vorzucht genügen 100–150 W/m².

Was bedeutet µmol/J (Efficacy)?
µmol/J gibt an, wie viele Lichtpartikel (Photonen) eine Lampe pro verbrauchter Energieeinheit erzeugt. Je höher der Wert, desto effizienter. HPS: ca. 1.7–2.0 µmol/J. Moderne LEDs: 2.5–3.0 µmol/J – das bedeutet bis zu 50 % weniger Stromverbrauch bei gleicher Lichtmenge.

Lohnt sich die Umrüstung von HPS auf LED?
In der Schweiz mit einem Strompreis von ca. 25–30 Rp./kWh amortisiert sich die Umrüstung bei einem 600W HPS-Setup in der Regel innerhalb von 12–18 Monaten. Dazu kommt weniger Klimatisierungsaufwand durch geringere Abwärme.

Warum führt Holos auch Sansi, obwohl es eine chinesische Marke ist?
Sansi ist zwar in China produziert, unterscheidet sich aber klar von No-Name-Importen: Die patentierte COC-Technologie ist eigenentwickelt, die Produkte sind CE-zertifiziert und die Garantieabwicklung ist real. Besonders im Bereich Überwinterung von Kübelpflanzen hat sich Sansi bei unseren Kunden bewährt. Für professionelle Anbau-Setups empfehlen wir weiterhin europäische Hersteller.

Welche LED eignet sich für feuchte Umgebungen / Gewächshaus?
Für feuchte Umgebungen empfehlen wir Lampen mit IP65-Schutzklasse. Sanlight EVO-Modelle sind standardmässig IP65-zertifiziert. Gavita und Lumatek bieten ebenfalls entsprechende Schutzklassen für kommerzielle Gewächshäuser.

Nicht sicher, welche Lampe zu dir passt?

Komm in unsere Filiale in Wollerau oder ruf uns an – wir beraten dich gerne persönlich. Unser Team hat jahrelange Erfahrung im Indoor-Anbau und kennt jede Lampe aus dem eigenen Betrieb.

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Cannabiskonsum erhöht Unfallgefahr – besonders vier Stunden später

Eine Studie im Fahrsimulator hat ergeben: Das höchste Unfallrisiko besteht nicht unmittelbar nach dem Konsum, sondern vier Stunden später. Konsumierende hatten fälschlich den Eindruck, wieder fit zu sein. Viele hatten immer noch den Grenzwert für THC im Straßenverkehr überschritten.

Bild: dolgachov / iStock.com

30 Minuten lang geradeaus fahren, nicht von der Fahrbahn abkommen und vor allem: Nicht mit anderen Autos zusammenstoßen. Das war die scheinbar simple Aufgabe der Teilnehmenden einer Studie im Fahrsimulator. Bei einer Geschwindigkeit von bis zu 100 km/h und unerwartet auftretendem Seitenwind war das aber offenbar gar nicht so einfach. Zahlreiche Unfälle registrierten die Forschenden. Die Höhe der konsumierten Dosis Cannabis hatte dabei eine Rolle gespielt.

Studienleiter Jean Claude Alvarez und sein Team wollten herausfinden, wie sich unterschiedliche Dosierungen des Cannabiswirkstoffs THC auf das Fahrverhalten auswirken und ob es einen Unterschied macht, ob die Person gelegentlich oder täglich kifft.

Erhöhtes Crashrisiko trotz subjektiver Fahrtüchtigkeit

30 Personen im Alter zwischen 18 und 30 Jahren nahmen an der Studie teil. Alle Teilnehmenden machten drei Durchläufe, in denen sie jeweils einen Joint rauchten. Der Joint enthielt neben Tabak entweder eine hohe oder eine niedrige Dosis oder gar kein THC. Wann sie welche Joint-Variante bekamen, wussten die Teilnehmenden nicht. Etwa im Stundentakt wurde ihnen zudem Blut abgenommen.

Dabei zeigte sich ein deutlicher Effekt der THC-Dosis. Dieser trat allerdings zeitversetzt auf. So erreichte die THC-Konzentration im Blut zwar schon nach etwa 15 Minuten ihren Höhepunkt. Das Risiko für einen Unfall war aber nicht direkt nach dem Konsum am höchsten, sondern erst vier Stunden später. Zu dem Zeitpunkt verdoppelte sich die Unfallrate, obwohl der THC-Wert im Blut schon stark gesunken war. Auffällig war, dass viele Teilnehmende den Eindruck hatten, wieder fahrtüchtig zu sein. Dabei spielte es keine Rolle, ob die Person typischerweise täglich oder nur gelegentlich kiffte. 

Viele Cannabiskonsumierende auch nach 4 Stunden über offiziellem Grenzwert

Die Konsumerfahrung war aber sehr wohl von Bedeutung, wenn es um gesetzliche Grenzwerte geht. Die Forschenden haben überprüft, wie viele der Teilnehmenden den Grenzwert für Cannabis im Straßenverkehr überschritten. In Deutschland beträgt der Grenzwert 3,5 Nanogramm THC pro Milliliter Blut. 

