{"id":115,"date":"2026-03-07T13:54:25","date_gmt":"2026-03-07T12:54:25","guid":{"rendered":"https:\/\/holos.ch\/blog\/?p=115"},"modified":"2026-03-07T13:54:57","modified_gmt":"2026-03-07T12:54:57","slug":"uni-bozen-entwickelt-superpflanzen-fuer-eine-bessere-umwelt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/holos.ch\/blog\/uni-bozen-entwickelt-superpflanzen-fuer-eine-bessere-umwelt\/","title":{"rendered":"Uni Bozen entwickelt \u201cSuperpflanzen\u201d f\u00fcr eine bessere Umwelt"},"content":{"rendered":"\n<p>An der Freien Universit\u00e4t Bozen wurde erstmals eine vollst\u00e4ndig biohybride Pflanze entwickelt, die dank integrierter Nanopartikel mehr Sonnenlicht absorbieren kann. Dies erm\u00f6glicht eine effizientere CO\u2082-Aufnahme aus der Atmosph\u00e4re, aber auch neues Potenzial f\u00fcr die Gewinnung erneuerbarer Energie.<\/p>\n\n\n\n<p>Gr\u00fcne Technologien werden vielfach mit Solarpaneelen, energieeffizienten Geb\u00e4uden oder Elektrofahrzeugen assoziiert. Doch auch Pflanzen k\u00f6nnten Teil dieser technologischen L\u00f6sungen werden. Den Weg dazu ebnet ein Forschungsteam an der Fakult\u00e4t f\u00fcr Ingenieurwesen der Freien Universit\u00e4t Bozen. In Zusammenarbeit mit anderen Forschenden der Universit\u00e4t sowie internationalen Forschungszentren haben sie&nbsp;die erste vollst\u00e4ndig biohybride Pflanze entwickelt. Durch das Einbringen von Nanopartikeln direkt in die Pflanze konnten das Forschungsteam deren F\u00e4higkeit zur Aufnahme von Sonnenlicht steigern, ihr Wachstum f\u00f6rdern und damit den Weg f\u00fcr zahlreiche Anwendungen ebnen \u2013 von der Bindung von CO\u2082 aus der Atmosph\u00e4re bis hin zur Erzeugung von Bioenergie.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch was genau ist eine biohybride Pflanze? Dabei handelt es sich um einen lebenden Organismus, in dem&nbsp;biologische Elemente, also die Pflanze selbst,&nbsp;mit technologischen Komponenten&nbsp;wie etwa leitf\u00e4higen Materialien kombiniert werden. So entsteht ein Hybrid aus Natur und Technologie, bei dem nat\u00fcrliche Funktionen der Pflanze wie Photosynthese, Wachstum oder Reizempfindlichkeit durch ingenieurtechnisch entwickelte Elemente erg\u00e4nzt oder verst\u00e4rkt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Als biologisches Element nutzten die Forschenden der unibz in der Studie&nbsp;Pflanzen der Art&nbsp;Arabidopsis thaliana, die in der Pflanzenforschung breite Anwendung findet. Die technologische Komponente bestand aus&nbsp;Nanopartikeln aus dem organischen Polymer P3HT. Dabei handelt es sich um eine lange Kette aus vielen kleinen, sich wiederholenden molekularen Einheiten mit Kohlenstoffatomen, deren Struktur mit einer Perlenkette vergleichbar ist. Dieses Material ist elektrisch leitf\u00e4hig und wird bereits f\u00fcr die Entwicklung flexibler Solarzellen sowie f\u00fcr Anwendungen der sogenannten gr\u00fcnen Elektronik erforscht. Aufgrund ihrer extrem geringen Gr\u00f6\u00dfe \u2013 etwa 500-mal kleiner als der Durchmesser eines menschlichen Haares \u2013 k\u00f6nnen die Nanopartikel von den Pflanzenwurzeln aufgenommen und bis in die Bl\u00e4tter transportiert werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie die Studie zeigt, werden die biokompatiblen Nanopartikel von den Pflanzen auf nat\u00fcrliche Weise aufgenommen, ohne das Wachstum zu beeintr\u00e4chtigen. Im Gegenteil: Sie verbessern die Eigenschaften der Pflanzen, indem sie deren Wachstum und Photosynthese f\u00f6rdern. Sobald sie die Bl\u00e4tter erreichen,&nbsp;wirken die P3HT-Nanopartikel wie winzige Antennen, die auch gr\u00fcnes Licht absorbieren k\u00f6nnen. Da Pflanzen sonst haupts\u00e4chlich rotes und blaues Licht nutzen, verbessert sich dadurch ihre F\u00e4higkeit zur Lichtaufnahme. Die zus\u00e4tzliche Energie steigert die Photosynthese, was einerseits zu einer&nbsp;h\u00f6heren CO\u2082-Aufnahme aus der Atmosph\u00e4re&nbsp;und andererseits zu st\u00e4rkerem Pflanzenwachstum f\u00fchrt. Die Studie zeigt, dass mit P3HT-Nanopartikeln behandelte Pflanzen deutlich st\u00e4rker wachsen als die Kontrollpflanzen. Sie entwickeln fast doppelt so lange Wurzeln und bilden mehr Biomasse.