{"id":268,"date":"2026-08-21T14:37:56","date_gmt":"2026-08-21T12:37:56","guid":{"rendered":"https:\/\/holos.ch\/blog\/?p=268"},"modified":"2026-08-21T14:37:56","modified_gmt":"2026-08-21T12:37:56","slug":"gesetzliche-krankenkassen-erstatten-keine-cannabisblueten-mehr-in-deutschland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/holos.ch\/blog\/gesetzliche-krankenkassen-erstatten-keine-cannabisblueten-mehr-in-deutschland\/","title":{"rendered":"Gesetzliche Krankenkassen erstatten keine Cannabisbl\u00fcten mehr in Deutschland"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Seit Ende Juli 2026 hat sich f\u00fcr Cannabispatientinnen und -patienten in Deutschland die Erstattungslage grundlegend ver\u00e4ndert: Getrocknete Cannabisbl\u00fcten sind aus dem Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung herausgefallen. M\u00f6glich wurde dies durch das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz, das am 29. Juli im Bundesgesetzblatt erschien und bereits am Folgetag Wirkung entfaltete.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Konkret wurde Paragraf 31 Absatz 6 SGB V angepasst: Kassenpatienten haben nun nur noch Anspruch auf standardisierte Cannabisextrakte sowie auf Pr\u00e4parate mit den Wirkstoffen Dronabinol oder Nabilon \u2013 vorausgesetzt, die \u00fcbrigen gesetzlichen Bedingungen sind erf\u00fcllt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein generelles Verbot ist damit allerdings nicht verbunden. \u00c4rzte k\u00f6nnen Cannabisbl\u00fcten nach wie vor verordnen, Apotheken d\u00fcrfen sie weiterhin abgeben. Wer gesetzlich versichert ist, ben\u00f6tigt daf\u00fcr jedoch ein Privatrezept und tr\u00e4gt die Kosten in aller Regel komplett selbst.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Besonders heikel: Die Umstellung gilt auch f\u00fcr Patienten, die ihre Bl\u00fctentherapie schon vor Inkrafttreten des Gesetzes begonnen hatten \u2013 eine \u00dcbergangsfrist f\u00fcr laufende Behandlungen sieht das Gesetz nicht vor. F\u00fcr zus\u00e4tzliche Verunsicherung sorgen Rezepte, die zwar noch vor dem Stichtag ausgestellt, aber erst danach eingel\u00f6st wurden. Der Apothekerverband weist darauf hin, dass Apotheken hier ein Retax-Risiko tragen \u2013 die Kasse k\u00f6nnte die Erstattung im Nachhinein verweigern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wichtig: Betroffen ist ausschliesslich die gesetzliche Krankenversicherung. Bei privat Versicherten entscheidet weiterhin der individuelle Tarif beziehungsweise Versicherer dar\u00fcber, ob Bl\u00fcten \u00fcbernommen werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr viele chronisch kranke Menschen d\u00fcrfte die Neuregelung sp\u00fcrbare Auswirkungen haben. Wer bisher Bl\u00fcten \u00fcber die Kasse bezogen hat, sollte das weitere Vorgehen m\u00f6glichst rasch mit der behandelnden Praxis und der Krankenkasse kl\u00e4ren \u2013 ein eigenm\u00e4chtiger Umstieg auf Extrakte oder andere Pr\u00e4parate ohne \u00e4rztliche R\u00fccksprache wird nicht empfohlen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ziel der Reform ist laut Bundesregierung, die Ausgaben der gesetzlichen Kassen zu begrenzen. Medizinisches Cannabis bleibt Teil der Versorgung \u2013 k\u00fcnftig jedoch nur noch in den gesetzlich vorgesehenen Darreichungsformen zulasten der Kassen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit Ende Juli 2026 hat sich f\u00fcr Cannabispatientinnen und -patienten in Deutschland die Erstattungslage grundlegend ver\u00e4ndert: Getrocknete Cannabisbl\u00fcten sind aus dem Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung herausgefallen. M\u00f6glich wurde dies durch das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz, das am 29. Juli im Bundesgesetzblatt erschien und bereits am Folgetag Wirkung entfaltete. 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