{"id":275,"date":"2026-08-31T11:00:11","date_gmt":"2026-08-31T09:00:11","guid":{"rendered":"https:\/\/holos.ch\/blog\/?p=275"},"modified":"2026-08-31T11:00:11","modified_gmt":"2026-08-31T09:00:11","slug":"die-geplante-schweizer-cannabisregulierung-setzt-auf-kontrolle-statt-konsumfoerderung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/holos.ch\/blog\/die-geplante-schweizer-cannabisregulierung-setzt-auf-kontrolle-statt-konsumfoerderung\/","title":{"rendered":"Die geplante Schweizer Cannabisregulierung setzt auf Kontrolle statt Konsumf\u00f6rderung"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Stellungnahme der IG Hanf Schweiz zum NZZ-Beitrag \u00abUngesund\u00bb vom 2. August 2026<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Bern, 4. August 2026<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Beitrag \u00abUngesund\u00bb in der \u00abNZZ am Sonntag\u00bb setzt sich ausf\u00fchrlich mit den gesundheitlichen Risiken einer Cannabisregulierung auseinander. Die IG Hanf Schweiz teilt seinen Ausgangspunkt: Cannabis ist keine harmlose Substanz. Aus unserer Sicht greift die Analyse jedoch dort zu kurz, wo sie die Risiken eines regulierten Markts nicht systematisch denjenigen des heutigen Schwarzmarkts gegen\u00fcberstellt. Zugleich zeigt der Artikel selbst, dass nicht die Regulierung an sich \u00fcber die gesundheitlichen Folgen entscheidet, sondern deren konkrete Ausgestaltung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr die Beurteilung entscheidend ist deshalb der Vergleich zwischen dem heutigen Schwarzmarkt und einem regulierten Markt. Der Schwarzmarkt kennt keine verl\u00e4sslichen Alterskontrollen, deklariert keine Wirkstoffgehalte und pr\u00fcft keine Verunreinigungen. Ein regulierter Markt schafft demgegen\u00fcber verbindliche Alterskontrollen, gepr\u00fcfte und deklarierte Produkte, R\u00fcckverfolgbarkeit, Pr\u00e4vention, klare Abgaberegeln und einen wirksamen Schutz von Jugendlichen. Genau darauf zielt der aktuelle Schweizer Gesetzesentwurf zum Cannabisproduktegesetz. Er sieht starke gesundheitspolitische Schutzmechanismen vor:&nbsp;<em>Nicht gewinnorientierter Verkauf, umfassendes Werbeverbot, Mindestalter 18, eine THC-Obergrenze und eine Lenkungsabgabe, die riskantere Produkte verteuert.<\/em>&nbsp;Damit begrenzt der Vorentwurf jene kommerziellen Verkaufsanreize, die der Artikel als Haupttreiber der problematischen Entwicklungen in den USA und in Teilen Kanadas erkennt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Was die vorliegenden Daten zeigen&nbsp;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Artikel kritisiert, dass die Schweizer Pilotversuche nur bereits konsumierende Personen einschliessen und deshalb wenig dar\u00fcber aussagen, ob eine Regulierung neue Konsumierende schafft. Die Antwort liefern die Daten zum Konsum aus L\u00e4ndern mit Regulierung. Der Artikel h\u00e4lt fest: In Kanada ist der Cannabiskonsum unter Jugendlichen seit der Legalisierung insgesamt weitgehend stabil geblieben. Der Zuwachs bei Erwachsenen wiederum setzt einen bereits vor der Legalisierung bestehenden Trend fort.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die bisherigen Umsetzungserfahrungen zeigen, dass eine regulierte Abgabe in einem streng kontrollierten Rahmen praktikabel ist. Die vom BAG in Auftrag gegebene Auswertung h\u00e4lt fest, dass die sieben Pilotversuche bisher ohne nennenswerte Zwischenf\u00e4lle sowie ohne negative Auswirkungen auf die Gesundheit oder die \u00f6ffentliche Ordnung verliefen. Die l\u00e4ngerfristigen Auswirkungen auf Gesundheit und Konsumverhalten lassen sich gem\u00e4ss Bericht jedoch noch nicht abschliessend beurteilen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die IG Hanf Schweiz vertritt seit Jahren eine klare Position: Ziel einer Regulierung ist nicht die F\u00f6rderung des Konsums, sondern die Verdr\u00e4ngung des Schwarzmarkts durch einen streng regulierten Markt mit wirksamem Jugend- und Gesundheitsschutz. Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht, ob Cannabis Risiken birgt. Dar\u00fcber besteht wissenschaftlicher Konsens, sondern welches System diese Risiken besser reduziert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>\u00abReguliert wird nicht, um den Konsum zu f\u00f6rdern, sondern um ihn zu kontrollieren. Qualit\u00e4tsgepr\u00fcfte und deklarierte Produkte, ein umfassendes Werbeverbot, klare Altersgrenzen und gezielte Pr\u00e4vention: Das sind zentrale Unterschiede zwischen dem geplanten Schweizer Modell und den stark kommerzialisierten M\u00e4rkten, vor deren Folgen der Artikel warnt\u00bb,&nbsp;<\/em>sagt Renato Auer, Medienverantwortlicher, IG Hanf Schweiz.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die IG Hanf Schweiz begr\u00fcsst den sachlichen Dialog und stellt Redaktionen, Politik und \u00d6ffentlichkeit gerne aufbereitete Daten, Studien und Fachpersonen zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>\u00dcber die IG Hanf Schweiz.&nbsp;<\/strong>Die IG Hanf Schweiz ist der Branchenverband der Schweizer Hanf- und Cannabiswirtschaft. Sie wurde 2017 gegr\u00fcndet und setzt sich f\u00fcr eine faktenbasierte, gesundheitsorientierte Cannabisregulierung ein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Kontakt.&nbsp;<\/strong>Lukas Brunner, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrender Sekret\u00e4r, 076 541 04 20, lukas.brunner@ighanf.ch<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Link zum Originalartikel der NZZ:&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/wissenschaft\/cannabis-legalisierung-das-weiss-man-ueber-die-gefahren-ld.10017446\">Cannabis-Legalisierung: Das weiss man \u00fcber die Gefahren<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/pmc.ncbi.nlm.nih.gov\/articles\/PMC9874703\"><\/a><a href=\"https:\/\/pubmed.ncbi.nlm.nih.gov\/38520961\/\">How have cannabis use and related indicators changed since legalization of cannabis for non-medical purposes? Results of the Canadian Cannabis Survey 2018-2022 \u2013 PubMed<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/pmc.ncbi.nlm.nih.gov\/articles\/PMC9874703\/\">The clouded debate: A systematic review of comparative longitudinal studies examining the impact of recreational cannabis legalization on key public health outcomes \u2013 PMC<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/www.bag.admin.ch\/de\/ergebnisse-aus-den-pilotversuchen-mit-cannabis\">Ergebnisse aus den Pilotversuchen mit Cannabis<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Stellungnahme der IG Hanf Schweiz zum NZZ-Beitrag \u00abUngesund\u00bb vom 2. August 2026 Bern, 4. August 2026 Der Beitrag \u00abUngesund\u00bb in der \u00abNZZ am Sonntag\u00bb setzt sich ausf\u00fchrlich mit den gesundheitlichen Risiken einer Cannabisregulierung auseinander. Die IG Hanf Schweiz teilt seinen Ausgangspunkt: Cannabis ist keine harmlose Substanz. 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