Von den täglich Kiffenden der Studie überschritten vier Stunden nach dem Konsum noch 80 Prozent den offiziellen Grenzwert, wenn die THC-Dosis im Joint hoch war. Von den gelegentlich Konsumierenden traf dies nur auf 14 Prozent zu. Bei einer niedrigen THC-Dosis hatten 33 Prozent der Vielkonsumierenden den Grenzwert noch gerissen, aber nur 7 Prozent der gelegentlich Konsumierenden. 

Alvarez und sein Team betonen: Cannabiskonsumierende sollten sich bewusst machen, dass ihre Fahrtüchtigkeit auch nach vier Stunden noch deutlich eingeschränkt sein kann. Zudem riskieren Konsumierende eine Geldstrafe und Fahrverbot. Das gilt vor allem für Menschen, die regelmäßig kiffen. So konnten frühere Studien auch zeigen, dass chronisch Konsumierende im nüchternen Zustand langsamere Augenbewegungen haben, was sich ungünstig auf die Fahrtüchtigkeit auswirken kann.

Quelle:

  • Cardozo, B., Hartley, S., Simon, N. & Alvarez, J. C. (2025). Understanding cannabis use and car crashes: Insights from a randomized trial using a driving simulator on THC blood levels and subjective measures of sleepiness and performance. Journal of Safety Research, 95, 109-116, doi.org/10.1016/j.jsr.2025.09.005.

Schweizer Cannabis-Regulierung: IG Hanf fordert Tempo statt Verzögerung

von Christian Schäfer

 13.05.2026

in Hanf News & aktuelle Nachrichten

Lesezeit: 11 Minuten

Schweizer Parlamentskammer mit leeren Sitzen und Rednerpult

⏱ 10 Min. Lesezeit·1.976 Wörter

Die Schweizer Cannabis-Regulierung steckt in einer sensiblen Phase. Die Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit des Nationalrates (SGK-N) hat den Entwurf zur parlamentarischen Initiative Siegenthaler (20.473) am 7. Mai 2026 zur Überarbeitung an die Subkommission zurückgewiesen. Die IG Hanf Schweiz, der Branchenverband der Schweizer Cannabisindustrie, trägt den Schritt mit, mahnt aber zur Eile. Jeder Monat ohne Regulierung stärke den Schwarzmarkt, ohne dass Konsumentinnen und Konsumenten von Qualitätskontrolle, Jugendschutz oder staatlicher Aufsicht profitierten.

📑 Inhaltsverzeichnis

  1. Rückweisung als Auftrag, nicht als Neustart
  2. Pilotversuche brauchen eine Anschlusslösung
  3. Klarer Auftrag an die Subkommission
  4. Was eine wirksame Regulierung leisten muss
  5. 💬 Fragen? Frag den Hanf-Buddy!

Rückweisung als Auftrag, nicht als Neustart

Die SGK-N hat in ihrer Sitzung am 7. Mai die Vernehmlassungsergebnisse zum Bundesgesetz über Cannabisprodukte (CPG) beraten. Aufgrund zahlreicher Änderungsvorschläge geht das Dossier zurück in die Subkommission. Aus Sicht der IG Hanf ist das nachvollziehbar, soll aber nicht in eine Hängepartie münden. Die parlamentarische Initiative 20.473 von Heinz Siegenthaler hatte 2020 den Anstoß für eine evidenzbasierte Regulierung gegeben und legt heute mit den laufenden Pilotversuchen die empirische Grundlage für ein praxistaugliches Gesetz.

Die Botschaft des Verbands ist klar: Anpassungen am Entwurf sind sinnvoll, damit die Vorlage mehrheitsfähig und vollzugstauglich wird. Solange aber eine gesetzliche Grundlage fehlt, bleiben Konsumentinnen und Konsumenten ohne Qualitätskontrolle, ohne wirksamen Jugendschutz und ausserhalb jeder staatlichen Aufsicht. Profiteur dieser Regulierungslücke ist allein der illegale Markt.

Pilotversuche brauchen eine Anschlusslösung

Ein zweiter zentraler Punkt der Stellungnahme betrifft die seit 2023 laufenden Pilotversuche in mehreren Schweizer Städten. Diese liefern empirische Daten zu Konsumverhalten, Jugendschutz, Schwarzmarktverdrängung und gesundheitlichen Auswirkungen kontrollierter Abgabe. Brechen sie ohne geordneten Übergang weg, gehen wertvolle Erkenntnisse, funktionierende Strukturen und getätigte Investitionen verloren, ein Rückschritt für Konsumentenschutz, Forschung und Vollzug zugleich.

Die IG Hanf fordert deshalb eine verbindliche Anschlusslösung, die nahtlos an die heutigen Versuche anknüpft. Ohne diese Brücke drohe nicht nur ein Daten-Gap, sondern auch ein Vertrauensverlust bei den Akteuren in Wissenschaft, Gesundheitswesen und Wirtschaft, die sich auf das Pilotmodell eingelassen haben.

Klarer Auftrag an die Subkommission

Aus Sicht der IG Hanf liegt mit der parlamentarischen Initiative 20.473 ein evidenzbasierter Vorschlag vor, der Jugendschutz und öffentliche Gesundheit ins Zentrum stellt und den Schwarzmarkt zurückdrängen soll. Vom Subkommissions-Prozess erwartet der Verband drei konkrete Eckpunkte: zügige Beratungen mit klarem Zeitplan, eine konstruktive Einbindung der Kantone in den Vollzug und eben jene verbindliche Anschlusslösung für die Pilotversuche. Ebenso wichtig sei das Festhalten an den Kernzielen Jugendschutz, Gesundheitsschutz und Schwarzmarktbekämpfung.

