{"id":178,"date":"2026-06-11T13:32:40","date_gmt":"2026-06-11T11:32:40","guid":{"rendered":"https:\/\/holos.ch\/blog\/?p=178"},"modified":"2026-06-11T13:32:40","modified_gmt":"2026-06-11T11:32:40","slug":"schweizer-cannabis-regulierung-ig-hanf-fordert-tempo-statt-verzoegerung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/holos.ch\/blog\/schweizer-cannabis-regulierung-ig-hanf-fordert-tempo-statt-verzoegerung\/","title":{"rendered":"Schweizer Cannabis-Regulierung: IG Hanf fordert Tempo statt Verz\u00f6gerung"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>von<\/em>&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.hanf-magazin.com\/author\/christian-schaefer\/\">Christian Sch\u00e4fer<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.hanf-magazin.com\/news\/schweizer-cannabis-regulierung-ig-hanf-fordert-tempo-statt-verzoegerung\/\">13.05.2026<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>in<\/em>&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.hanf-magazin.com\/news\/\">Hanf News &amp; aktuelle Nachrichten<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Lesezeit: 11 Minuten<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/www.hanf-magazin.com\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/hm-ai-77643-featured-schweizer-parlamentskammer-mit-leeren-si-scaled.jpg\"><\/a><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><a href=\"https:\/\/www.hanf-magazin.com\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/hm-ai-77643-featured-schweizer-parlamentskammer-mit-leeren-si-scaled.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.hanf-magazin.com\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/hm-ai-77643-featured-schweizer-parlamentskammer-mit-leeren-si-750x375.jpg\" alt=\"Schweizer Parlamentskammer mit leeren Sitzen und Rednerpult\"\/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u23f1 10 Min. Lesezeit\u00b71.976 W\u00f6rter<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Schweizer Cannabis-Regulierung steckt in einer sensiblen Phase. Die Kommission f\u00fcr soziale Sicherheit und Gesundheit des Nationalrates (SGK-N) hat den Entwurf zur parlamentarischen Initiative Siegenthaler (20.473) am 7. Mai 2026 zur \u00dcberarbeitung an die Subkommission zur\u00fcckgewiesen. Die IG Hanf Schweiz, der Branchenverband der Schweizer Cannabisindustrie, tr\u00e4gt den Schritt mit, mahnt aber zur Eile. Jeder Monat ohne Regulierung st\u00e4rke den Schwarzmarkt, ohne dass Konsumentinnen und Konsumenten von Qualit\u00e4tskontrolle, Jugendschutz oder staatlicher Aufsicht profitierten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\ud83d\udcd1 Inhaltsverzeichnis<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li><a href=\"https:\/\/www.hanf-magazin.com\/news\/schweizer-cannabis-regulierung-ig-hanf-fordert-tempo-statt-verzoegerung\/#h-rueckweisung-als-auftrag-nicht-als-neustart\">R\u00fcckweisung als Auftrag, nicht als Neustart<\/a><\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/www.hanf-magazin.com\/news\/schweizer-cannabis-regulierung-ig-hanf-fordert-tempo-statt-verzoegerung\/#h-pilotversuche-brauchen-eine-anschlussloesung\">Pilotversuche brauchen eine Anschlussl\u00f6sung<\/a><\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/www.hanf-magazin.com\/news\/schweizer-cannabis-regulierung-ig-hanf-fordert-tempo-statt-verzoegerung\/#h-klarer-auftrag-an-die-subkommission\">Klarer Auftrag an die Subkommission<\/a><\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/www.hanf-magazin.com\/news\/schweizer-cannabis-regulierung-ig-hanf-fordert-tempo-statt-verzoegerung\/#h-was-eine-wirksame-regulierung-leisten-muss\">Was eine wirksame Regulierung leisten muss<\/a><\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/www.hanf-magazin.com\/news\/schweizer-cannabis-regulierung-ig-hanf-fordert-tempo-statt-verzoegerung\/#hanf-buddy\">\ud83d\udcac Fragen? Frag den Hanf-Buddy!