Wir gehen der Frage nach, ob zusätzliches UV-Licht einen Einfluss auf Ertrag, Cannabinoide und Terpene hat.
Zusammenfassung
Im hauseigenen Pflanzenlabor im SANlight HQ gingen wir dem Mythos des Einflusses von UV-Licht auf die Cannabispflanze nach. Je mehr Leute man dazu befragt, desto mehr Meinungen findet man dazu. Auch werden wir als Hersteller von Pflanzen LED-Leuchten immer wieder zu diesem Thema befragt. Um eine auf Daten und Fakten basierte Aussage treffen zu können, haben wir in unserem Labor eine Versuchsreihe dazu gestartet und uns folgende Fragen gestellt:
- Wie wirkt sich die zusätzliche Bestrahlung mit Licht der Wellenlänge von 365nm auf Ertrag, Cannabinoide und Terpene aus?
- Wie wirkt sich die zusätzliche Bestrahlung mit Licht der Wellenlänge von 420nm auf Ertrag, Cannabinoide und Terpene aus?
- Ist die Auswirkung auf das Cannabinoid- und Terpenprofil bei beiden Wellenlängen gleich, oder verhalten sich die Pflanzen unterschiedlich?
Licht der Wellenlänge von 420nm zählt per Definition nicht mehr zum UV-Bereich des Lichtspektrums. Ebenfalls wird auch die Bezeichnung „UV-Licht“ oft ohne die Klassifizierung UV-A, B und C verwendet. Diese Wellenlänge könnte jedoch, basierend auf der Absorptionskurve, ähnliche Reaktionen bei den Pflanzen hervorrufen wie das Licht der Wellenlänge 365nm (UVA Bereich). Generell wurden diese Wellenlängen ausgewählt, weil hierfür effiziente und langlebige High Power Led Chips am Markt vorhanden sind. Untersuchungen mit Wellenlängen um 300nm werden aus aktueller Sicht nicht durchgeführt, da die zur Verfügung stehenden Led Chips weder eine akzeptable Effizienz noch brauchbare Lebensdauern liefern. Während Leds mit Wellenlängen > 350nm eine Effizienz > 50% vorweisen, arbeiten Led Chips mit 300nm Wellenlänge mit einem Wirkungsgrad von deutlich unter 10%.
Untersucht wurde die Fragestellung an zwei verschiedenen Genetiken (Serious Happiness – Serious Seeds und London Mint Cake – T.H. Seeds) verteilt auf 6 Pflanztische á 2m x 1m. 2 Tische pro Genetik wurden als Referenz mit dem Serienspektrum unserer EVO Serie ohne UV-Licht belichtet. 2 Tische wurden zusätzlich, zum Basis-Lichtspektrum, mit Licht der Wellenlänge 420nm belichtet. Die verbleibenden 2 Pflanz-Tische wurden zusätzlich zum Basisspektrum mit Licht der Wellenlänge 365nm versorgt. Alle Pflanzen wurden mit derselben Nährlösung sowie derselben Gießmenge versorgt. Genaue Angaben findet ihr in der Auflistung weiter unten.
In Anbetracht der Tatsache, dass die Tische mit UV-Licht ein um ca 9% höheres Lichtniveau erhielten, gibt es keine klare Aussage darüber, dass eine zusätzliche Bestrahlung mit 420nm bzw. 365n, einen positiven Effekt auf Ertrag, Terpene oder Cannabinoiden hat. Bei Licht mit 365nm wurde der Terpengehalt reduziert, bei Behandlung mit 420nm Licht konnte kein nennenswerter Effekt festgestellt werden. Bei diesem Licht waren die Effekte gegenläufig, so konnte ein Zuwachs an THC bei einer Genetik bei gleichzeitiger Abnahme bei der anderen Genetik verzeichnet werden. Zusätzlich zeigen die Ergebnisse auch, dass es erhebliche genetische Streuungen beim THC-Wert innerhalb der Pflanzengenetik gibt.
Die energieabhängige Effizienz (Gramm pro Watt) der Referenzgruppe ist besser als bei den Gruppen mit 365nm und 420nm zusätzlichem Licht. Dies deutet darauf hin, dass keine der Pflanzen die Wellenlängen 365nm und 420nm effizient für die Bildung von Blütenmasse nutzen konnten. Bei der Genetik London Mint Cake hat die Zusatzbelichtung sogar zu einem Rückgang der trockenen Gesamtmasse geführt.
Hinweis: Es handelt sich hierbei um ein Experiment aus einer mehrteiligen Versuchsreihe. Der hier vorliegende Bericht stellt nur einen Zwischenstatus unserer Untersuchungen dar. Dieser Bericht darf nicht als finale Aussage zu UV gewertet werden. Um eine endgültige Aussage zur Wirksamkeit von UV Licht zu erarbeiten sind noch weiter interne Versuche nötig.
Inhaltsverzeichnis
Eine detaillierte Versuchsbeschreibung finden Sie weiter unten im Blog oder Sie klicken einfach beim Inhaltsverzeichnis auf den gewünschten Abschnitt:
Serious Happiness – Serious Seeds