«Die Rückweisung ist kein Neustart, sondern ein Auftrag zur Nachbesserung. Entscheidend ist jetzt, dass die Regulierung mehrheitsfähig, vollziehbar und wirksam gegen den Schwarzmarkt ausgestaltet wird. Dafür braucht es einen klaren Zeitplan und eine verbindliche Anschlusslösung für die Pilotversuche.»Renato Auer, Vorstandsmitglied und Medienverantwortlicher der IG Hanf Schweiz

Was eine wirksame Regulierung leisten muss

Eine Regulierung wirkt aus Sicht des Verbands nur dann, wenn sie im Vollzug praktikabel ist, die Konsumentinnen und Konsumenten tatsächlich erreicht und dem illegalen Markt ein glaubwürdiges legales Angebot entgegensetzt. Der Schwarzmarkt liefert heute weder kontrollierte Wirkstoffgehalte noch Reinheitsnachweise, noch wirkt er Alterskontrollen entgegen. Genau diese Lücke soll das CPG schließen.

Mit der Rückweisung an die Subkommission verschiebt sich der politische Zeitplan, ohne dass eine inhaltliche Kehrtwende vorliegt. Die kommenden Wochen und Monate werden zeigen, ob die Subkommission die signalisierten Nachbesserungen zügig umsetzen kann oder ob sich der Prozess in eine längere Pause verlagert. Für die Schweizer Cannabisbranche und die Pilotteilnehmenden geht es dabei um nicht weniger als die Anschlussfähigkeit ihrer Arbeit der vergangenen Jahre.

💬 Im Gespräch

Renato Auer, IG Hanf Schweiz

Wir haben mit Renato Auer, Vorstandsmitglied der IG Hanf Schweiz, über die Rückweisung des CanPG, den weiteren parlamentarischen Fahrplan und die wirtschaftliche Dimension einer regulierten Cannabis-Branche gesprochen. Sieben Fragen, sieben pointierte Antworten.

Frage 1, Nachbesserungen

Der Bundesrat sieht die Rückweisung als Auftrag, das CanPG zu überarbeiten, nicht als Neustart. Welche konkreten Nachbesserungen erwartet die IG Hanf jetzt?

Renato: Wir teilen die Einschätzung des Bundesrats, dass die Rückweisung ein Auftrag zur Überarbeitung ist – kein Neuanfang. Der Gesetzesentwurf bietet eine solide Basis, muss aber in zentralen Punkten praxistauglicher und wirtschaftsfreundlicher werden. Konkret erwarten wir, dass die nicht-medizinische Verwendung von Cannabis vollständig im CanPG geregelt wird und nicht im BetmG verbleibt. Nur so entsteht echte Klarheit und Rechtssicherheit für Konsumentinnen und Konsumenten, Behörden und Unternehmen. Zweitens braucht es eine geografisch breit zugängliche Versorgung über klar regulierte Fachgeschäfte – inklusive Online-Vertrieb mit verlässlicher Altersprüfung, wie ihn Kanada erfolgreich umsetzt. Drittens muss die Werbe- und Sponsoringregelung verhältnismässig ausgestaltet werden. Ein vollständiges Verbot, wie es derzeit vorgesehen ist, würde sowohl Aufklärung als auch Markttransparenz behindern und kleine und mittlere Unternehmen unnötig belasten. Schliesslich braucht es eine ausgewogene Steuerpolitik, die den Schwarzmarkt zurückdrängt, statt ihn durch zu hohe Abgaben zu stützen.

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Frage 2, Zeitplan

Realistisch betrachtet: Wann rechnen Sie mit einem überarbeiteten Entwurf und wann mit einem Inkrafttreten?

Renato: Wir gehen davon aus, dass eine überarbeitete Vorlage frühestens Ende 2026 vorliegt. Anschliessend braucht es die Beratung in beiden Räten, die Differenzbereinigung und – sehr wahrscheinlich – eine Referendumsabstimmung. Bei optimalem Zeitplan wird eine Regulierung kaum vor 2029 in Kraft treten. Wir setzen uns für eine zügige, aber sorgfältige Bearbeitung ein.

„Bei optimalem Zeitplan wird eine Regulierung kaum vor 2029 in Kraft treten.“

Renato Auer · IG Hanf Schweiz

Frage 3, Anschlusslösung

Die Pilotversuche laufen 2027/2028 aus. Wenn die Regulierung erst 2030+ greift, droht eine Regulierungslücke. Was schlägt die IG Hanf für diese Übergangsphase vor?

Renato: Es braucht zwingend eine Anschlusslösung, sobald die ersten Pilotversuche enden. Wir sehen zwei mögliche Wege: Eine Verlängerung des Experimentierartikels (BetmG Art. 8a) oder die Schaffung eines befristeten Übergangsregimes, das den Übergang in die Vollregulierung erleichtert. Die Studien zeigen klar: Pilotversuche sind kein Endzustand, sondern ein Brückenmodell. Wer sie ohne Anschluss auslaufen lässt, treibt Konsumentinnen und Konsumenten wieder in den Schwarzmarkt – und vernichtet wertvolles Know-how. Unser Vorschlag ist, gemeinsam mit Bund, Kantonen, Forschung und Branche ein kohärentes Übergangsmodell zu entwickeln, das auf den Erkenntnissen der Pilotprojekte aufbaut.