<\/a><\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">R\u00fcckweisung als Auftrag, nicht als Neustart<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die SGK-N hat in ihrer Sitzung am 7. Mai die Vernehmlassungsergebnisse zum Bundesgesetz \u00fcber Cannabisprodukte (CPG) beraten. Aufgrund zahlreicher \u00c4nderungsvorschl\u00e4ge geht das Dossier zur\u00fcck in die Subkommission. Aus Sicht der IG Hanf ist das nachvollziehbar, soll aber nicht in eine H\u00e4ngepartie m\u00fcnden. Die parlamentarische Initiative 20.473 von Heinz Siegenthaler hatte 2020 den Ansto\u00df f\u00fcr eine evidenzbasierte Regulierung gegeben und legt heute mit den laufenden Pilotversuchen die empirische Grundlage f\u00fcr ein praxistaugliches Gesetz.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Botschaft des Verbands ist klar: Anpassungen am Entwurf sind sinnvoll, damit die Vorlage mehrheitsf\u00e4hig und vollzugstauglich wird. Solange aber eine gesetzliche Grundlage fehlt, bleiben Konsumentinnen und Konsumenten ohne Qualit\u00e4tskontrolle, ohne wirksamen Jugendschutz und ausserhalb jeder staatlichen Aufsicht. Profiteur dieser Regulierungsl\u00fccke ist allein der illegale Markt.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Pilotversuche brauchen eine Anschlussl\u00f6sung<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein zweiter zentraler Punkt der Stellungnahme betrifft die seit 2023 laufenden Pilotversuche in mehreren Schweizer St\u00e4dten. Diese liefern empirische Daten zu Konsumverhalten, Jugendschutz, Schwarzmarktverdr\u00e4ngung und gesundheitlichen Auswirkungen kontrollierter Abgabe. Brechen sie ohne geordneten \u00dcbergang weg, gehen wertvolle Erkenntnisse, funktionierende Strukturen und get\u00e4tigte Investitionen verloren, ein R\u00fcckschritt f\u00fcr Konsumentenschutz, Forschung und Vollzug zugleich.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die IG Hanf fordert deshalb eine verbindliche Anschlussl\u00f6sung, die nahtlos an die heutigen Versuche ankn\u00fcpft. Ohne diese Br\u00fccke drohe nicht nur ein Daten-Gap, sondern auch ein Vertrauensverlust bei den Akteuren in Wissenschaft, Gesundheitswesen und Wirtschaft, die sich auf das Pilotmodell eingelassen haben.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Klarer Auftrag an die Subkommission<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aus Sicht der IG Hanf liegt mit der parlamentarischen Initiative 20.473 ein evidenzbasierter Vorschlag vor, der Jugendschutz und \u00f6ffentliche Gesundheit ins Zentrum stellt und den Schwarzmarkt zur\u00fcckdr\u00e4ngen soll. Vom Subkommissions-Prozess erwartet der Verband drei konkrete Eckpunkte: z\u00fcgige Beratungen mit klarem Zeitplan, eine konstruktive Einbindung der Kantone in den Vollzug und eben jene verbindliche Anschlussl\u00f6sung f\u00fcr die Pilotversuche. Ebenso wichtig sei das Festhalten an den Kernzielen Jugendschutz, Gesundheitsschutz und Schwarzmarktbek\u00e4mpfung.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00abDie R\u00fcckweisung ist kein Neustart, sondern ein Auftrag zur Nachbesserung. Entscheidend ist jetzt, dass die Regulierung mehrheitsf\u00e4hig, vollziehbar und wirksam gegen den Schwarzmarkt ausgestaltet wird. Daf\u00fcr braucht es einen klaren Zeitplan und eine verbindliche Anschlussl\u00f6sung f\u00fcr die Pilotversuche.