Serious Seeds – Table 1 Versuchstag 86 Blütetag 70

Serious Seeds – Table 2 Versuchstag 86 Blütetag 70

Serious Seeds – Table 3 Versuchstag 86 Blütetag 70
London Mint Cake – T.H. Seeds

London Mint Cake – Table 4 Versuchstag 86 Blütetag 70

London Mint Cake – Table 5 Versuchstag 86 Blütetag 70

London Mint Cake – Table 6 Versuchstag 86 Blütetag 70
Versuchsaufbau
Licht und Anbaufläche
Pflanzen, Wachstumsmedium und Nährstoffe
Labortechnik
Methodik
Zusatzbelichtung
Belichtungsintensität und -dauer der UV-Zusatzbelichtung
Licht-, Klima- und Nährstoffwerte über den Versuchszeitraum
Tag 1-17 Vegetative Phase 1-17
Tag 18-37 Generative Phase 1-19
Tag 38-47 Generative Phase 20-29
Tag 48-86 Generative Phase 30-70
Ernte und Probenentnahme
Ernte und Blütekategorien
Ergebnisse
Cannabinoide
Terpene
Erntegewicht
Zusammenfassung Ergebnisse
365nm UVA
- Cannabis mit 365nm zusätzlich zu belichten, zeigt keine klaren Auswirkungen auf den Ertrag
- Cannabis mit 365nm zusätzlich zu belichten, zeigt Auswirkungen auf die Terpene. Der durchschnittliche Gehalt an Terpenen wird durch die Behandlung mit 365nm reduziert.
- Cannabis mit 365nm zusätzlich zu belichten, zeigt auf Basis dieser Untersuchung keine klaren Auswirkungen auf den THC-Gehalt, wird aber in einem Folgeversuch weiter untersucht, siehe Abschlusskapitel.
420nm tiefes Blau
- Cannabis mit 420nm zusätzlich zu belichten, zeigt keine klaren Auswirkungen auf den Ertrag. Es gab im Versuch Unterschiede in der Pflanzenmasse, doch diese sind auf das, im Verhältnis zur Referenzgruppe, erhöhte Lichtniveau zurückzuführen.
- Cannabis mit 420nm zusätzlich zu belichten, zeigt keine klaren Auswirkungen auf die Terpene. Es gab im Versuch einen Zuwachs im Ø Terpengehalt bei beiden verwendeten Cannabissorten von ca. 2%, der Grund dafür liegt aber wiederum aller Wahrscheinlichkeit nach bei dem um 8,89% höheren Lichtniveau.
- Cannabis mit 420nm zusätzlich zu belichten, könnte einen Effekt auf die Bildung von Cannabinoiden haben, speziell THC. Gleichzeitig zeigen die Ergebnisse auch, dass es erhebliche genetische Streuung beim THC Wert innerhalb der Pflanzen gibt. Teilweise waren die Effekte gegenläufig, so konnte ein Zuwachs an THC bei einer Genetik bei gleichzeitiger Abnahme bei einer anderen Genetik verzeichnet werden. Auf Basis dieser Untersuchung kann deshalb derzeit keine endgültige Aussage gemacht werden.
365nm UVA und 420nm tiefes Blau im Vergleich
- Die Auswirkungen der beiden Wellenlängen sind, auf Basis der vorliegenden Ergebnisse, unterschiedlich.
- Die Belichtung mit 365nm wirkt sich auf die Pflanzenmasse und den Wassergehalt aus, ohne das Blütengewicht zu erhöhen, bei 420nm konnte dieser Effekt nicht beobachtet werden.
- Der Terpengehalt wird durch 365nm reduziert, bei Behandlung mit 420nm konnte kein nennenswerter Effekt festgestellt werden.
- Es gibt Hinweise, dass sich 420nm auf den THC Gehalt in den Cannabispflanzen auswirkt, bei 365nm konnten keine großen Auswirkungen festgestellt werden.
Ausblick und Folgeversuch
Hinweis: Es handelt sich hierbei um ein Experiment aus einer mehrteiligen Versuchsreihe. Der hier vorliegende Bericht stellt nur einen Zwischenstatus unserer Untersuchungen dar. Dieser Bericht darf nicht als finale Aussage zu UV gewertet werden. Um eine endgültige Aussage zur Wirksamkeit von UV Licht zu erarbeiten sind noch weiter interne Versuche nötig.
Die Auswirkungen der Belichtung von Cannabis mit 365nm UVA und 420nm tiefes Blau wird uns weiter untersucht werden. Aktuell wird bereits ein Folgeversuch in unserem Labor durchgeführt. In diesem Folgeversuch werden alle Klimabedingungen, die Nährstoffversorgung, der Lichteinfluss und andere Faktoren ident zu diesem abgeschlossenen Versuch gehalten. Die einzige Änderung besteht in den verwendeten Pflanzen. Der Folgeversuch wird mit Stecklingen der jeweils 3 ertragsstärksten Pflanzen jeder Versuchsgruppe durchgeführt. Jede Versuchsgruppe des Folgeversuchs wird mit Klonen der neun ertragsstärksten Pflanzen je Genetik des Vorversuchs bestückt. Bei der so entstehenden Bestückung (Tischbild) jeder Versuchsgruppe werden die Stellplätze der einzelnen Pflanzen auf jedem Versuchsgruppentisch ident sein. Dadurch können Varianzen in Bezug auf Licht und Mikroklimas minimiert werden.
Gerne werden wir die Ergebnisse wieder in unserem Blog mit euch teilen!