Frage 4, Wirtschaftliche Dimension

In der politischen Debatte wird vor allem über Jugendschutz und Prävention gesprochen. Wo bleibt die wirtschaftliche Dimension? Welches Potenzial sieht die IG Hanf?

Renato: Die wirtschaftliche Bedeutung wird massiv unterschätzt. Das gesamte Cannabissystem in der Schweiz hat heute ein Marktvolumen von geschätzt einer Milliarde Franken pro Jahr. Das Geld fliesst aktuell fast vollständig in den Schwarzmarkt und damit in die Hände krimineller Netzwerke. In einem regulierten Markt sind bis zu 450 Millionen Franken jährlich an Steuer- und Sozialeinnahmen denkbar. Hinzu kommen mehrere tausend neue Arbeitsplätze in Anbau, Verarbeitung, Logistik, Detailhandel, Kontrolle, Forschung und Tourismus. Gleichzeitig entlasten wir Polizei, Justiz und das Gesundheitswesen spürbar. Die Schweiz hat zudem die Chance, einen exportstarken, qualitativ hochwertigen Standort aufzubauen, analog zur Pharmaindustrie. Eine kluge Regulierung schafft Werte, Innovation und Sicherheit. Sie verhindert nicht, sie ermöglicht.

Frage 5, Schwarzmarkt

Der Schwarzmarkt boomt, jüngste Razzien in Bern, Solothurn und Spreitenbach zeigen die industrielle Dimension. Wie argumentieren Sie gegenüber Politikerinnen und Politikern, die immer noch auf das BetmG setzen?

Renato: Der Schwarzmarkt ist die direkte Folge einer gescheiterten Verbotspolitik. Die Razzien in Bern (über eine Tonne Cannabis)Solothurn (19 Indoor-Anlagen) und Spreitenbach (eine Tonne Cannabis und Waffen) zeigen, dass kriminelle Strukturen den Markt längst übernommen haben. Die jüngste Sucht-Schweiz-Studie aus der Waadt (siehe auch die Zusammenfassung) belegt: Der illegale Markt liefert hochpotentes, oft gestrecktes Cannabis – ohne jede Qualitätskontrolle, ohne Jugendschutz, ohne Steuereinnahmen. Und Genf weist mittlerweile den höchsten Cannabis-Konsum Europas auf. Das BetmG hat in 50 Jahren weder den Konsum gesenkt noch die Verfügbarkeit reduziert – im Gegenteil. Heute konsumieren über 220.000 Menschen in der Schweiz regelmässig Cannabis. Wer den Status quo verteidigt, verteidigt faktisch den Schwarzmarkt. Jeder Monat, in dem das Parlament zögert, ist ein Monat, in dem dieser Markt von kriminellen Strukturen statt von kontrollierten Fachgeschäften bedient wird. Wir appellieren an die SGK-N (Sozial- und Gesundheitskommission Nationalrat), die Erkenntnisse aus den Pilotversuchen, der internationalen Forschung und der wirtschaftlichen Analyse ernst zu nehmen – und endlich Verantwortung zu übernehmen.

„Jeder Monat, in dem das Parlament zögert, ist ein Monat, in dem dieser Markt von kriminellen Strukturen statt von kontrollierten Fachgeschäften bedient wird.“

Renato Auer · IG Hanf Schweiz

Frage 6, Internationale Beispiele

Welche internationalen Beispiele halten Sie für die Schweiz für besonders relevant, und welche eher als Negativbeispiel?

Renato: Als positives Modell sehen wir klar Kanada. Dort funktionieren Qualitätskontrolle, Jugendschutz, Steuerlogik und Marktöffnung im Gleichgewicht. In der Schweizer Diskussion wird oft das kanadische Modell Quebec als Referenz aufgerufen, mit einem staatlichen Verkaufsmonopol über die Société québécoise du cannabis. Die IG Hanf positioniert sich allerdings klar für ein wirtschaftsliberaleres Modell, das den Gesundheitsschutz dennoch konsequent ins Zentrum stellt. Staatliche Verkaufsmonopole binden enorme Verwaltungsressourcen, beschränken Produktvielfalt und Innovation und haben in der Praxis gezeigt, dass sie den Schwarzmarkt nicht so wirksam zurückdrängen wie ein lizenziertes Fachgeschäftsmodell. Orientierender für die Schweiz sind aus unserer Sicht die kanadischen Provinzen mit privatwirtschaftlicher Abgabe unter Lizenz, in denen sich ein dichtes Fachgeschäftsnetz unter strenger Aufsicht etabliert hat. Auch die deutschen Cannabis Social Clubs liefern brauchbare Bausteine, insbesondere für den nichtkommerziellen Eigenanbau. Uruguay zeigt umgekehrt, was passiert, wenn der staatliche Vertrieb über Apotheken zu eng und zu langsam ausgerollt wird: Der Schwarzmarkt bleibt dominant.

Frage 7, Kantone

Welche Rolle sollten die Kantone in der künftigen Regulierung spielen, auch mit Blick auf den Vollzug, den Jugendschutz und die Steuerverteilung?

