Umstieg auf LED-Beleuchtung: Kein spezieller Dünger nötig


Wer von klassischen HPS-Lampen auf LED-Technologie wechselt, muss zwar seine Erwartungen und einige Gewohnheiten anpassen – an der grundlegenden Düngestrategie ändert sich jedoch wenig. Ein durchdachtes gärtnerisches Vorgehen kombiniert mit einer gut abgestimmten Nährlösung genügt für erfolgreiche Ernten, unabhängig vom Lichttyp.

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Was LEDs auszeichnet

LED-Beleuchtung hat sich im Gartenbau fest etabliert – zu Recht, denn sie liefert eine starke Lichtausbeute bei vergleichsweise niedrigem Stromverbrauch. Je nach Modell stehen sowohl Vollspektrum- als auch gezielt eingegrenzte Spektren zur Verfügung. Im Unterschied zu klassischen Entladungslampen (HID) strahlen LEDs deutlich weniger Infrarotanteil ab, der sonst als spürbare Wärme wahrgenommen wird.

Da LEDs tendenziell mehr blaues und weniger fernrotes Licht abgeben, bleiben Pflanzen darunter kompakter, wachsen weniger in die Höhe und bilden dichter gepackte Blütenstände aus. Der höhere Blau- und UVA-Anteil wirkt sich zudem positiv auf die Blütenqualität aus. Untersuchungen legen nahe: Obwohl die Pflanzen unter LED im Schnitt rund 15 % kleiner blieben, fiel der Ertrag – dank höherer Lichtintensität – um 15 bis 50 % grösser aus als unter HPS.

Interessant dabei: Die Nährstoffaufnahme selbst unterschied sich zwischen beiden Lichtquellen kaum. Das spricht dafür, dass ein solide abgestimmter Basisdünger auch unter LED völlig ausreicht – eine eigens für LED entwickelte Nährstoffformel ist nicht notwendig, abgesehen von substratspezifischen Anpassungen.

Wärmehaushalt im Blick behalten

Weil LEDs weniger Abwärme produzieren, solltet ihr das bei der Raumtemperatur berücksichtigen – im Idealfall wird zusätzlich geheizt, um auf rund 24 °C zu kommen. Alternativ lässt sich auch die Bewässerung an die kühleren Bedingungen anpassen.

Bei tieferen Temperaturen transpirieren Pflanzen weniger und nehmen dementsprechend auch weniger Nährlösung auf. Eine leicht erhöhte Nährstoffkonzentration (EC-Wert) kann hier gegensteuern, damit die Pflanze pro Aufnahmemenge ausreichend versorgt bleibt – besonders wenn erste Mangelerscheinungen sichtbar werden.

Manche Growerinnen und Grower setzen bei LED zusätzlich auf calciumbetonte Dünger, da Calcium im Pflanzengewebe kaum beweglich ist und bei reduzierter Transpiration insgesamt weniger transportiert wird. Vorsicht ist hier aber geboten: Ein zu hoher Calciumanteil kann die Aufnahme anderer Nährstoffe blockieren und so neue Mängel verursachen. Sinnvoller ist es daher meist, die Dosierung des gewohnten Basisdüngers leicht zu erhöhen, statt zusätzlich ein „LED-spezielles“ Produkt anzuschaffen.

Lichtintensität und ihre Grenzen

Die hohe Intensität von LED-Licht kann den Stoffwechsel und die Gesamtleistung der Pflanze deutlich ankurbeln. Allerdings hat jede Pflanze einen individuellen Sättigungspunkt – ab diesem bringt zusätzliches Licht keinen weiteren Ertragsgewinn mehr. Wo genau dieser Punkt liegt, hängt von Wachstumsphase, Sorte und Anbaumethode ab. Wird zusätzlich CO₂ zugeführt, steigt der Lichtbedarf der Pflanze bis zum Erreichen dieses Sättigungspunkts weiter an – ebenso wie die Photosyntheseleistung.

Kommt neben höherem CO₂-Gehalt auch noch eine wärmere Anbautemperatur hinzu, lässt sich die Photosynthese zusätzlich steigern. Dieses Zusammenspiel aus CO₂, Licht und Temperatur fördert einen beschleunigten Stoffwechsel und kräftigeres Wachstum – was wiederum einen höheren Nährstoffbedarf nach sich zieht. In einem solchen Szenario (LED + zusätzliches CO₂ + höhere Temperatur) lohnt sich also ebenfalls eine leicht erhöhte Grunddüngerdosis.

Fazit: Einfachheit siegt

Ob unter HID- oder LED-Beleuchtung – die Grundregeln bleiben dieselben: Temperatur und Luftfeuchtigkeit an die jeweilige Wachstumsphase anpassen, die Pflanzen aufmerksam beobachten und die Düngung entsprechend der eigenen Bedingungen feinjustieren. Ein ausgewogener Basisdünger bleibt unabhängig vom Lichttyp die richtige Wahl. Das bedeutet für euch: eine Flasche weniger im Regal und ein Sorgenpunkt weniger. Setzt auf bewährte, hochwertige Produkte – und viel Erfolg beim Anbau!