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDiese Studie stellt das erste Beispiel einer biohybriden Pflanze dar, die durch das direkte Einbringen von P3HT-Nanopartikeln in die Pflanze selbst erzeugt wurde. In fr\u00fcheren Arbeiten wurde jeweils nur ein Teil der Pflanze \u2013 etwa ein Blatt oder die Wurzeln \u2013 mit k\u00fcnstlichen Komponenten verbunden\u201c, erkl\u00e4rt&nbsp;Manuela Ciocca, Erstautorin und Initiatorin der Studie. \u201eDiese Technologie er\u00f6ffnet zahlreiche Anwendungsm\u00f6glichkeiten, da sie es erlaubt, die Eigenschaften pflanzlicher Organismen zu ver\u00e4ndern, ohne deren DNA zu modifizieren, und Organismen mit verbesserten Eigenschaften zu schaffen. Die Einsatzfelder sind sehr vielf\u00e4ltig \u2013 von nachhaltiger Landwirtschaft bis hin zu erneuerbaren Energien: Diese Pflanzen k\u00f6nnen mehr CO\u2082 binden, mehr Sauerstoff produzieren und zu den gr\u00fcnen Energiesystemen der Zukunft beitragen\u201c, so Ciocca.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"640\" height=\"480\" src=\"https:\/\/holos.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/image.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-116\" srcset=\"https:\/\/holos.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/image.png 640w, https:\/\/holos.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/image-300x225.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 984px) 61vw, (max-width: 1362px) 45vw, 600px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Die Studie wurde vom&nbsp;Sensing Technologies Lab der unibz&nbsp;unter der Leitung von Professorin&nbsp;Luisa Petti&nbsp;durchgef\u00fchrt, in Zusammenarbeit mit der Fakult\u00e4t f\u00fcr Agrar-, Umwelt- und Lebensmittelwissenschaften, dem Kompetenzzentrum f\u00fcr Pflanzengesundheit sowie der Forschungsgruppe PRIME (Printable Materials for Sustainable Optoelectronics &amp; Photonics) der unibz.&nbsp;Weitere Partner waren die Fondazione Bruno Kessler, Eurac Research, die Ludwig-Maximilians-Universit\u00e4t M\u00fcnchen, das Istituto dei Materiali per l\u2019Elettronica e il Magnetismo (IMEM) des Consiglio Nazionale delle Ricerche (CNR) sowie Elettra Sincrotrone Trieste.<\/p>\n\n\n\n<p>Der wissenschaftliche Artikel mit dem Titel&nbsp;\u201eConjugated Polymer Nanoparticles Boosting Growth and Photosynthesis in Biohybrid Plants\u201c&nbsp;(Nanopartikel konjugierter Polymere zur Steigerung von Wachstum und Photosynthese in biohybriden Pflanzen, Anm. d. Red.) wurde als Titelgeschichte in der Fachzeitschrift&nbsp;Materials Horizons&nbsp;der Royal Society of Chemistry ver\u00f6ffentlicht und zudem in die Sammlung \u201eMost Popular Articles 2025\u201c aufgenommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.suedtirolnews.it\/wirtschaft\/uni-bozen-entwickelt-superpflanzen-fuer-eine-bessere-umwelt\">https:\/\/www.suedtirolnews.it\/wirtschaft\/uni-bozen-entwickelt-superpflanzen-fuer-eine-bessere-umwelt<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>An der Freien Universit\u00e4t Bozen wurde erstmals eine vollst\u00e4ndig biohybride Pflanze entwickelt, die dank integrierter Nanopartikel mehr Sonnenlicht absorbieren kann. Dies erm\u00f6glicht eine effizientere CO\u2082-Aufnahme aus der Atmosph\u00e4re, aber auch neues Potenzial f\u00fcr die Gewinnung erneuerbarer Energie. Gr\u00fcne Technologien werden vielfach mit Solarpaneelen, energieeffizienten Geb\u00e4uden oder Elektrofahrzeugen assoziiert. Doch auch Pflanzen k\u00f6nnten Teil dieser technologischen &hellip; <a href=\"https:\/\/holos.ch\/blog\/uni-bozen-entwickelt-superpflanzen-fuer-eine-bessere-umwelt\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eUni Bozen entwickelt \u201cSuperpflanzen\u201d f\u00fcr eine bessere Umwelt\u201c <\/span>weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-115","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/holos.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/115","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/holos.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/holos.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/holos.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/holos.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=115"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/holos.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/115\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":119,"href":"https:\/\/holos.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/115\/revisions\/119"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/holos.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=115"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/holos.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=115"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/holos.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=115"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}