Renato: Die Kantone werden zu zentralen Trägern der Umsetzung. Sie sind verantwortlich für Vollzug, Bewilligungen, Aufsicht und Prävention. Damit der Föderalismus funktioniert, brauchen sie aber klare Bundesvorgaben – etwa bei Lizenzkriterien, Werberegeln und Qualitätsstandards. Die Steuerverteilung muss gerecht und zweckgebunden erfolgen: Ein Teil der Einnahmen sollte direkt den Kantonen und Gemeinden zugutekommen, die mit dem Vollzug und der Präventionsarbeit befasst sind. Auch der Jugendschutz lebt vor Ort – durch Schulen, Suchthilfen, Polizei und Kantonsärztedienste. Wir sehen die Kantone deshalb als gleichwertige Partner in der politischen Gestaltung. Nur wenn Bund und Kantone Hand in Hand arbeiten, entsteht eine Regulierung, die wirklich funktioniert.

Hinweis: Das Interview wurde schriftlich geführt. Antworten wurden für Lesbarkeit und Rechtschreibung leicht redigiert, ohne inhaltlich verändert zu werden. Weiterführend: IG Hanf zur CanPG-Vernehmlassung · Parlamentarische Initiative 20.473.

Was sind Autoflowering-Cannabispflanzen?

Autoflowering-Cannabispflanzen gibt es seit über einem Jahrzehnt. Obwohl viele Grower sie lieben, ist es nicht immer einfach, perfekte Pflanzen und hohe Erträge zu erzielen. Autos sind eine ausgezeichnete Option für alle, die nach schnell blühenden, pflegeleichten und kompakten Pflanzen suchen.

Kurz gesagt:Autos beginnen automatisch zu blühen, ohne dass der Lichtzyklus umgestellt werden muss.

Autoflowering vs. photoperiodisch

Wenn du dir das Sortiment einer Samenbank ansiehst, wirst du feststellen, dass es für viele Sorten sowohl photoperiodische als auch autoflowering Versionen gibt. Der wichtigste Unterschied liegt darin, wie die Pflanzen in die Blüte gehen.

Photoperioden

  • ✓ Können lange in der Wachstumsphase gehalten werden
  • ✓ Benötigen indoor 12/12 Stunden Licht zur Blüteeinleitung
  • ✓ Können indoor 150 bis 180 cm groß werden

Autoflowering-Pflanzen

  • ✓ Beginnen nach etwa 4 Wochen automatisch zu blühen
  • ✓ Blühen unter 12, 18 oder 20 Stunden Licht pro Tag
  • ✓ Bleiben meist kurz und kompakt
  • ✓ Bestehen aus Ruderalis und photoperiodischer Genetik

Die Geschichte der Automatik-Pflanzen

Ruderalis wurde 1924 in Südsibirien vom russischen Botaniker Janischewski im Wolga-Flusssystem entdeckt. Obwohl das Klima dort extrem hart ist, konnte die Ruderalis-Pflanze überleben, sich anpassen und kleine, widerstandsfähige Pflanzen entwickeln, die in kurzer Zeit Blüten produzieren.

Seitdem findet man Ruderalis auch in Mittel- und Osteuropa, den USA und Kanada. Zwar waren Ertrag, Geschmack und Potenz der ursprünglichen Landrassen eher gering, doch Züchtern gelang es schnell, Ruderalis-Pflanzen mit stabilen photoperiodischen Sorten zu kreuzen.

Warum heißt es Autoflowering?

Das Ruderalis-Gen sorgt dafür, dass diese Hybriden nach etwa 30 Tagen automatisch mit der Blütephase beginnen.

Vorteile im Indoor-Anbau

  • ✓ Ideal für kleine Growspaces
  • ✓ Pflegeleicht und gut für Anfänger geeignet
  • ✓ Hochwertige Blüten mit vielen Terpenen und guter Potenz
  • ✓ Gut geeignet für Sea-of-Green-Setups
  • ✓ Ernte alle 4 Wochen möglich
  • ✓ Schnelle Durchlaufzeit von 11 bis 13 Wochen von Samen bis Ernte
  • ✓ Robust, stabil und widerstandsfähig

Vorteile im Outdoor-Anbau

Automatik-Pflanzen sind vielseitig und werden mittlerweile weltweit in vielen Klimazonen geschätzt. Besonders beliebt sind sie in sonnigen Ländern wie Spanien, Brasilien, Mexiko oder Griechenland, aber auch in Nord- und Mitteleuropa.

  • ✓ In manchen Ländern das ganze Jahr über anbaubar
  • ✓ Widerstandsfähig und ideal für kalte Klimazonen
  • ✓ Wenig Pflege nötig
  • ✓ Geeignet für Garten, Terrasse und Balkon
  • ✓ Perfekt für diskrete, unauffällige Pflanzen
  • ✓ Alle 30 Tage neue Pflanzen möglich

Welche Topfgröße ist für Automatik-Pflanzen am besten?

Die richtige Topfgröße hat großen Einfluss auf den Ertrag. Viele Grower erhalten winzige Pflanzen, weil Autos eine kräftige Wurzelmasse in der Vegetationsphase brauchen.

Profi-Tipp

30-Liter-Töpfe sind optimal für Autos, die etwa 80 bis 100 cm groß werden sollen. Große Wurzeln bedeuten meist größere Pflanzen.