\u00bbRenato Auer, Vorstandsmitglied und Medienverantwortlicher der IG Hanf Schweiz<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Was eine wirksame Regulierung leisten muss<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine Regulierung wirkt aus Sicht des Verbands nur dann, wenn sie im Vollzug praktikabel ist, die Konsumentinnen und Konsumenten tats\u00e4chlich erreicht und dem illegalen Markt ein glaubw\u00fcrdiges legales Angebot entgegensetzt. Der Schwarzmarkt liefert heute weder kontrollierte Wirkstoffgehalte noch Reinheitsnachweise, noch wirkt er Alterskontrollen entgegen. Genau diese L\u00fccke soll das CPG schlie\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit der R\u00fcckweisung an die Subkommission verschiebt sich der politische Zeitplan, ohne dass eine inhaltliche Kehrtwende vorliegt. Die kommenden Wochen und Monate werden zeigen, ob die Subkommission die signalisierten Nachbesserungen z\u00fcgig umsetzen kann oder ob sich der Prozess in eine l\u00e4ngere Pause verlagert. F\u00fcr die Schweizer Cannabisbranche und die Pilotteilnehmenden geht es dabei um nicht weniger als die Anschlussf\u00e4higkeit ihrer Arbeit der vergangenen Jahre.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\ud83d\udcac Im Gespr\u00e4ch<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Renato Auer, IG Hanf Schweiz<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir haben mit Renato Auer, Vorstandsmitglied der&nbsp;<a href=\"https:\/\/ighanf.ch\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">IG Hanf Schweiz<\/a>, \u00fcber die R\u00fcckweisung des CanPG, den weiteren parlamentarischen Fahrplan und die wirtschaftliche Dimension einer regulierten Cannabis-Branche gesprochen. Sieben Fragen, sieben pointierte Antworten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Frage 1, Nachbesserungen<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Bundesrat sieht die R\u00fcckweisung als Auftrag, das CanPG zu \u00fcberarbeiten, nicht als Neustart. Welche konkreten Nachbesserungen erwartet die IG Hanf jetzt?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Renato:<\/strong>&nbsp;Wir teilen die Einsch\u00e4tzung des Bundesrats, dass die R\u00fcckweisung ein Auftrag zur \u00dcberarbeitung ist \u2013 kein Neuanfang. Der Gesetzesentwurf bietet eine solide Basis, muss aber in zentralen Punkten praxistauglicher und wirtschaftsfreundlicher werden. Konkret erwarten wir, dass die nicht-medizinische Verwendung von Cannabis vollst\u00e4ndig im CanPG geregelt wird und nicht im BetmG verbleibt. Nur so entsteht echte Klarheit und Rechtssicherheit f\u00fcr Konsumentinnen und Konsumenten, Beh\u00f6rden und Unternehmen. Zweitens braucht es eine geografisch breit zug\u00e4ngliche Versorgung \u00fcber klar regulierte Fachgesch\u00e4fte \u2013 inklusive Online-Vertrieb mit verl\u00e4sslicher Alterspr\u00fcfung, wie ihn Kanada erfolgreich umsetzt. Drittens muss die Werbe- und Sponsoringregelung verh\u00e4ltnism\u00e4ssig ausgestaltet werden. Ein vollst\u00e4ndiges Verbot, wie es derzeit vorgesehen ist, w\u00fcrde sowohl Aufkl\u00e4rung als auch Markttransparenz behindern und kleine und mittlere Unternehmen unn\u00f6tig belasten. Schliesslich braucht es eine ausgewogene Steuerpolitik, die den Schwarzmarkt zur\u00fcckdr\u00e4ngt, statt ihn durch zu hohe Abgaben zu st\u00fctzen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\ud83d\udcac Hanf-Buddy \u2014 dein Cannabis-Experte<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\ud83c\udf3f Fragen zu diesem Thema? Schreib einfach los \u2014 ich helfe dir!Senden<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Frage 2, Zeitplan<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Realistisch betrachtet: Wann rechnen Sie mit einem \u00fcberarbeiteten Entwurf und wann mit einem Inkrafttreten?