Von der Planung bis zur Bekämpfung Nützlingsförderung: Nützlinge sind die natürlichste Art der Schädlingsbekämpfung. Sie können im Garten durch eine hohe Biodiversität und ein grosses Angebot an Verstecken und Nisthilfen gefördert werden. Sind innert kurzer Zeit viele Nützlinge nötig, können bei Andermatt Biogarten verschiedene Arten bezogen und ausgebracht werden. Ein frühzeitiges Ausbringen von Nützlingen ist empfehlenswert, damit sich die Schädlingspopulation nicht vergrössern kann. Befallskontrollen: Eine regelmässige Kon trolle auf Schädlings und Krankheitsbefall kann grössere Probleme verhindern. Der Einsatz von Fallen erleichtert die Kontrollen und die Überwachung der Schädlinge und hat gleichzeitig eine dezimierende Wirkung. Wichtig ist, dass rechtzeitig (d. h. bereits bei geringem Befall) auf einen Schädling reagiert wird.
Hygienemassnahmen: Vor allem zur Vorbeu gung gegen etliche pilzliche Krankheiten, aber auch gegen gewisse Schädlinge (z. B. Rosenblütenstecher) sind Hygienemass nahmen wichtig. Dazu werden Sträucher, Bäume und verholzende Beeren so geschnitten, dass genügend Luft in den Bestand gelangt und sie gut abtrocknen können. Krankes und befalle nes Pflanzenmaterial sollte entsorgt werden. Pflanzen aus der gleichen Familie sollten im nächsten Jahr nicht am selben Ort angebaut werden (Fruchtfolge). Standort: Die Wahl einer an den Standort angepassten Pflanze ist eine wichtige Vorbeu gung gegen Krankheiten. Dazu gehört, dass man sich vor der Pflanzung überlegt, welche Ansprüche die Pflanzen haben und ob diese am gewünschten Standort erfüllt sind. Solche Informationen sind auf den Pflanzetiketten beim Kauf zu finden. Wichtig ist, dass nur winterharte Pflanzen ausgepflanzt werden. Überwinternde Pflanzen können zwar mehrere Jahre alt werden, brauchen jedoch im Winter einen Schutz oder sollten an einen geschützten Standort gepflanzt werden. Bei Pflanzen in Topfgefässen sollte der Topf im Winter immer mit einem Winterschutz geschützt werden.
Fungizide nur vorbeugend einsetzbar: Fungizide bilden einen Schutzfilm auf dem Blatt, auf dem Pilzsporen nicht mehr aus keimen können. Dieser Schutzfilm muss dauernd, vor allem bei feuchter Witterung, vorhanden sein. Aus diesem Grund müssen die meisten Fungizide vorbeugend ab Blattaustrieb gespritzt werden. Die Behandlung sollte anschliessend regelmässig wiederholt werden. Wachsen die Pflanzen stark oder ist das Wetter feucht, muss dieses Intervall kürzer gewählt werden als bei trockenem Wetter. Gegen gewisse Krankheiten reicht auch eine einmalige An wendung. Genauere Informationen entnehmen Sie den Spritzplänen. Kulturschutznetze: Der Einsatz von Kultur- schutznetzen (Schutznetze, Trauben-Schutztaschen) ist eine sinnvolle Alternative zum Einsatz von Pflanzenschutzmitteln. Ein rechtzeitiges Einnetzen der Pflanzen verhindert den Einflug von Schädlingen in Kulturen oder Obst bäume. Bei blühenden Kulturen darf das Netz erst nach dem Ende der Blüte aufgehängt werden.
Pflanzenstärkung: Als Pflanzenstärkungsmit tel werden Produkte auf pflanzlicher, mikrobi eller oder mineralischer Basis bezeichnet. Sie erhöhen die Widerstandsfähigkeit der Pflanzen gegen Schadorganismen und verbessern generell die Pflanzengesundheit und das Pflanzenwachstum. Beispiele biologischer Pflanzenstärkungsmittel sind pflanzliche Extrakte wie Brühen und Jauchen aus Schachtelhalm und Brennnesseln. Ebenfalls dazu gehören Wurzeln besiedelnde Bodenbakterien und andere Mikroorganismen sowie Steinmehle.
Tabellen und weitere Infos sind hier zu finden: abg-pflegeplan-de.pdf (biogarten.ch)
Quelle: Andermatt Biocontrol