  • ✓ Autos brauchen viel Substrat für starke Wurzeln
  • ✓ Je größer die Wurzelmasse, desto größer die Pflanze
  • ✓ Topfgrößen unter 30 Litern erhöhen das Risiko für kleinere Pflanzen
  • ✓ Indica-dominante Autos brauchen besonders viel Platz

Wann sollten Automatik-Pflanzen umgetopft werden?

Photoperioden können problemlos alle 3 bis 4 Wochen umgetopft werden. Autos hingegen reagieren empfindlicher auf Stress. Umtopfen kann sie massiv im Wachstum hemmen.

Wichtig

Samen am besten direkt in den endgültigen 30 bis 50 Liter Topf pflanzen. So bleiben die Wurzeln ungestört und die Pflanze kann sich kräftig entwickeln.

Welche Nährstoffe brauchen Automatik-Pflanzen?

PhaseEmpfehlung
Erste 6 WochenVegetationsdünger, NPK etwa 5-3-3
Nächste 6 WochenBlütendünger, NPK etwa 3-8-8
ZusätzlichTop-Dressing mit Wurmhumus und Kompost, etwa 2 bis 3 cm alle 3 Wochen

Autos sind robust, aber empfindlich gegenüber Überdüngung. Zu viele Nährstoffe können geringere Erträge verursachen.

Kann man Automatik-Pflanzen klonen?

Kurz gesagt: Nein. Zwar können Stecklinge Wurzeln bilden, aber sie beginnen nach 4 Wochen automatisch zu blühen. Das ist viel zu früh. Deshalb ist das Klonen von Autos in der Praxis nicht sinnvoll.

Der optimale Lichtzyklus für Indoor-Automatik-Pflanzen

LichtzyklusEigenschaften
18/6Große Pflanzen, viel Wurzel- und Blattwachstum, geringste Stromkosten
20/4Häufig höhere Erträge, aber höhere Stromkosten und schwerer zu kontrollierende Klimawerte
24/0Kompakte, buschige Pflanzen, hohe Stromkosten, nicht ideal für Anfänger
12/12Möglich, wenn Autos mit Photoperioden zusammenblühen, aber meist weniger ertragreich

PPFD, Temperatur und Luftfeuchtigkeit

PPFD

Ideal sind etwa 600 bis 900 μmol/m²/s.

Temperatur

Konstante 24 °C gelten als guter Richtwert.

Luftfeuchtigkeit

Etwa 50 % relative Luftfeuchtigkeit sind empfehlenswert.

Zu hohe Feuchtigkeit erhöht die Schimmelgefahr. Zu trockene Luft kann das Wachstum verlangsamen.

Autoflower trainieren

Pflanzentraining kann helfen, den Ertrag zu erhöhen. Autos wachsen etwa 4 Wochen, strecken sich danach und bilden Blüten. Die beste Methode ist Low-Stress Training.

Empfohlen

  • ✓ LST während der ersten 4 bis 5 Wochen
  • ✓ Triebe vorsichtig herunterbinden
  • ✓ Lichtverteilung und Seitentriebe fördern

Vermeiden

  • ✕ Topping
  • ✕ Fimming
  • ✕ Super Cropping

Profi-Tipps für Automatik-Pflanzen

1. Direkt in große Töpfe

30-Liter-Topf mit luftiger, organischer Erde verwenden.

2. Wurzeln schonen

Wenn klein gestartet wird, den Boden des kleinen Topfes entfernen und in einen größeren Topf setzen.

3. LST nutzen

Triebe mit Gartendraht herunterbinden für buschigere Pflanzen und bessere Belüftung.

4. Indoor 20/4 testen

Dieser Lichtzyklus kann hohe Erträge ermöglichen, wenn Klima und PPFD stimmen.

5. Outdoor mehrere Ernten

Von April bis Oktober sind mehrere Durchläufe möglich.

6. Stofftöpfe verwenden

Stofftöpfe fördern Wurzelpruning und eine kräftige Wurzelmasse.

Autor: Stoney Tark

Pestizide auf Obst und Gemüse: Waschen bringt (fast) nichts

Im Januar 2026 hat das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) seinen Bericht zur Pestizidbelastung in Lebensmitteln für das Jahr 2024 veröffentlicht. Die Zahlen sind eindeutig: 54,1 % der konventionell erzeugten Obst- und Gemüseproben enthielten quantifizierbare Pestizidrückstände, bei Bio-Ware lag dieser Anteil bei nur 19,9 %. Noch deutlicher: 80 % der untersuchten Gemüseproben wiesen Mehrfachrückstände auf, also Spuren von zwei oder mehr verschiedenen Pestiziden gleichzeitig.

Auch die ZDF-Dokumentation „plan b – Ohne Pestizide” erinnerte zuletzt daran, dass weltweit jährlich vier Millionen Tonnen Pestizide versprüht werden, deren Rückstände unweigerlich auf unseren Tellern landen.

Vor diesem Hintergrund stellt sich für viele Verbraucherinnen und Verbraucher eine ganz einfache Frage: Hilft das Waschen von Obst und Gemüse wirklich gegen Pestizide?