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Renato:<\/strong>&nbsp;Wir gehen davon aus, dass eine \u00fcberarbeitete Vorlage fr\u00fchestens Ende 2026 vorliegt. Anschliessend braucht es die Beratung in beiden R\u00e4ten, die Differenzbereinigung und \u2013 sehr wahrscheinlich \u2013 eine Referendumsabstimmung. Bei optimalem Zeitplan wird eine Regulierung kaum vor 2029 in Kraft treten. Wir setzen uns f\u00fcr eine z\u00fcgige, aber sorgf\u00e4ltige Bearbeitung ein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eBei optimalem Zeitplan wird eine Regulierung kaum vor 2029 in Kraft treten.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Renato Auer \u00b7 IG Hanf Schweiz<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Frage 3, Anschlussl\u00f6sung<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Pilotversuche laufen 2027\/2028 aus. Wenn die Regulierung erst 2030+ greift, droht eine Regulierungsl\u00fccke. Was schl\u00e4gt die IG Hanf f\u00fcr diese \u00dcbergangsphase vor?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Renato:<\/strong>&nbsp;Es braucht zwingend eine Anschlussl\u00f6sung, sobald die ersten Pilotversuche enden. Wir sehen zwei m\u00f6gliche Wege: Eine Verl\u00e4ngerung des Experimentierartikels (BetmG Art. 8a) oder die Schaffung eines befristeten \u00dcbergangsregimes, das den \u00dcbergang in die Vollregulierung erleichtert. Die Studien zeigen klar: Pilotversuche sind kein Endzustand, sondern ein Br\u00fcckenmodell. Wer sie ohne Anschluss auslaufen l\u00e4sst, treibt Konsumentinnen und Konsumenten wieder in den Schwarzmarkt \u2013 und vernichtet wertvolles Know-how. Unser Vorschlag ist, gemeinsam mit Bund, Kantonen, Forschung und Branche ein koh\u00e4rentes \u00dcbergangsmodell zu entwickeln, das auf den Erkenntnissen der Pilotprojekte aufbaut.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Frage 4, Wirtschaftliche Dimension<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In der politischen Debatte wird vor allem \u00fcber Jugendschutz und Pr\u00e4vention gesprochen. Wo bleibt die wirtschaftliche Dimension? Welches Potenzial sieht die IG Hanf?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Renato:<\/strong>&nbsp;Die wirtschaftliche Bedeutung wird massiv untersch\u00e4tzt. Das gesamte Cannabissystem in der Schweiz hat heute ein Marktvolumen von gesch\u00e4tzt einer Milliarde Franken pro Jahr. Das Geld fliesst aktuell fast vollst\u00e4ndig in den Schwarzmarkt und damit in die H\u00e4nde krimineller Netzwerke. In einem regulierten Markt sind bis zu 450 Millionen Franken j\u00e4hrlich an Steuer- und Sozialeinnahmen denkbar. Hinzu kommen mehrere tausend neue Arbeitspl\u00e4tze in Anbau, Verarbeitung, Logistik, Detailhandel, Kontrolle, Forschung und Tourismus. Gleichzeitig entlasten wir Polizei, Justiz und das Gesundheitswesen sp\u00fcrbar. Die Schweiz hat zudem die Chance, einen exportstarken, qualitativ hochwertigen Standort aufzubauen, analog zur Pharmaindustrie. Eine kluge Regulierung schafft Werte, Innovation und Sicherheit. Sie verhindert nicht, sie erm\u00f6glicht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Frage 5, Schwarzmarkt<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Schwarzmarkt boomt, j\u00fcngste Razzien in Bern, Solothurn und Spreitenbach zeigen die industrielle Dimension. Wie argumentieren Sie gegen\u00fcber Politikerinnen und Politikern, die immer noch auf das BetmG setzen?