Wenn Sie Ihre Äpfel unter den Wasserhahn halten, Tomaten abreiben oder Erdbeeren in Natronlauge einweichen, weil Sie glauben, dadurch gesünder zu essen, nehmen Sie sich zwei Minuten Zeit. Die Antwort ist wichtiger, als sie scheint.

Die kurze Antwort: Nein, nicht wirklich.

Um zu verstehen, warum, muss man zwei grundverschiedene Arten von Pestiziden unterscheiden.

  • Kontaktpestizide bleiben auf der Oberfläche der Frucht oder des Gemüses. Sie wirken dort, wo sie aufgesprüht wurden. Für diese gilt: Ja, gründliches Abwaschen, Abreiben oder das Einweichen in Natronlauge entfernt einen Teil der Rückstände.
  • Systemische Pestizide hingegen sind so konzipiert, dass sie von der Pflanze selbst aufgenommen werden. Sie zirkulieren im Pflanzensaft und verteilen sich in Blättern, Stängeln und Früchten. Wie ein aktueller Artikel auf Basis einer Studie der University of Massachusetts Amherst klarstellt: Diese Wirkstoffe werden von der Pflanze aufgenommen und im gesamten Gewebe verteilt, gegen diese innere Kontamination ist kein äußeres Waschen wirksam.

Und genau hier liegt das Problem: Ein Großteil der heute verwendeten Pflanzenschutzmittel ist systemisch. Dazu gehören die Neonicotinoide (Insektizide, in der EU seit 2018 für den Freilandeinsatz weitgehend verboten, aber unter Ausnahmegenehmigungen weiterhin im Einsatz) und Herbizide auf Glyphosat-Basis.

Ich verlasse dieses System

Wasser, Natron, Essig: Was bringt das tatsächlich?

In Blogs und Netzwerken sind “Omas Tipps” zur Entgiftung von Obst und Gemüse in aller Munde. Was In Blogs und Ratgebern kursieren zahllose Hausmittel zur „Entgiftung” von Obst und Gemüse. Was sagt die Wissenschaft?

  • Lauwarmes WasserStiftung Warentest empfiehlt es zur Reduktion oberflächlicher Rückstände. An der Frucht selbst haftende Pestizide lassen sich so zumindest reduzieren, Pestizide im Inneren der Frucht wird man mit Waschen jedoch nicht los. Wirkung also nur auf Kontaktpestizide.
  • Natronlösung (Backpulver/Natron): Eine Studie der University of Massachusetts Amherst zeigte, dass eine 1 %ige Natronlösung mit 15 Minuten Einweichzeit Pestizidrückstände auf der Apfelschale deutlich wirksamer entfernt als reines Wasser. Aber auch hier gilt: nur an der Oberfläche.
  • Essig: vergleichbar mit Wasser, kein Wundermittel.
  • Schälen: die radikalste Lösung für Kontaktpestizide. Allerdings gehen mit der Schale viele Ballaststoffe, Antioxidantien und Vitamine verloren.

Der gemeinsame Nenner all dieser Methoden: Sie erreichen niemals das Innere der Frucht. Was die Pflanze einmal aufgenommen hat, bleibt drin, und landet auf dem Teller.

Die unbequemen Zahlen

Greenpeace Deutschland fasst es nüchtern zusammen: Etwa 80 % des hierzulande verkauften Obstes und 50 % des Gemüses aus konventionellem Anbau enthalten Pestizidrückstände. Der BVL-Bericht 2024 zeigt zudem, dass die durchschnittliche Pestizidbelastung von frischem Gemüse gegenüber den Vorjahren leicht gestiegen ist, im Mittel 5 Wirkstoffe pro Probe bei Wurzelgemüse.

Bio? Eine echte Verbesserung, Bio-Ware ist im Schnitt um ein Vielfaches weniger belastet. Aber nicht völlig frei: Böden sind über Jahrzehnte kontaminiert, Bewässerungswasser kann Rückstände tragen, und durch Abdrift aus Nachbarfeldern gelangen Spuren selbst auf Bio-Flächen.

Myfood Aquaponik-Gewächshaus – Obst- und Gemüseproduktion in kontrollierter Umgebung, ohne Pestizide oder chemische Behandlung

Was man konkret tun kann

Keine Panik. Obst und Gemüse zu essen bleibt wichtig, die gesundheitlichen Vorteile überwiegen das Risiko durch Rückstände bei Weitem. Aber man kann die Belastung intelligent reduzieren:

  1. Saisonal und regional einkaufen. Importware aus Drittländern weist deutlich häufiger Höchstmengenüberschreitungen auf.
  2. Bei stark belasteten Sorten gezielt zu Bio greifen. Dazu gehören laut BVL u. a. Beeren, Trauben, Zitrusfrüchte, Grünkohl, Bohnen mit Hülsen.
  3. Vielfalt im Einkaufskorb. Wer abwechslungsreich isst, akkumuliert weniger desselben Wirkstoffs.
  4. Natron-Bad + Bürste für Schalen, die mitgegessen werden (Äpfel, Birnen, Gurken).
  5. Selbst anbauen.

Die einzige zu 100 % zuverlässige Rückverfolgbarkeit: das eigene Erntegut

Wenn man weder dem Abwaschen vertrauen kann, noch dem Boden oder dem Wasser eines fremden Erzeugers, dann beginnt echte Rückverfolgbarkeit im eigenen Garten. Selbst anzubauen, in einer kontrollierten Umgebung, ist die einzige Garantie, genau zu wissen, was den eigenen Salat, die Tomaten und Erdbeeren berührt, oder eben nicht berührt.

Genau das ist der Grundgedanke der aquaponischen Gewächshäuser von Myfood: null Pestizide, null chemische Behandlung, gefiltertes Wasser, ein inertes Wurzelsubstrat. Sie ernten ausschließlich das, was Sie gesät haben. Keine Rückstände, kein Zweifel, kein Natron-Bad nötig.

Quelle: https://myfood.eu/de

Kondome aus Löwenzahn? Dank Genom-Editierung wird’s möglich!

Gelb leuchtend prägt er unsere Wiesen: der Löwenzahn. Während die einen im Löwenzahn ein lästiges Unkraut sehen, entdecken Forschende in ihm eine nachhaltige Quelle für die Industrie. Dank moderner Genom-Editierung könnte die bescheidene Pflanze bald Gummi für Kondome, Handschuhe und Reifen liefern – direkt vor unserer Haustür.

Der Löwenzahn ist ein wahrer Überlebenskünstler. In der Landwirtschaft ist er jedoch umstritten. Landwirt Daniel Tschannen, der in Illighausen einen Ackerbau- und Futterbetrieb führt, sieht die Pflanze kritisch. Gegenüber dem «Tagblatt» erklärt er: «Wenn viel Löwenzahn auf der Wiese ist, habe ich weniger Futter für meine Tiere, weil das Kraut zerbröselt.» Da der Löwenzahn sehr hartnäckig ist und andere Pflanzenarten verdrängt, kann er die Artenvielfalt auf produktiven Flächen bedrohen.

Ganz anders sieht es für Insekten aus. Für Bienen und Hummeln ist der Löwenzahn ein Segen. Dank seiner reichlichen Pollen und der langen Blütezeit dient er als eine der wichtigsten frühen Nahrungsquellen im Jahr.

Die Wurzel als Gummi-Lieferant

Hinter der gelben Blüte verbirgt sich jedoch noch ein ganz anderes Potenzial: Der weisse Milchsaft in den Wurzeln ist mit begehrtem «Naturgummi» ausgestattet. Seit über 100 Jahren versuchen Forschende, diesen Schatz nutzbar zu machen. Bisher stammte fast der gesamte weltweite Naturkautschuk vom Kautschukbaum (Hevea brasiliensis), der im Amazonas- und Guianas-Becken (Brasilien) beheimatet ist. Heute erfolgt der Anbau hauptsächlich in Südostasien (Malaysia, Thailand, Indonesien), wo der Saft durch Anritzen der Rinde gewonnen wird.

Die Abhängigkeit von diesen fernen Quellen ist riskant: Klimawandel und Krankheiten bedrohen die tropischen Plantagen. Hier kommt der Löwenzahn ins Spiel. Wenn wir den «Alternativ»-Kautschuk lokal gewinnen, erhöhen wir die Versorgungssicherheit und verbessern die Nachhaltigkeit – ein klassischer Fall von «Near Shoring», also der Produktion in der Nähe des Absatzmarktes.

Gentechnik ist längst Alltag

Das Problem bisher war, dass herkömmlicher Löwenzahn zu wenig Gummi produziert, um wirtschaftlich zu sein. Neue Technologien ändern das jetzt. Wie «The Times» berichtet, will das britische Unternehmen QuberTech die Genom-Editierung (wie z.B. die Genschere CRISPR/Cas) nutzen, um gezielt Gene ein- oder auszuschalten. Das Ziel: Grössere Wurzeln und ein zehnmal höherer Ertrag an Kautschuk. Mit den latexhaltigen Wurzeln der Pflanze sollen Alternativen für Neoprenanzüge, Handschuhe oder Kondome hergestellt werden.

Im Gegensatz zur klassischen Gentechnik werden bei dieser Anwendung der Genomeditierung keine artfremden Gene eingefügt. Man beschleunigt lediglich innerhalb des eigenen Genoms den natürlichen Züchtungsprozess. Das ermöglicht es, Löwenzahn effizient in Gewächshäusern anzubauen – vielleicht sogar auf Industriebrachen, ohne wertvolles Ackerland zu beanspruchen.

Es wird Zeit, mit alten Mythen aufzuräumen. Gentechnische Verfahren sind keine Science-Fiction, sondern längst Teil unseres Alltags. Ob bei der Herstellung von Medikamenten (wie Insulin), in Kosmetikprodukten oder bei vielen Lebensmitteln: Die moderne Biotechnologie hilft uns täglich, Ressourcen effizienter zu nutzen und die Umwelt zu schonen.

Wofür wir Naturkautschuk brauchen

Naturkautschuk ist aufgrund seiner Elastizität in vielen Bereichen unverzichtbar:

  • Medizin: Medizinalhandschuhe, Insulin-Verschlüsse und Schläuche.
  • Schutz: Kondome und Latexhandschuhe.
  • Mobilität: Reifen für Autos, Flugzeuge und LKW.
  • Lifestyle: Schuhsohlen (Sneaker) und nachhaltige Mode.
  • Kosmetik: Inhaltsstoffe für Pflegeprodukte und Klebstoffe für Pflaster.

Quelle: https://swiss-food.ch/