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Renato:<\/strong>&nbsp;Der Schwarzmarkt ist die direkte Folge einer gescheiterten Verbotspolitik. Die Razzien in&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.police.be.ch\/de\/start\/themen\/news\/medienmitteilungen.html?newsID=edd3423f-1946-42d5-a29d-c14b0c0f9492\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Bern (\u00fcber eine Tonne Cannabis)<\/a>,&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.bernerzeitung.ch\/solothurn-polizei-hebt-19-hanf-indooranlagen-aus-476313199896\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Solothurn (19 Indoor-Anlagen)<\/a>&nbsp;und&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.20min.ch\/story\/spreitenbach-ag-razzia-bei-plantage-eine-tonne-cannabis-und-waffen-beschlagnahmt-103530933\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Spreitenbach (eine Tonne Cannabis und Waffen)<\/a>&nbsp;zeigen, dass kriminelle Strukturen den Markt l\u00e4ngst \u00fcbernommen haben. Die j\u00fcngste&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.suchtschweiz.ch\/publication\/analyse-taux-thc-prix-modalites-dachat-cannabis-marche-noir-canton-vaud\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Sucht-Schweiz-Studie aus der Waadt<\/a>&nbsp;(siehe auch die&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.presseportal.ch\/de\/pm\/100000980\/100937884\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Zusammenfassung<\/a>) belegt: Der illegale Markt liefert hochpotentes, oft gestrecktes Cannabis \u2013 ohne jede Qualit\u00e4tskontrolle, ohne Jugendschutz, ohne Steuereinnahmen. Und&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.watson.ch\/fr\/suisse\/europe\/801097358-geneve-a-la-plus-grande-consommation-de-cannabis-d-europe\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Genf weist mittlerweile den h\u00f6chsten Cannabis-Konsum Europas auf<\/a>. Das BetmG hat in 50 Jahren weder den Konsum gesenkt noch die Verf\u00fcgbarkeit reduziert \u2013 im Gegenteil. Heute konsumieren \u00fcber 220.000 Menschen in der Schweiz regelm\u00e4ssig Cannabis. Wer den Status quo verteidigt, verteidigt faktisch den Schwarzmarkt. Jeder Monat, in dem das Parlament z\u00f6gert, ist ein Monat, in dem dieser Markt von kriminellen Strukturen statt von kontrollierten Fachgesch\u00e4ften bedient wird. Wir appellieren an die SGK-N (Sozial- und Gesundheitskommission Nationalrat), die Erkenntnisse aus den Pilotversuchen, der internationalen Forschung und der wirtschaftlichen Analyse ernst zu nehmen \u2013 und endlich Verantwortung zu \u00fcbernehmen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eJeder Monat, in dem das Parlament z\u00f6gert, ist ein Monat, in dem dieser Markt von kriminellen Strukturen statt von kontrollierten Fachgesch\u00e4ften bedient wird.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Renato Auer \u00b7 IG Hanf Schweiz<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Frage 6, Internationale Beispiele<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Welche internationalen Beispiele halten Sie f\u00fcr die Schweiz f\u00fcr besonders relevant, und welche eher als Negativbeispiel?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Renato:<\/strong>&nbsp;Als positives Modell sehen wir klar Kanada. Dort funktionieren Qualit\u00e4tskontrolle, Jugendschutz, Steuerlogik und Markt\u00f6ffnung im Gleichgewicht. In der Schweizer Diskussion wird oft das kanadische Modell Quebec als Referenz aufgerufen, mit einem staatlichen Verkaufsmonopol \u00fcber die&nbsp;<em>Soci\u00e9t\u00e9 qu\u00e9b\u00e9coise du cannabis<\/em>. Die IG Hanf positioniert sich allerdings klar f\u00fcr ein wirtschaftsliberaleres Modell, das den Gesundheitsschutz dennoch konsequent ins Zentrum stellt. Staatliche Verkaufsmonopole binden enorme Verwaltungsressourcen, beschr\u00e4nken Produktvielfalt und Innovation und haben in der Praxis gezeigt, dass sie den Schwarzmarkt nicht so wirksam zur\u00fcckdr\u00e4ngen wie ein lizenziertes Fachgesch\u00e4ftsmodell. Orientierender f\u00fcr die Schweiz sind aus unserer Sicht die kanadischen Provinzen mit privatwirtschaftlicher Abgabe unter Lizenz, in denen sich ein dichtes Fachgesch\u00e4ftsnetz unter strenger Aufsicht etabliert hat. Auch die deutschen Cannabis Social Clubs liefern brauchbare Bausteine, insbesondere f\u00fcr den nichtkommerziellen Eigenanbau. Uruguay zeigt umgekehrt, was passiert, wenn der staatliche Vertrieb \u00fcber Apotheken zu eng und zu langsam ausgerollt wird: Der Schwarzmarkt bleibt dominant.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Frage 7, Kantone<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Welche Rolle sollten die Kantone in der k\u00fcnftigen Regulierung spielen, auch mit Blick auf den Vollzug, den Jugendschutz und die Steuerverteilung?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Renato:<\/strong>&nbsp;Die Kantone werden zu zentralen Tr\u00e4gern der Umsetzung. Sie sind verantwortlich f\u00fcr Vollzug, Bewilligungen, Aufsicht und Pr\u00e4vention. Damit der F\u00f6deralismus funktioniert, brauchen sie aber klare Bundesvorgaben \u2013 etwa bei Lizenzkriterien, Werberegeln und Qualit\u00e4tsstandards. Die Steuerverteilung muss gerecht und zweckgebunden erfolgen: Ein Teil der Einnahmen sollte direkt den Kantonen und Gemeinden zugutekommen, die mit dem Vollzug und der Pr\u00e4ventionsarbeit befasst sind. Auch der Jugendschutz lebt vor Ort \u2013 durch Schulen, Suchthilfen, Polizei und Kantons\u00e4rztedienste. Wir sehen die Kantone deshalb als gleichwertige Partner in der politischen Gestaltung. Nur wenn Bund und Kantone Hand in Hand arbeiten, entsteht eine Regulierung, die wirklich funktioniert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Hinweis:<\/strong>&nbsp;Das Interview wurde schriftlich gef\u00fchrt. Antworten wurden f\u00fcr Lesbarkeit und Rechtschreibung leicht redigiert, ohne inhaltlich ver\u00e4ndert zu werden. Weiterf\u00fchrend:&nbsp;<a href=\"https:\/\/ighanf.ch\/cannabisproduktegesetz-was-die-vernehmlassung-zum-canpg-wirklich-zeigt\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">IG Hanf zur CanPG-Vernehmlassung<\/a>&nbsp;\u00b7&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.parlament.ch\/de\/ratsbetrieb\/suche-curia-vista\/geschaeft?AffairId=20200473\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Parlamentarische Initiative 20.473<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von&nbsp;Christian Sch\u00e4fer &nbsp;13.05.2026 in&nbsp;Hanf News &amp; aktuelle Nachrichten Lesezeit: 11 Minuten \u23f1 10 Min. Lesezeit\u00b71.976 W\u00f6rter Die Schweizer Cannabis-Regulierung steckt in einer sensiblen Phase. Die Kommission f\u00fcr soziale Sicherheit und Gesundheit des Nationalrates (SGK-N) hat den Entwurf zur parlamentarischen Initiative Siegenthaler (20.473) am 7. Mai 2026 zur \u00dcberarbeitung an die Subkommission zur\u00fcckgewiesen. 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